Le Mans 2022: Doppelsieg für Toyota Gazoo Racing beim 24-Stunden-Rennen - Porsche jubelt in GTE-Klasse

Toyota hat bei den 24 Stunden von Le Mans einen standesgemäßen Doppelsieg gefeiert. Bolide #8 mit Sébastien Buemi, Brendon Hartley und Ryo Hirakawa brachte den Sieg souverän vor dem Schwester-Auto #7 ins Ziel. Für Toyota ist es der fünfte Le-Mans-Titel in Folge. Die LMP2-Konkurrenz gewann der Jota #38, bei den LM GTE Pro jubelte das Porsche GT Team (#91). Bei den Amateuren siegte TF Sport (#33).

Le Mans 2022: Die Zieldurchfahrt

Quelle: Eurosport

Der Toyota GR010 Hybrid #8 mit Sébastien Buemi (Schweiz), Brendon Hartley (Neuseeland) und Ryo Hirakawa (Japan) war die ganzen Renntage über der stabilere und weniger fehleranfällige Toyota gewesen und siegte verdient bei der 90. Auflage des Langstrecken-Klassikers auf dem Circuit de la Sarthe in Le Mans (Frankreich) nach 380 absolvierten Runden mit einem Top-Speed von 342,34 km/h.
Vorjahressieger Mike Conway (Großbritannien) und Kamui Kobayashi (Japan) mussten sich mit José María López (Argentinien) im Auto #7 mit dem zweiten Platz begnügen.
Nach mehreren Führungswechseln am Samstag blieb der Toyota #7 am Sonntagmorgen kurze Zeit stehen, konnte aber wieder flottgemacht werden. Der Sieg war damit passé, zeitweise hatten Conway/Kobayashi/López eine Runde Rückstand auf das Schwester-Auto.
Für Buemi ist es bereits der vierte Erfolg in Le Mans. "Unglaublich, dass ich es wieder gewonnen habe", freute sich der Schweizer. Hartley saß zum dritten Mal im Siegerauto.
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Wilde Champagner-Party: Die Siegerehrung mit glücklichen Toyota-Fahrern

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Glickenhaus auf dem Podium - Alpine enttäuscht

"Ich möchte nur sagen, dass Ryo einen großartigen Job gemacht hat", sagte Hartley nach Überfahrt der Ziellinie: "Er war das erste Mal mit Toyota in Le Mans und er war großartig, er ist eine tolle Ergänzung für das Team. Und natürlich danke ich auch Seb und dem ganzen Team, der Boxenstopp-Crew, der Technik, der Strategie - einfach ein großes Dankeschön an alle."
Glickenhaus Racing mit den Glickenhaus 007 LMH #709 und #708 (3./4.) und das enttäuschende Alpine Elf Team mit dem Alpine A480 - Gibson #36 (23.) konnten erwartungsgemäß in der Hypercar-Kategorie nicht mit dem Toyota-Werksteam mithalten.
Für Glickenhaus war es das erste Podium und damit dennoch ein großer Erfolg. "Das ist sehr emotional", sagt James Glickenhaus: "Als ich 18 Jahre alt war, habe ich hier Jacky Ickx gesehen, wie er sich weigerte, über die Strecke zu rennen. Das war der Anfang einer großen Sicherheitsbewegung in Le Mans. Die Fans, die Leute, das alles zusammen ist einfach eine unglaublich emotionale Erfahrung."
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Pechsträhne geht weiter: Alpine rast in die Absperrung

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Le Mans 2023 mit Ferrari, Porsche und Co.?

Toyota soll ab 2023 allerdings wieder Konkurrenz von weiteren Markenherstellern bekommen - unter anderem haben Ferrari, Porsche und Cadillac ihre Rückkehr angekündigt.
Audi hat derweil einen Rückzieher für 2023 gemacht, will wie BMW (voraussichtlich 2024) erst später in der neuen LMDh-Kategorie antreten. Kommendes Jahr wird das Rennen in Le Mans bei seiner dann 91. Ausgabe 100 Jahre alt - ein prestigeträchtiges Ereignis.
"Das letzte Mal, als wir gewonnen haben, war es nicht das Gleiche, weil die Fans gefehlt haben", meinte Hartley im Ziel. "Beim Überqueren der Ziellinie haben mich meine Emotionen übermannt. Ich musste heulen", so der Neuseeländer.

