Biathlon-WM 2025 - Michael Rösch beurteilt Fauxpas von Franziska Preuß im Einzel als "menschlich und verständlich"

Michael Rösch hätte Franziska Preuß bei der Biathlon-WM 2025 in Lenzerheide im Damen-Einzel gerne zu einer weiteren Goldmedaille geschrien - doch leider blieben beim letzten Stehendschießen zwei Scheiben stehen. Dass die 30 Jahre alte Verfolgungsweltmeisterin dort den Fokus verlor, findet der Eurosport-Experte aber "menschlich und verständlich". Auch wenn ein Fauxpas vermeidbar gewesen wäre.

Rösch nach Damen-Einzel: "Biathlon ist so brutal"

Quelle: Eurosport

Lange sah es so aus, als könne Franziska Preuß im Einzel auch um die Goldmedaille mitlaufen - dann blieben jedoch die Scheiben 18 und 20 im letzten Stehendschießen stehen. Vorbei war die Medaillenchance, Preuß wurde letztlich Zehnte (0+0+0+2/+ 1:53,3 Minuten).
Für Eurosport-Experte Michael Rösch kein Beinbruch - eher ein Sinnbild des Sports. "Da sieht man es mal wieder: Entweder Weltmeister oder Bademeister, es ist im Biathlon so brutal", sagte der Staffel-Olympiasieger von 2006 im Gespräch mit Eurosport.de: "Sie hat beim letzten Schießen ein-, zweimal den Fokus verloren - was aber auch absolut menschlich und verständlich ist. Da war die Medaille weg."
Preuß' Fehler seien "echt bitter, mit null hätte sie echt wieder eine Goldene um den Hals hängen gehabt. Es ist ärgerlich, aber sie fällt ja weich - einen ganzen Medaillensatz hat sie schon."
Insgesamt habe sich Preuß nach Bronze in der Mixed-Staffel, Silber im Sprint und Gold in der Verfolgung erstaunlich aufgeräumt präsentiert - und soll sich das am besten auch beibehalten. Der Trubel sei als Weltmeisterin zwar größer, "aber ich habe aus erster Hand erfahren, dass sie wirklich tiefenentspannt und relaxt ist", sagt Rösch.
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Simon trotz Fehler mit Gold im Einzel - Preuß schießt sich raus

Quelle: Eurosport

Preuß soll sich nicht "aus der Ruhe bringen lassen"

Deshalb: "Sie sollte sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Sie weiß, woran es gelegen hat - und sie hat auf der letzten Runde auch schon ein bisschen Gas rausgenommen. Sie hat so viele Podien diese Saison erreicht und ist mental so stark, dass sie das in positive Energie umsetzen kann und auch für die letzten Rennen parat ist."
Das "Warum" war nämlich schnell klar: Preuß hatte auf der Runde vor dem letzten Schießen von einem DSV-Betreuer zu viele Informationen erhalten, was sie aus dem Konzept brachte. "Mir ist einfach lieber, ich weiß gar nicht, wo ich liege im Rennen, damit ich ganz neutral meinen Plan umsetzen kann", berichtete sie hinterher im "ZDF".
Es sei "nicht optimal" gewesen, was sie an Informationen erhalten habe, "obwohl es eigentlich anders abgemacht war". Letztlich sei es jedoch egal und im Grunde "meine eigene Schuld".
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Preuß erklärt folgenreiche Fehlschüsse: "Konzentration verloren"

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Rösch: "Dann fängt man an zu denken ..."

Aussagen, die Rösch gut verstehen kann. "Es gibt auch andere Athleten, die wollen zugeballert werden von A bis Z", meint der 41-Jährige. Preuß jedoch lege sich "immer eine Strategie zurecht. Ich kenne das aus eigener Erfahrung: Ich wollte nie eine Zwischenzeit haben, sondern mich wirklich auf mein Rennen konzentrieren. Und dann kriegst du eine Information, die kann tatsächlich das ganze Konzept ins Wanken bringen."
So komme man schnell aus der eigenen Komfortzone raus "und dann fängt man an zu denken: Was wäre wenn? Ich kann das absolut nachvollziehen, dass sie sich diesen Betreuer nochmal zur Brust nehmen will. Dafür gibt es vor dem Rennen klare Absprachen", so Rösch.
Die anderen deutschen Starterinnen hatten noch weniger mit den Medaillen zu tun. Selina Grotian (46./+ 5:21 Minuten) patzte gleich fünfmal am Schießstand, Julia Tannheimer (33./+ 4:17) ging es mit vier Fehlern nur geringfügig besser. Die nachgerückte Europameisterin Johanna Puff (22./+ 3:14) schoss zwar fehlerfrei, war dafür aber in der Loipe chancenlos.
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Zwei Fehler im letzten Schießen: Preuß versagen auf Gold-Kurs die Nerven

Quelle: Eurosport

Puff "hat das Beste draus gemacht" - Simon siegt verdient

"Johanna Puff war eigentlich gut vorbereitet, aber sie war nach Kontiolahti krank, lag zuhause mit Fieber. Da fehlen ihr zwei, fast drei Wochen im Training und es ist verdammt schwer, noch einmal Form aufzubauen", weiß Rösch. Dazu komme in Lenzerheide die Höhe von 1400 Metern, "was unheimlich schwer ist. Außerdem ist die Strecke sehr fordernd. Das muss man ihr einfach nachsehen, dass das Läuferische nicht so funktioniert hat. Aber am Schießstand war das der Wahnsinn und ein super Rennen. Sie hat das Beste draus gemacht."
Der WM-Titel ging so an die Französin Julia Simon, die mit einem Fehler durchkam (0+0+0+1) und vor der Schwedin Ella Halvarsson (0+0+0+0/+ 37,8 Sekunden) und ihrer Landsfrau Lou Jeanmonnot (1+0+0+0/+ 39,2) siegte.
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"Zwiegespalten": Puff ordnet ihr WM-Debüt ein

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"Das ist ihr erster Sieg im Einzel. Es hat alles zusammengepasst", meint Rösch und zieht den Hut vor Simon: "Sie hat das Rennen von Anfang an bestimmt, läuferisch unheimlich stark und sie hat es heute am Schießstand geregelt - sie ist eine verdiente Weltmeisterin, auch wenn sich vielleicht nicht alle so für sie gefreut haben."
Rösch spielt damit auf die Kreditkartenaffäre um Simon aus der vergangenen Saison an. "Vielleicht schwingt da noch ein bisschen was mit. Trotzdem ist sie für mich eine absolut verdiente Weltmeisterin", so der Eurosport-Experte.
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"Scheiße": Enttäuschte Grotian lacht Schieß-Debakel weg

Quelle: Eurosport


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