VfL Wolfsburg: André Schürrle und Co. vor dem Abschied - Den Wölfen fehlt eine Identität

Der VfL Wolfsburg steht vor dem Ausverkauf und weckt Erinnerungen an das Meisterteam von 2009, das in Rekordzeit zerbrach. Kevin De Bruyne, Naldo und Ivan Perisic sind schon weg, Ricardo Rodriguez und André Schürrle werden folgen. Der Klub aus der Autostadt kämpft mit Imageproblemen, dem Ausbleiben von Fans und hat keine eigene DNA. In naher Zukunft ist keine Besserung in Sicht.

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Kevin De Bruyne zaubert künftig unter Pep Guardiola, EM-Star Ivan Perisic hat angeblich das Interesse des FC Barcelona geweckt, Naldo hat sich dem FC Schalke 04 angeschlossen.
Luiz Gustavo soll mit Geld aus China zugeschüttet werden, Ricardo Rodriguez träumt von Real Madrid und André Schürrle wird wohl noch in dieser Woche bei Borussia Dortmund unterschreiben.
Sie alle wurden 2015 noch Vizemeister und Pokalsieger mit dem VfL Wolfsburg. Ein gutes Jahr später droht den Niedersachen der sportliche Kollaps - nicht zum ersten Mal.

Parallelen zur Meistersaison 2009

Am 6. Mai, noch vor dem Gewinn der Meisterschaft 2009 hatte Erfolgscoach Felix Magath seinen Wechsel zum FC Schalke 04 verkündet. Seine kurzfristigen Ziele hatte er erreicht. Alt werden in der Autostadt? Stand nie zur Debatte.
Eine durchwachsene Saison später verließen Edin Dzeko, Zvejzdan Misimovic und Andrea Barzagli den Klub, das Meisterteam war spätestens zu diesem Zeitpunkt gesprengt.

Jahre zwischen Mittelmaß und Abstieg

Es folgten trotz namhafter und teurer Zugänge wie Diego, Mario Mandzukic, Arne Friedrich oder Naldo Jahre zwsichen Mittelfeld und Abstiegskampf.
Über 100 Transfers wurden in den vier Spielzeiten nach dem Titelgewinn abgewickelt. Vermeintliche Stars, die entweder über ihren Zenit hinaus oder kurz davor sind, kommen gern nach Wolfsburg und werden fürstlich entlohnt.
Sie sind bei einem entsprechenden Angebot aber auch schneller wieder weg, als im VW-Werk nebenan ein Golf vom Band rollt. Identitätsbildung: Fehlanzeige.

Mannschaft im Umbruch

Seit Dezember 2012 hat Klaus Allofs das Ruder übernommen. Er führte den VfL als Geschäftsführer gemeinsam mit Trainer Dieter Hecking zurück an die Spitze, steht nun aber vor einem ähnlichen Problem wie vor sieben Jahren.
Mehrere Leistungsträger sind bereits weg oder stehen vor dem Absprung, Wunschspieler wie Sebastian Rode (BVB) oder Kevin Volland (Leverkusen) haben den Wölfen einen Korb gegeben.

Keine Identität, keine eigene DNA

Die Stadt Wolfsburg zählt nicht unbedingt zu den schönsten Deutschlands. Berliner Großstadt-Flair, Kölner Vielfalt oder Münchner Gemütlichkeit sucht man dort vergeblich.
Spielern und Fans schwer fällt es schwer, sich mit dem Klub zu identifizieren. Eigene Werte, die die Wölfe-DNA bilden, existieren nicht. Keine echte Liebe, kein Mia san Mia.

Kaum Unterstützung der Fans

Selbst vergangene Saison in der Champions League war das Stadion lediglich im Viertelfinale gegen Real Madrid ausverkauft.
Ein sichtlich enttäuschter Klaus Allofs sagte nach dem ersten Heimspiel gegen ZSKA Moskau.
Statt wie auf Schalke von über 50.000 stimmgewaltigen Fans angepeitscht zu werden, musste Julian Draxler um jeden noch so kleinen Applaus der zersprengten grünen Menge kämpfen. Ob er sich in diesem Moment gewünscht hat, dass er sich anders entschieden hätte?

Bleibt Draxler oder nicht?

Aktuell sieht es nicht danach aus, als könne das Umfeld in Wolfsburg jemals mit der wirtschaftlichen Kaufkraft des Klubs mithalten.
Auch um Draxler gibt es bereits wieder Wechselgerüchte. Unter anderem soll der FC Arsenal großes Interesse an ihm signalisiert haben.
Allofs hat jedoch vehement betont, dass es für den Nationalspieler keine Schmerzgrenze gebe. Die jüngste Vergangenheit (Lies: Kevin De Brunye) hat gezeigt, dass das am Ende aber nichts heißen muss.
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