LMP2: Rast und Flörsch im Pech

In der LMP2-Kategorie ging der Sieg 2022 an Team Jota - Roberto González (Mexiko), António Félix da Costa (Portugal) und Williams Stevens (Großbritannien) steuerten ihren Oreca 07 - Gibson #38 vor dem Prema Orlen Team #9 (u.a. Robert Kubica am Steuer) und dem zweiten Jota #28 über die Ziellinie. Dabei ließ die #38 sogar lange Zeit das zweite Glickenhaus-Hypercar hinter sich.
Team WRT mit dem Deutschen René Rast (#31) schied derweil als einziges LMP2-Auto nach einem Crash aus. Dieser zog eine der wenigen Safety-Car-Phasen nach sich.
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Frijns setzt Wagen in die Leitplanke - Ausfall für die #31 und Safety Car

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Auch Algarve Pro Racing #47 mit Sophia Flörsch am Steuer hatte früh im Rennen Probleme und kam lediglich im Hinterfeld ins Ziel.
Der erst 16 Jahre alte Josh Pierson (USA) feierte als jüngster Le-Mans-Starter der Geschichte ein gelungenes Debüt. Er fuhr mit United Autosports USA #23 in der LMP2-Klasse auf Rang sechs. "Wir haben's durchgezogen, ich bin sehr stolz", sagte der US-Amerikaner.
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'A very special event!' - Pierson, 16, can't wait to make history at Le Mans

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GTE Pro: Sieg für Porsche - Drama um Corvette

Dramatisch lief das Rennen in der LM-GTE-Pro-Kategorie: Hier schieden die beiden Corvette-Autos #63 und #64 aus. Die Chevrolet Corvette C8.R mit der #64 wurde dabei in Führung liegend unverschuldet von einem LMP2-Boliden des AF-Corse-Teams (#83) abgeschossen.
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"Game over!" Corvette wird auf Siegkurs abgeschossen

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Unfallfahrer François Perrodo kam anschließend sogar persönlich in der Corvette-Box vorbei und entschuldigte sich.
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"Ganz große Geste!" Perrodo entschuldigt sich in Corvette-Box für Crash

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So ging es nur noch zwischen Porsche und Ferrari um den Sieg - den schnappte sich schließlich das deutsche Porsche GT Team mit dem Porsche 911 RSR-19 #91. Hier saßen Gianmaria Bruni (Italien), Richard Lietz (Österreich) und Frédéric Makowiecki (Frankreich) am Steuer.
Der Ferrari 488 GTE Evo #51 von AF Corse hatte mit Alessandro Pier Guidi (Italien), James Calado (Großbritannien) und Daniel Serra (Brasilien) nach zwischenzeitlicher Führung das Nachsehen.
#92 vom Porsche GT Team hatte noch vor dem Corvette-Drama in Führung liegend einen kostspieligen Reifenplatzer zu beklagen und konnte so nicht mehr in den Kampf um den Sieg eingreifen. So blieb in der GTE-Pro-Klasse nur Rang vier hinter dem zweiten AF-Corse-Ferrari #52.

Amateur-Klasse: Fassbender mit hartem Debüt

In der Amateur-Klasse (LM GTE Am) setzte sich TF Sport mit dem Aston Martin Vantage AMR #33 und Ben Keating (USA), Henrique Chaves (Portugal) sowie Marco Sörensen (Dänemark) am Steuer durch - hier machte die Porsche-Konkurrenz einfach zu viele Fehler.
Das Dempsey - Proton Racing Team vom Schauspieler und ehemaligen Le-Mans-Fahrer Patrick Dempsey wurde hier Fünfter.
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Film-Star Dempsey fühlt mit Fassbender: "Es war hart für ihn"

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Hollywood-Star Michael Fassbender zahlte derweil mit dem Team Proton Competition bei seiner Le-Mans-Premiere Lehrgeld. Der 45-Jährige, der mit seinem Porsche 911 RSR-19 bereits im Qualifying eingeschlagen war, leistete sich im Rennen einen weiteren Unfall sowie einen Dreher.
Seine #93 kam aber immerhin nicht als Letzte ins Ziel - am Ende stand Gesamtrang 51 von 53 Autos, die das Ziel erreichten.
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Mehrere Crashs: Hollywood-Star Fassbender lernt auf die harte Tour

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Beachtlich schlug sich derweil das rein weiblich gesteuerte Team Iron Dames mit Rahel Frey (Schweiz), Michelle Gatting (Dänemark) und Sarah Bovy (Belgien), die ihren Porsche 911 RSR-19 #85 in der Amateurklasse auf Rang sieben platzierten.
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Eisenhart von den Iron Dames! Ferrari schickt LMP2 in den Kies

Quelle: Eurosport

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