Biathlon-WM 2024: Fehlstart für Deutschland - Wut, Tränen und "Redebedarf" statt Medaillenflut in Nove Mesto
Statt Medaillen zu holen, schaut das deutsche Biathlon-Team bei der WM 2024 in Nove Mesto in der ersten Woche in die Röhre. Mit Plätzen jenseits der Top fünf bleiben die DSV-Athleten auch in den Verfolgungswettkämpfen am Sonntag klar hinter den Erwartungen zurück. Der Frust im deutschen Langer ist bereits jetzt schon groß - insbesondere in punkto Material herrscht akuter "Redebedarf".
Voigt bitter enttäuscht: "Ich habe Tränen in den Augen"
Quelle: Eurosport
Nach einem historischen Fehlstart brachen bei Vanessa Voigt alle Dämme.
Sie sei "niedergeschlagen auf dem Boden der Tatsachen" gelandet, sagte die 26-Jährige nach Platz 15 in der WM-Verfolgung der Damen fassungslos und weinte bitterlich: "Da reißt man sich das ganze Jahr den Arsch auf, und dann so was. Das ist definitiv nicht das, was ich mir vorgenommen hatte."
Es sei schwer zu akzeptieren - "ich arbeite das ganze Jahr ganz hart und beim Höhepunkt funktioniert einfach gar nichts".
Vor allem wegen der Materialprobleme bestehe "Redebedarf".
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Mit Haaland-Jubel! Bö gewinnt Verfolger vor vier Landsmännern
Quelle: Eurosport
Nachdem das erfolgsverwöhnte deutsche Biathlon-Team in Nove Mesto erst zum dritten Mal in diesem Jahrtausend nach der ersten WM-Woche eine Nullrunde hingelegt hatte, herrschte bei Franziska Preuß, Benedikt Doll und Co. Wut, Frust und Ratlosigkeit.
Biathlon-WM: Preuß erneut Sechste
Vor allem läuferisch gab es für die DSV-Stars gegen die überragenden Französinnen und die dominanten Norweger um Superstar Johannes Thingnes Bö, der sein 18. (!) WM-Gold gewann, in den ersten fünf Rennen nichts zu holen - auch nicht für Preuß im Verfolger am Sonntag über 10 km.
"Ich glaube schon, dass ich ein gutes Rennen gemacht habe auch mit nur einem Schießfehler am Stand. Trotzdem habe ich mir irgendwie erhofft, dass ich mich noch weiter nach vorne arbeiten kann", sagte die 29-Jährige, die nach ihrem erneuten sechsten Platz immerhin an der Siegerehrung teilnehmen durfte.
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Preuß im Eurosport-Interview: "Irgendwie ein komisches Gefühl"
Quelle: Eurosport
Wie im Sprint musste Preuß beim erneuten Triumph von Julia Simon, die vor der Italienerin Lisa Vittozzi und ihrer Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet bereits ihr drittes Gold holte, aber zusehen, wie sich andere Athletinnen die Medaillen umhängten.
Rösch moniert: "Es kommt zu wenig raus"
"Das ist ernüchternd", meinte Eurosport-Experte Michael Rösch mit Blick auf beide Verfolgungsrennen am Sonntag: "Für den Aufwand, der betrieben wird, kommt am Ende zu wenig raus. Auf dem Podium wird vor allem Französisch und Norwegisch gesprochen."
"Deswegen ist es irgendwie ein blödes Gefühl", sagte sie: "Ich bin schon enttäuscht, weil ich ein gutes Rennen gemacht habe und ab dem ersten Meter Vollgas gegeben habe. Trotzdem mache ich keine Platzierung gut."
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Highlights Verfolgung: Simon stürmt zum Gold-Hattrick
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Eine realistische Chance auf das erhoffte Podium besaß die Bayerin im Verfolger nie. 35 Sekunden fehlten zu Bronze. Auf der Strecke verlor sie zu den Besten über eine Minute, bei Voigt auf Rang 18 waren es gar knapp zwei.
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Doll: "In manchen Bereichen problematisch"
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Letztlich schoss Preuß den einen Fehler zu viel. Mit nur einem und ihrer läuferischen Qualität wäre sie "mit guten Ski vorne hingelaufen", mutmaßte Sportdirektor Felix Bitterling.
Biathlon-WM: DSV-Material wird zum Ärgernis
Das Skimaterial im schmutzigen und weichen tschechischen Schnee bleibt das große deutsche Problem. "Wir müssen extrem arbeiten, während die anderen fast fliegen", monierte Bitterling am Sonntag: "Die Ski waren wieder nicht so grandios. Da brauchen wir nicht drumrum reden."
Am liebsten würde sie "gerne nach Östersund fliegen und dort die zweite Woche austragen, aber wir können es uns nicht aussuchen", sagte Voigt sarkastisch.
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"Nicht von dieser Welt!" Simon glänzt mit Schnellfeuereinlage
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Auch die Männer waren im Verfolger über 12,75 km - die Strecke war wegen Wind und Regen angepasst worden - nach dem Sprint-Debakel chancenlos. Johannes Kühn landete beim historischen norwegischen Fünffach-Triumph nach vier Schießfehlern mit über drei Minuten Rückstand als bester Deutscher nur auf dem ernüchternden 15. Rang.
"Das ist eine WM - da ist es egal, ob ich Zwölfter oder 15. werde. Das Rennen war gestern schon erledigt", meinte Kühn bei Eurosport genervt.
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Highlights Verfolgung: Bö hat sogar Zeit für den Haaland-Jubel
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Horn: "Das kotzt mich ziemlich an"
Nach dem schlechtesten Saisonergebnis im Sprint hatte bereits am Samstag miese Stimmung geherrscht. "Die Laufzeit ist mit Abstand das Schlechteste, was ich in diesem Winter angeboten haben. Das kotzt mich ziemlich an", schimpfte Philipp Horn, am Sonntag 17., stellvertretend.
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Kühn: "Das ist eine WM - da ist es egal, ob ..."
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So schlecht war das DSV-Team nur 2021 und 2013 in eine WM gestartet. Auch da gab es in den ersten Rennen keine Medaillen. "Wir haben noch eine Woche vor uns. Aufgeben tun wir auf alle Fälle nicht, wir bleiben dran", sagte Frauen-Trainer Kristian Mehringer kämpferisch.
Nach einem Ruhetag geht es am Dienstag (17:10 Uhr im Liveticker) bei den Frauen mit dem Einzel über 15 km weiter. Zur Erinnerung: 2013 und 2021 hatte es im zweiten WM-Abschnitt noch jeweils zwei Medaillen gegeben.
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(mit SID)
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