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Canmore: Benedikt Doll reißt riesige Lücke ins deutsche Team - DSV verabschiedet sein Charakter-Monster
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Publiziert 18/03/2024 um 07:58 GMT+1 Uhr
Benedikt Doll tritt als letzter aktiver deutscher Weltmeister ab. Das Karriereende von "El Capitano" reißt eine große Lücke. Nach Platz 27 im Massenstart beim Weltcup im kanadischen Canmore wurde Dolls Bedeutung für den deutschen Biathlon-Sport noch einmal deutlich. Der Abschieds des Führungs-Biathleten und Charakter-Monsters trifft den DSV hart - kann aber auch eine Chance sein.
Konfettiregen zum Karriereende: Doll emotional verabschiedet
Quelle: Eurosport
Nach der kühlen Champagner-Dusche nahm Benedikt Doll erstmal selbst einen kräftigen Schluck aus der Flasche, es folgte im kanadischen Frühling ein emotionaler Umarmungs-Marathon.
Teamkollegen und Konkurrenten standen brav Schlange, zollten dem deutschen "Capitano" Respekt für eine große Karriere. "Tut gut zu sehen, dass man so einen Stellenwert hatte und nicht nur einer von vielen war, sondern ein Besonderer", sagte der 33-Jährige im "ZDF".
Er schaue nach seinem enttäuschenden Abschluss im 323. Weltcuprennen mit Rang 27 "gerne auf die Erfolge zurück und nicht auf die Rennen, die nicht so gut liefen", führte er aus.
Seine Kollegen verneigten sich bei zweistelligen Plusgraden. "Für einen Anführer braucht es mehr, als nur ein guter Sportler zu sein. In erster Linie Charakter und in dem Sinne ist Benni ein Monster", betonte Sportdirektor Felix Bitterling: "Er ist ein großartiger Mensch."
Doll-Abschied kann auch eine Chance sein
Neue Generationen sollten sich den Schwarzwälder "zum Vorbild" nehmen. Doll war im Sommer 2022 Vater eines Sohnes geworden, bereits 2012 hatte er im Weltcup debütiert.
Der Hobbykoch gewann sechs Weltcuprennen, stand insgesamt 21-mal auf dem Podest. Höhepunkte waren neben dem WM-Titel 2017 die Olympia-Bronzemedaillen von Pyeongchang in Verfolgung und Staffel. Insgesamt holte er bei Großereignissen acht Medaillen, die letzte im Februar bei der WM von Nove Mesto mit Bronze im Einzel.
"Es geht der absolute Führungsbiathlet von Bord", sagte Lauftrainer Jens Filbrich. Klar ist, dass künftig ein Podestgarant im deutschen Team fehlen wird. Simon Schempp, Erik Lesser, Arnd Peiffer, Denise Herrmann-Wick und nun eben Doll - quasi im Jahrestakt brachen zuletzt die Siegläufer weg.
"Es ist schwierig, wenn so eine Führungsfigur geht", sagte "ZDF"-Expertin Laura Dahlmeier: "Aber es kann auch eine Chance sein, wenn das Team enger zusammenrückt. Es ist wichtig, das als Chance zu sehen und Benni nicht zu viel nachzutrauern."
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Benedikt Doll
Fotocredit: Getty Images
Doll rückt Familie in den Fokus
Gerade bei den Frauen gibt es viele hoffnungsvolle Nachwuchsläuferinnen, bei den Männern fehlt den Etablierten noch die Konstanz von Doll. Der sucht erstmal Abstand vom Biathlon.
Maximal eine wenig zeitaufwendige Nebentätigkeit als Experte könnte es werden, eine Trainerkarriere schloss er aus. Stattdessen wird er in Offenburg ein Studium über nachhaltige Energiesysteme anfangen - und ganz viel für die Familie da sein.
"Ich bin nicht am Trauern, dass die Biathlon-Zeit vorbei ist", so Doll.
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(SID)
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