Biathlon-WM - Denise Herrmann-Wick sieht Anlass zur Sorge: "In Deutschland ist die Dichte bei den Frauen nicht so groß"

Die deutschen Biathletinnen um Franziska Preuß haben in diesem Winter bereits einige Glanzvorstellungen in Einzel- sowie Teamwettbewerben in die Loipe gezaubert, Olympiasiegerin Denise Herrmann-Wick sieht jedoch trotzdem Anlass zur Sorge. "Insgesamt ist in Deutschland die Dichte bei den Frauen nicht so groß", sagte die heutige TV-Expertin im Gespräch mit der "Rheinischen Post Düsseldorf".

Denise Herrmann-Wick schlägt Alarm

Fotocredit: Getty Images

Dass nur drei der WM-Starterinnen es in der laufenden Saison unter die Top 15 geschafft haben, sei "etwas bedenklich". Während früher "manchmal selbst welche, die unter die Top sechs gelaufen sind" laut Herrmann-Wick keinen Startplatz bei einem Großereignis erhalten hatten, suche der Verband nun "händeringend nach dieser vierten und fünften Person".
Stattdessen täuschen die Leistungen von Selina Grotian und Preuß über die aktuelle Situation hinweg - aufgrund ihrer Erfolge "sieht es natürlich trotzdem schön aus", so Herrmann-Wick.
Allerdings werde letztere "auch nicht mehr ewig im Weltcup" mitmachen. Deswegen fordert die ehemalige Spitzen-Biathletin vom DSV: "Dranbleiben, weiterkämpfen und eine konstante Basis hinter den Besten aufbauen".

"Staffelmedaille ist schon drin"

Das Potenzial sei zwar da, die jungen Athletinnen "müssen es dann aber auch erst mal zur Weltklasse schaffen".
Problematisch "bei vielen Jungen" sei derzeit die Laufleistung, erklärte die Olympiasiegerin von Peking und führte aus: "Das liegt auch daran, dass genau in diesem Alter, in dem man jetzt den Sprung nach vorne schaffen müsste, die Decke der Talente in Deutschland dünn ist."
Bei den Männern gebe es dagegen "genau die Generation, die jetzt bei den Frauen fehlt". Laut Herrmann-Wick sind dies die "Athleten, die Mitte, Ende 20 sind, die schon Erfahrung haben, die sie jetzt bei so einem Großereignis anwenden können". Bei der WM glaubt sie daran, dass die deutschen Männer in der Lage sind, "das Ruder wirklich rumzureißen".
Trotz der Schwächen bei den Frauen, sieht sie die DSV-Damen in der Staffel aber nicht chancenlos: "Sie haben jetzt heuer im Weltcup zwei Staffeln gewonnen, das auch relativ souverän."

Herrmann-Wick warnt Bö: "Kein Selbstläufer"

Zwar hätten bei den Siegen "auch einige Favoriten geschwächelt", womit man nicht rechnen könne. "Aber ich denke, eine Staffelmedaille ist schon drin", schloss die Weltmeisterin von 2023.
Männer-Dominator Johannes Thingnes Bö, der nach der Saison seine Karriere beendet, wünscht Herrmann-Wick eine erfolgreiche letzte Weltmeisterschaft. "Er ist vielleicht der beste Biathlet aller Zeiten" schwärmte die 36-Jährige, warnte jedoch: "Das ist alles kein Selbstläufer. Die Franzosen sind richtig heiß."
(mit SID)
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Quelle: Eurosport


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