Biathlon - Weltcup in Canmore: Benedikt Doll beendet Karriere - "Capitano" feiert Abschied ohne Reue in Kanada

Als letzter aktiver deutscher Weltmeister tritt Benedikt Doll am Wochenende von der Biathlon-Bühne ab. Wehmut verspürt der Familienvater nicht - im Gegenteil. Er könne weitermachen, aber ihm fehle schlichtweg die Motivation dazu, betonte der 33-Jährige vor dem letzten Weltcup seiner dekorierten Karriere im kanadischen Canmore. Der Routinier schloss zudem ein Trainer-Laufbahn aus.

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Quelle: Eurosport

Seine Abschiedstournee läutete Benedikt Doll pflichtbewusst mit einer alten Tradition ein. Ein letztes Mal organisierte der "Capitano" für die deutsche Biathlon-Mannschaft "Kaffee und Kuchen", bevor er sich in die Vorbereitung auf seine finalen Rennen begab.
Als letzter aktiver deutscher Weltmeister tritt Doll an diesem Wochenende in Canmore von der Biathlon-Bühne ab, wehmütig wird er nach 12 Jahren im Weltcup aber nicht.
"Aktuell ist es gar nicht viel anders als sonst", sagte Doll vor den drei Rennen in der kanadischen Provinz Alberta. "Vielleicht" werde es am Sonntag, wenn der 33-Jährige im Massenstart ein letztes Mal über die Ziellinie läuft, "nochmal was anderes".
Grundsätzlich aber ist Doll "mit meiner Entscheidung ziemlich im Reinen". Gedanken an einen Rücktritt vom Rücktritt, das machte Doll schon in der vergangenen Wochen klar, gebe es nicht.

Doll: "Könnte ja weitermachen..."

Auch wenn sich das der ein oder andere im Deutschen Skiverband (DSV) gewünscht hätte. Mit Doll bricht nach Simon Schempp, Arnd Peiffer und Erik Lesser das letzte Puzzlestück der Erfolgs-Ära des vergangenen Jahrzehnts weg, im Team klafft eine kaum zu füllende Lücke.
Jemanden wie Doll, "der permanent ums Podest kämpfen kann", sagte Lesser kürzlich in einer "ARD"-Dokumentation, "muss man erstmal wieder finden". Für Peiffer ist Dolls Rücktritt ein "Einschnitt und ein großer Verlust".
Doch eben auch einer, der für den Protagonisten zunehmend alternativlos erschien. "Ich trauere nicht dem Sport hinterher und frage mich, warum ich nicht länger mache", sagte der Sprint-Weltmeister von 2017: "Ich könnte ja weitermachen, wenn meine Motivation noch da wäre."
Die aber war Doll in den vergangenen Jahren immer mehr abhanden gekommen, spätestens mit der Geburt seines Sohnes im Sommer 2022 änderten sich die Prioritäten.

Voller Fokus auf die Familie

Zum Abschluss in Canmore stehen am Wochenende nochmal ein Sprint (Freitag, 17:40 Uhr MEZ) sowie die anschließende Verfolgung (Samstag, 22:10 Uhr) und ein Massenstart (Sonntag, 22:20 Uhr, jeweils live bei Eurosport und discovery+) auf dem Programm.
Und dann? Am Mittwoch habe er die gesamte Mannschaft "zum Essen eingeladen", verriet Doll. Für Sonntag habe er jedoch "nichts Spezielles geplant", nach dem letzten Saisonrennen fände traditionell eine Party aller Athleten statt: "Da werde ich mich einfach einklinken."
Danach gilt die volle Konzentration der Familie. Eine professionelle Karriere als Trainer schloss Doll bereits aus, er wolle "nicht wieder die ganze Zeit unterwegs sein".
Stattdessen will er in Offenburg ein Studium über nachhaltige Energiesysteme anfangen. "Das ist ein Traum und ein Wunsch von mir", sagte Doll mit Vorfreude. Von Wehmut war da (noch) keine Spur.
(SID)
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Quelle: Eurosport

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