Brisantes Duell nach Betrugsvorwürfen: Julia Simon und Justine Braisaz-Bouchet treffen in Annecy aufeinander

Beim Martin Fourcade Nordic Festival kommt es am Samstag zu einem brisanten Aufeinandertreffen. In Annecy treffen beim hochdekorierten Biathlon-Event Julia Simon und Justine Braisaz-Bouchet aufeinander. Anfang Juli war bekannt geworden, dass Braisaz-Bouchet ihre Teamkollegin angezeigt hatte, da die Gesamtweltcupsiegerin mit ihren Kreditkarten im Internet mehrere Einkäufe getätigt haben soll.

Julia Simon.

Fotocredit: Getty Images

Simon hatte erst in der vergangenen Woche auf die Vorwürfe reagiert und sich als "Opfer" in dem Drama bezeichnet. "Ich weise die Anschuldigungen absolut zurück, deshalb muss ich meine Version der Ereignisse darlegen", sagte sie gegenüber der französischen Sportzeitung "L'Équipe" und zeigte sich unzufrieden mit der Darstellung in den Medien.
"Zu keinem Zeitpunkt wurde berichtet, dass ich es womöglich gar nicht war, die es getan hat", klagte Simon. Daher brach sie nun ihr wochenlanges Schweigen über die Geschehnisse. Simon gestand zwar, "dass mit der Kreditkarte Käufe in meinem Namen getätigt wurden", behauptete aber, dass ihre Identität missbraucht worden sei.
"Mein Name wurde ohne mein Wissen verwendet", sagte Simon, die daher ihrerseits vor vier Wochen "Anzeige wegen Identitätsdiebstahls erstattet" hatte.
Der brisante Fall versetzte die Biathlon-Welt in den zurückliegenden Wochen in Aufruhr. Erste Vorwürfe gegen Simon stammen bereits aus dem vergangenen Sommer. Demnach waren intern schon Ende September 2022 Anschuldigungen gegen die 26-Jährige erhoben worden, sie habe mit der Kreditkarte ihrer Teamkollegin im Internet eingekauft.
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Julia Simon

Fotocredit: Getty Images

Rund 1600 Euro sollen von den Karten Braisaz-Bouchets abgebucht worden sein. "Wenn ich keine Beweise gefunden hätte, hätte ich nichts unternommen", hatte sie gegenüber dem norwegischen Sender "TV2" erklärt, als der französische Verband die Ermittlungen Anfang Juli bestätigte.

Simon erhält Kritik aus der Biathlon-Welt

Von den Kolleginnen und Kollegen aus der Biathlon-Szene hagelte es daraufhin Kritik an Simon. Gegenüber "Sport.de" sagte die Französin Lou Jeanmonnot, Simon habe viele schlechte Entscheidungen getroffen, "anstatt die Hand zu nehmen, die wir ihr gereicht haben". So habe Braisaz-Bouchet den Fall mit ihrer Landsfrau persönlich klären wollen. "Aber das hat nicht funktioniert", sagte die Olympiaisgerin im Massenstart von 2022.
Der Schwede Sebastian Samuelsson habe es "nicht glauben können", wie er dem "Aftonbladet" gegenüber berichtete. Aus "Angst vor Reaktionen" schützte sich Simon, indem sie ihre sozialen Medienkanäle zeitweise abstellte.
Infolge der Enthüllungen hatte die Gesamtweltcupsiegerin die ersten drei Trainingslager der französischen Mannschaft verpasst. Nach wie vor bereitet sich Simon in Absprache mit ihren Trainern in der Nähe ihrer Heimat in Les Saisies individuell auf die Saison vor, wie Trainer Cyril Burdet Mitte August bestätigte.

Simon trifft auf Braisaz-Bouchet

Vor zwei Wochen war die Dominatorin des zurückliegenden Biathlon-Weltcups dann erstmals auf die Wettkampfbühne zurückgekehrt und hatte in Maurienne Vanois einen Schießwettbewerb gegen namhafte Konkurrentinnen wie die Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold gewonnen.
Am Samstag (16:10 Uhr live im TV bei Eurosport 2 und beidiscovery+) tritt Simon nun beim von Martin Fourcade ins Leben gerufenen Biathlon-Festival an – und läuft neben Dorothea Wierer, Lisa Vittozzi und Vanessa Voigt in einem Massenstart-Rennen auch gegen Braisaz-Bouchet, wie die Veranstalter am Dienstag erklärten.
In einem "Krieg" mit ihrer Landsfrau sehe sie sich nicht, wenngleich sie die Situation als traurig beschrieb. "Ich hoffe, dass sie unsere jeweiligen Karrieren nicht beeinträchtigt", so Simon gegenüber der "L'Equipe".

Simon fühlt "soziale Ausgrenzung"

Simon räumte ein, die Geschehnisse am Anfang unterschätzt zu haben. "Mein großer Fehler war, dass ich es auf die leichte Schulter genommen und die Situation nicht verstanden habe. Mir war nicht klar, wie relevant diese Geschichte werden könnte. Ich hätte mir sofort Leute wie zum Beispiel einen Anwalt nehmen sollen."
Die Rückkehr ins Mannschaftstraining werde für sie kein leichter Gang, nachdem sie zuletzt eine soziale Ausgrenzung spürte. "Ich weiß, dass es für den Verband und für die Mädchen nicht einfach ist. Aber ich habe das Gefühl, dass sie das Vertrauen in mich verloren haben und sauer auf mich sind", erklärte Simon.
Umso interessanter dürfte das Aufeinandertreffen mit Braisaz-Bouchet am Samstag werden.
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