In Wahrheit dürfte es Trump gestört haben, dass der Protest der Sportler vom Parteitag der Republikaner ablenkte.

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12/10/2020 AM 06:33

Auch Trumpsche Sekundanten meldeten sich zu Wort. So bezeichnete Marc Short, Stabschef von US-Vizepräsident Mike Pence, die Streiks und Proteste der NBA bei CNN als "absurd und dumm". Jared Kushner, Schwiegersohn von Trump und zugleich offizieller Berater des Weißen Hauses, lästerte beim Sender "CNBC": Die NBA-Spieler könnten sich glücklich schätzen, dass es für sie ohne finanzielle Folgen bleibe, "wenn sie mal einen Abend frei machen". Für das Gespräch, das Kushner zur Erörterung der Lage mit NBA-Superstar LeBron James führen will, dürfte das keine gute Grundlage sein.

Tatsächlich ebbt die Streikwelle, die am Mittwoch von den Milwaukee Bucks als Reaktion auf die Schüsse eines weißen Polizisten auf den Schwarzen Jacob Blake ausgelöst worden war, schon wieder ab. Nachdem schließlich auch die Eishockey-Liga NHL auf Druck ihrer Spieler die Play-off-Begegnungen am Donnerstag und am Freitag abgesagt hatte, soll es spätestens am Samstag weitergehen - auch in der NBA. Seine Spieler freuten sich, weiterzuspielen, "sie wollen", versicherte Doc Rivers, Coach der Los Angeles Clippers, die zunächst gegen eine Fortsetzung der Saison gestimmt hatten.

Michael Jordan als Schlüsselfigur bei Diskussionen

Die Schlüsselfigur bei den Diskussionen der Spieler über das weitere Vorgehen war allem Anschein nach der wohl größte Basketballer der Geschichte: Michael Jordan. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, nahm "His Airness", Mehrheitseigentümer der Charlotte Hornets und damit auch einziger Schwarzer in dieser Position bei einer NBA-Franchise, zu Chris Paul Kontakt auf: Der Star von Dennis Schröders Klub Oklahoma City Thunder ist der Präsident der NBA-Spielervereinigung. Jordan bot Paul an, die Anliegen der Spieler bei einem Treffen der Klubbesitzer vorzubringen.

Nach Angaben von Sitzungsteilnehmern drängte Jordan beim virtuellen Meeting der Klubchefs seine Kollegen dazu, die Spieler anzuhören, ehe sie Entscheidungen träfen. "Michael ist die perfekte Person in dieser Rolle", sagte ein NBA-Mitarbeiter zu "ESPN", "er war ein hochkarätiger Spieler, der Meisterschaften gewonnen hat. Er ist auch Eigentümer eines Teams in einem kleinen Markt. Er besitzt eine große Glaubwürdigkeit bei den Spielern und bei den Eigentümern." Die Klubchefs stimmten bei ihrer Sitzung geschlossen dafür, die Spieler weiter zu unterstützen.

Die Klubbesitzer der NBA haben sich bislang weitgehend aufgeschlossen für die Anliegen der Spieler gezeigt. Sie gestatteten ihnen, in der Blase in Florida mit Botschaften auf den Trikots aufzulaufen. Sie wollen innerhalb der nächsten zehn Jahre 300 Millionen Dollar in Projekte stecken, die die wirtschaftliche Situation Schwarzer verbessern. Sie beziehen zudem zumindest in der Öffentlichkeit immer wieder klar Position für ihre Spieler wie am Mittwoch die Mehrheitseigentümer der Bucks. In der Sitzung am Donnerstag kündigten sie an, weitergehende Pläne zu entwickeln.

Vor der NBA wollte am Freitag bereits die Frauen-Liga WNBA den Spielbetrieb nach zwei Streiktagen wieder aufnehmen. Auch in der Baseball-Liga MLB, in der am Donnerstag sieben von 15 geplanten Spielen ausfielen, sollte es dann wieder nach Plan laufen.

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(SID)

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