UCI Track Champions League - Enger Fight um die Krone: Greift Alessa-Catriona Pröpster nach dem Titel?
VonFelix Mattis
Publiziert 10/11/2023 um 09:02 GMT+1 Uhr
Die UCI Track Champions League startet am Freitagabend in ihr großes Finale. Wie in den vergangenen beiden Jahren endet das Jahr auch diesmal mit einem Doppel-Event in London. Innerhalb von 24 Stunden stehen gleich zwei volle Rennabende an, so dass vor allem die Erholungsfähigkeiten für den Kampf um den Gesamtsieg in den Fokus rücken – und Alessa-Catriona Pröpster setzt auf Angriff!
Highlights der 3. Runde: Alle Rennen auf der Olympia-Bahn kompakt
Quelle: Saint Quentin en Yvelines
In allen vier Ligen ist das hellblaue Trikot der Gesamtführenden noch für mehrere Fahrer und Fahrerinnen zu ergattern – auch wenn es bei den Männern deutlichere Abstände gibt als bei den Frauen.
Besonders spannend wird es in der Sprint League der Frauen, wo die 22-jährige Deutsche Alessa-Catriona Pröpster als Zweitplatzierte noch alle Chancen auf den Gesamtsieg hat.
Die Neuseeländerin Ellesse Andrews liegt nur neun Punkte vor ihr und ein Rennsieg ist 20 Punkte wert, während es beispielsweise für Rang drei nur noch 15 Zähler gibt.
"Es sind nur neun Punkte, da kann sehr schnell etwas passieren. Jeder kann kleine Fehler machen und gerade bei dem Feld mit einem sehr dichten Leistungsniveau kann man schon viel aufholen", sagte Pröpster zu Eurosport.de. Sie hofft also auch auf Schützenhilfe, indem andere Kontrahentinnen sich beispielsweise im Keirin zwischen sie und Andrews schieben.
Pröpster: "Andrews ist nicht unschlagbar"
"Natürlich ist Andrews momentan sehr, sehr stark. Aber wie man heute gesehen hat, ist sie nicht unschlagbar", sagte Pröpster bereits vergangenes Wochenende, nachdem sie sie in Saint-Quentin-en-Yvelines bezwungen hatte.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/11/04/3819543-77623793-2560-1440.jpg)
Pröpster "haut wieder einen raus": Keirin-Triumph in Paris!
Quelle: Eurosport
Andrews selbst hat großen Respekt vor der Deutschen und erwartet ein großes Duell um den Titel und die damit verbundenen 25.000 Euro Preisgeld. "Es ist eng zwischen Alessa und mir – es wird ein großartiger Kampf", versprach sie und betonte, wie wichtig dabei Konstanz sein wird: "Ich muss jedes Rennen so gut fahren, wie es geht – darauf liegt mein Fokus."
Im August wurde Andrews Weltmeisterin im Keirin, doch auch als Besitzerin des Regenbogentrikots giert die 23-Jährige nach dem Champions-League-Triumph: "Das hellblaue Trikot zu halten, würde mir sehr viel bedeuten!"
Die von der Neuseeländerin angesprochene Konstanz ist angesichts des Punktesystems in der UCI Track Champions League tatsächlich extrem wichtig. Hat man einen Aussetzer, kann man sehr schnell sehr weit zurückfallen.
Größerer Favoritenkreis in Ausdauer- als in Sprint-Ligen
So erging es beispielsweise dem Japaner Eiya Hashimoto in der Endurance League der Männer am vergangenen Wochenende, als er seine Gesamtführung durch ein frühes Aus im Elimination Race abgeben musste und nun nur noch Dritter ist - bei schon 27 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Dylan Bibic aus Kanada.
Der aber betonte im Vorfeld des Final-Wochenendes von London trotzdem: "Vier Mann hinter mir sind eng beisammen: Jules Hesters, Hashimoto, Mark Stewart und auch William Tidball. Sie alle können mir noch gefährlich werden! Insgesamt fühlt sich die Konkurrenz härter an als vergangenes Jahr."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/11/04/3819443-77621793-2560-1440.jpg)
Bibic mit perfektem Abend in Paris: Sieg auch in Elimination
Quelle: Eurosport
Bibic führt nach seinen zwei Siegen von Saint-Quentin-en-Yvelines mit 96 Zählern vor Hesters (70), Hashimoto (69), Stewart (59) und Tidball (57). In der Endurance League der Frauen hat Katie Archibald (102 Punkte) zwölf Zähler Vorsprung auf die Norwegerin Anita Stenberg (90), doch auch die Kanadierin Maggie Coles-Lyster (82) und die US-Amerikanerin Lily Williams (81) sind noch in Schlagdistanz. Dort spielt sich seit Saisonbeginn bereits ein Vierkampf um die Krone ab.
