Benedikt Doll über Rücktrittsgedanken und neue Waffe: "Lange gebraucht bis ich die Routine reinbekommen habe"

Benedikt Doll möchte im neuen Weltcup-Winter wieder vorne angreifen. "Ich fühle mich langsam bereit für die bevorstehende Saison", sagte der DSV-Biathlet im Rahmen der Wintereinkleidung vergangene Woche in München. Im Frühjahr hat sich Doll von Waffenschmid Sandro Brislinger eine neue Waffe bauen lassen. Die Umgewöhnung habe allerdings eine Weile gedauert, wie Doll verrät.

Benedikt Doll

Fotocredit: Getty Images

"Ich habe lange gebraucht bis ich dort so richtig die Routine reinbekommen habe", sagte der 33-Jährige im Gespräch.
Während des Höhentrainingsblock in Italien hätte die Handhabung mit der neuen Waffe aber schon "wirklich gut geklappt", so Doll.
Um seinen Anschlag zu verbessern, hatte der Schwarzwälder zusammen mit Waffenschmid Brislinger im April Veränderungen an der Geometrie der Waffe vorgenommen. Die Magazine seien jetzt ein wenig weiter hinten, die Nachlader oben und nicht mehr an der Seite. "Man gewöhnt sich dran", sagte Doll.
Mit seinem neuen Gewehr möchte der Skijäger seine Trefferquote erhöhen: "Letzten Winter hatte ich 83 Prozent. Die Besten im Weltcup schießen um die 90 Prozent. Das möchte ich auch anzielen".

Doll: Rücktrittsgedanken sind nicht präsent

Doll sei gut durch die Vorbereitung gekommen, erzählte er.
Der 33-Jährige habe mit dem Blink-Festival in Norwegen, dem City-Biathlon in Wiesbaden und dem Martin-Fourcade-Festival in Annecy viele Sommerwettbewerbe mitgenommen. "Das war sehr sehr gutes Training", betonte er.
Anfang Oktober wurden Gerüchte über ein mögliches Karriereende des DSV-Leaders laut. Doll hatte bereits vergangenen November angekündigt, seine Karriere bald beenden zu wollen und nicht mehr bis zu den Olympischen Winterspielen 2026 weiterzumachen.
Vermeintliche Rücktrittsgedanken seien in seinem Kopf derzeit allerdings nicht präsent, wie er sagt: "Ich habe so viel verändert und im Training so viel zu erledigen, dass ich richtig motiviert diesen Sommer trainieren konnte und nie so einen Durchhänger hatte, wo ich gesagt habe: Ich bin froh, wenn es irgendwann mal vorbei ist."

Starker Auftritt bei französischer Meisterschaft

Bei den französischen Biathlon-Meisterschaften konnte Doll seine starke Form am Wochenende erneut unter Beweis stellen. Im Sprint sicherte er sich mit einem Fehler den dritten Platz hinter dem französischen Meister Emilien Jacquelin und Quentin Fillon Maillet.
Im Verfolgungsrennen musste sich Doll, der bei jedem Schießen eine Scheibe stehen ließ, nach einem Stockbruch im Zielsprint Emilien Jacquelin und Emilien Claude geschlagen geben.
Mit seiner aktuellen Schießleistung sei er dennoch zufrieden, wie er danach auf Instagram schreibt.
Am 25. November startet die neue Biathlon-Saison im schwedischen Östersund. Benedikt Doll ist neben Roman Rees bereits für den Auftakt gesetzt.
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