Biathlon - Anna Weidel spricht über schwere Zeit vor Olympia 2022: "Habe viele böse Nachrichten bekommen"
Publiziert 01/06/2023 um 13:16 GMT+2 Uhr
Biathletin Anna Weidel hat sich offen über die wohl schwerste Phase ihrer Karriere geäußert. So habe die 27-Jährige mit Anfeindungen im Internet zu kämpfen gehabt. Im Branchen-Podcast "Extrarunde" spricht sie darüber, wie sie mit den negativen Nachrichten aus dem Netz umgegangen ist und gibt zudem einen detaillierten Einblick in die Gefühlswelt als Profi-Sportlerin.
Anna Weidel
Fotocredit: Imago
Seit 2014 gehört Weidel dem Nationalkader des deutschen Biathlon-Teams an. Ihr Debüt im Weltcup gab sie in der Saison 2018/19 und erreichte im selben Jahr mit einem zehnten Platz im Sprint auf der Pokljuka ihr bestes Ergebnis.
Allerdings hatte Weidel in ihrer Karriere bereits mit einigen Rückschlägen zu kämpfen. So sei sie im Vorfeld der Olympischen Spiele 2022 in Peking im Internet schwer angefeindet worden.
Hintergrund war Weidels Nominierung für das Großereignis. Damals hatte die Athletin mit einem Platz unter den Top 15 nur die halbe Qualifikationsnorm erfüllt. Dennoch gaben ihr die Verantwortlichen des Deutschen Skiverbandes einen Platz im Kader.
Der Nachteil: Franziska Hildebrand, die damals in besserer Form als Weidel war, musste zu Hause bleiben und durfte nicht mit nach China reisen. Einiger Internet-User nahmen diese Entscheidung zum Anlass, um Weidel Hassnachrichten zu schicken und ihr Schuldzuweisungen zu machen.
Weidel verrät: "Habe viel geweint"
"Ich habe viele böse Nachrichten von manchen Leuten bekommen. Das war mental eine brutale Herausforderung", sagte die 27-Jährige im Podcast "Extrarunde". "Das Meiste habe ich ignoriert, ich musste mich da nicht rechtfertigen", fügte Weidel hinzu. "Die Entscheidung wurde vom DOSB getroffen, nicht von mir."
Dennoch gibt sie auch zu, dass sie die Nachrichten mental belastet hätten: "Ich habe zwischendurch sogar überlegt, ob ich überhaupt mitfahren soll. Aber es ist Olympia und ich wusste nicht, ob ich das nochmal erleben werde."
Wie sehr sie die Nachrichten aus den Sozialen Medien belasteten, machte Weidel in dem Gespräch deutlich: "Ich habe mit meiner Mama viele Stunden telefoniert und viel geweint. Dann ist bei den Rennen in Antholz nichts gegangen und ich musste mich vor der Kamera rechtfertigen. Ich war froh, als es vorbei war."
Inzwischen liege ihre Konzentration aber wieder voll auf der Zukunft, so die Biathletin. "Ich will fix im Weltcup dabei sein und das Podium in einem Einzelrennen ist weiterhin ein Ziel. Dafür muss ich natürlich gesund bleiben und im Schießen die Leichtsinnsfehler abstellen", sagte Weidel mit Blick auf die kommende Saison.
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