Giganten-Duell: Lavreysen vs. Richardson reloaded
Der bislang überlegenste Spitzenreiter ist Harrie Lavreysen in der Sprint League der Männer. Der Niederländer sammelte bislang ganze 117 Punkte, stand in jedem Finale und wurde nur ein einziges Mal, im Sprint-Finale von Saint-Quentin-en-Yvelines, bezwungen. Dass er noch viele Punkte einbüßt, scheint daher unrealistisch. Auch wenn Titelverteidiger Matthew Richardson ihn eben vor den Toren von Paris einmal bezwang, sein Rückstand von 24 Zählern scheint zu groß zu sein.
Trotzdem dürfte es in London zwischen den Beiden nochmal in den Einzelrennen zu heißen Fights kommen. Wie im vergangenen Jahr, als sie sich mit dem Siegen regelrecht abwechselten.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/11/04/3819509-77623108-2560-1440.jpg)
Erst Sieg, dann Kotztüte: Richardson ringt Lavreysen nieder
Quelle: Eurosport
Dafür ist es, wie bereits angesprochen, bei den Frauen besonders eng: Pröpster fehlen nur neun Zähler auf Andrews und es dürfte zwischen den Beiden zum großen Duell kommen, da Sprint-Weltmeisterin Emma Finucane auf Rang drei bereits 33 Punkte hinter Pröpster liegt.
Schützenhilfe: Andere Kontrahentinnen als Zünglein an der Waage?
Allerdings werden, wie von Pröpster angesprochen, die Britin und auch Nicky Degrendele aus Belgien, Martha Bayona aus Kolumbien oder Olympiasiegerin Kelsey Mitchell aus Kanada, die im Kampf um Platz drei allesamt innerhalb von drei Punkten liegen, alles geben, um selbst Dritte zu werden – und dabei könnten sie einer der beiden Spitzenreiterinnen eben auch Punkte wegschnappen. Gerade Lokalmatadorin Finucane, bestens befreundet mit der Deutschen Pauline Grabosch, dürfte hoch motiviert sein in London.
Wichtig wird vor allem am Samstagabend, wie der Freitag verkraftet wurde. Nur 19 Stunden nachdem die Wettkämpfe am Freitagabend zu Ende gehen, beginnen sie am Tag darauf nämlich schon wieder.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/11/04/3819614.jpg)
Ellesse Andrews und Alessa-Catriona Pröpster
Fotocredit: SWPix
"Ich regeneriere zum Glück normalerweise ziemlich gut", erklärte Pröpster zwar, dass sie sich nicht allzu große Sorgen mache, und auch Andrews betonte, dass sie aufgrund der engen Konstellation am Freitagabend nichts zurückhalten könne: "Ich hoffe, dass Freitag schon ein großer Abend wird und ich am Samstagmorgen dann hauptsächlich versuchen muss, mich langsam zu bewegen und gut zu erholen. Und dann muss man am Samstagabend versuchen, einfach noch einmal alles herauszuholen, was noch da ist."
Archibald warnt: Schlaf besonders wichtig!
Doch die erfahrene Endurance-League-Spitzenreiterin Archibald, die im Gegensatz zu den Debütantinnen Andrews und Pröpster auch 2021 und 2022 bereits am Start der Track Champions League stand, machte am Donnerstag deutlich, dass man gut vorbereitet sein müsse auf das Doppel-Event.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/11/04/3819511-77623153-2560-1440.jpg)
Archibald ringt Stenberg in der Elimination nieder
Quelle: Eurosport
"Besonders wichtig ist der Schlaf. Und da kommt es darauf an, wie man organisiert ist. Es ist klar, dass es sehr spät wird am Freitagabend. Und deshalb muss man idealerweise auch am Samstagmorgen lange schlafen. Aber ich weiß nicht, ob man dafür Teenager sein muss, jedenfalls ist es bei mir so: Wenn ich daran gewohnt bin, jeden Tag um 7:30 Uhr aufzustehen, dann wache ich auch um 7:30 Uhr auf – auch wenn es abends spät war", erklärte sie. "Deshalb muss man sich im Verlauf der Woche schon umstellen darauf."
Die entscheidenden Fehler im Kampf um den Champions-League-Gesamtsieg könnten abseits der Bahn also bereits im Verlauf dieser Woche gemacht worden sein. Sehen wird man das aber eben erst am Freitag- und Samstagabend im Lee Valley Velodrom auf der Olympia-Bahn von London 2012.
Das könnte Dich auch interessieren: Paris als Mutmacher: Pröpster nimmt Gesamtsieg ins Visier
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/11/04/3819687-77626668-2560-1440.jpg)
Highlights der 3. Runde: Alle Rennen auf der Olympia-Bahn kompakt
Quelle: Saint Quentin en Yvelines
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung