Biathlon-Bundestrainer Tobias Reiter zieht gemischte Bilanz nach siegloser Saison: "Ich bin nicht so unzufrieden"
VonNiklas Bien
Publiziert 27/03/2026 um 14:51 GMT+1 Uhr
Die Saison der deutschen Biathlon-Männer ist nicht ideal verlaufen – daran gibt es in der öffentlichen Wahrnehmung spätestens seit der mauen Ausbeute bei den Olympischen Spielen keine Zweifel. Bundestrainer Tobias Reiter sieht die Situation der DSV-Biahtleten aber gar nicht so negativ. "Ich bin nicht so unzufrieden, obwohl wir, was Medaillen anbetrifft, nicht so erfolgreich waren", sagte Reiter.
Highlights: Frankreich gewinnt packenden Vierkampf in Ruhpolding
Quelle: Eurosport
An den Top-Biathleten – gerade aus Frankreich und Norwegen – war in diesem Winter kein Vorbeikommen. Der DSV sammelte in der gesamten Saison keinen einzigen Weltcupsieg ein.
Lichtblick Philipp Nawrath beendete das Biathlon-Jahr immerhin auf dem neunten Platz des Gesamtweltcups, nachdem er im Saisonfinale in Oslo auf den zweiten Platz gelaufen war.
"Was uns fehlt, ist dieser eine Top-Athlet, der alles zudeckt. Man merkt es bei den anderen Nationen. Zum Beispiel bei Italien, da ist ein Tommaso Giacomel, der vorne reinläuft, aber der nächste ist hinter Platz 20. Das interessiert keinen", betonte Reiter im Gespräch mit "heimatsport.de"
Für die Zukunft gehe es aus Sicht des 40-Jährigen darum, "dass wir in den nächsten Jahren einen rausentwickeln, der diese Stellung einnimmt"
Reiter zieht ordentliche Bilanz
Aber: "Zaubern kann man nicht, vor allem nicht im Ausdauersport", konstatierte Reiter, der den Job als Bundestrainer der Männer zusammen mit Jens Filbrich erst im vergangenen Jahr angetreten hatte.
Gleichzeitig zog der 40-Jährige eine deutlich positivere Bilanz, als es auf den ersten Blick zu erwarten wäre.
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Tobias Reiter zog eine gemischte Saisonbilanz
Fotocredit: Getty Images
"Wenn wir auf unsere acht Top-Athleten blicken, ist festzustellen, dass sich jeder in Teilbereichen verbessert hat. Wir haben mehr Podestplatzierungen als im Vorjahr, und wir haben in der Nationenwertung mehr Punkte erreicht", betonte Reiter.
Gerade der dritte Platz in der Staffel in Ruhpolding sei ein Highlight gewesen. In Oberhof hatte die DSV-Auswahl das Podest eine Woche zuvor knapp verpasst.
Unterstützung aus der Wissenschaft
"Wir sind in Oberhof mit den fünf besten Staffeln auf die Schlussrunde gegangen, belohnt haben wir uns dann in Ruhpolding", resümierte Ritter.
Eben jene Belohnung gab es auf der großen Olympia-Bühne nicht. Der vierte Platz in der Staffel sei für den Bundestrainer die größte Enttäuschung der Saison gewesen.
"Es waren am Schießstand einfach zu viele Fehler dabei. Jeder wollte es ganz besonders machen, und dann geht es meistens in die Hose. Im Nachhinein muss man aber auch feststellen, dass wir es auch nicht geschafft hätten, wenn wir unsere Hausaufgaben gemacht hätten", sagte Ritter mit Blick auf die starke Konkurrenz aus Norwegen, Frankreich und Schweden.
Reiter hat seit seinem Amtsantritt als Bundestrainer einige Veränderungen angeschoben. Die jungen Biathleten auf den Stützpunkten waren noch mehr ins Tagesgeschäft eingebunden, im Training arbeitet die DSV-Auswahl eng mit Wissenschaftlern zusammen.
So geht es für Reiter weiter
"Sie sind schon im Trainingslager dabei, auch punktuell an den Stützpunkten. Natürlich sind sie auch ganz wichtig bei den Analysen. Da bekommen wir exakte Auswertungen und können reagieren", erklärte Reiter.
Gerade am Sprint habe man viel gearbeitet, so der 40-Jährige: "Da hatten wir auch unsere besten Platzierungen. In Oberhof waren zum Beispiel vier unter den Top 16 – das hat es zuletzt vor acht Jahren gegeben."
Während die beiden Frauen-Bundestrainer Kristian Mehringer und Sverre Olsbu Röiseland ihre Arbeit in der kommenden Saison nicht fortsetzen werden, denkt Reiter nicht an eine Trennung.
"Die Tendenz ist, dass es für mich weitergeht. Aber Veränderungen sind ja zunächst nichts Negatives", sagte der ehemalige Biathlet.
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