Preuß spricht über deutsches Biathlon und ihr Karriereende: "Olympia und ich - wir werden einfach keine Freunde"
VonNiklas Bien
Update 03/03/2026 um 08:14 GMT+1 Uhr
Seit dem Ende der Olympischen Spiele ist Franziska Preuß offiziell Biathlon-Rentnerin. Mit dem Massenstart am 21. Februar endete die erfolgreiche Karriere der Deutschen. Am Sonntag hat sich die 31-Jährige nun ausführlich zu ihrem neuen Ex-Profi-Dasein, den harten Phasen ihrer Laufbahn und dem Status quo des deutschen Biathlons geäußert. Vor allem eine E-Mail sorgte bei Preuß für gute Laune.
Großer Abschied in Antholz: Ehrenrunde für Preuß und Wierer
Quelle: Eurosport
Das Leben als Profisportlerin birgt mitunter Pflichten, die der breiten Öffentlichkeit gar nicht so bewusst sind. Preuß ist diese Pflichten nun los - unter anderem die permanente Verfügbarkeit für Anti-Doping-Kontrollen.
"Das war die schönste E-Mail, in der man sich abmelden muss und jetzt nicht mehr jede Nacht angeben muss, wo man schläft. Das ist schon eine neue Freiheit", sagte Preuß im Interview bei "Blickpunkt Sport".
Nicht nur wegen der ständigen Verfügbarkeit stand die deutsche Top-Biathletin in den vergangenen Jahren unter enormem Druck. Sie habe "ziemlich einstecken" müssen, so die 31-Jährige.
Ihre "coole Karriere" krönte Preuß im vergangenen Jahr mit dem Titel im Gesamtweltcup. "Mental waren die letzten drei Wochen im letzten Jahr hart, weil ich wusste, ich darf mir keinen einzigen Fehler erlauben. Man musste da drei Wochen mental so streng zu sich sein, dass man den Glauben nicht verliert", erklärte Preuß, die 2013 im Weltcup debütierte.
Preuß zieht Olympia-Fazit
Der Endspurt der vergangenen Saison habe viel Energie gekostet, das habe sie in diesem Winter gespürt.
"Dieses Jahr war auch die mediale Erwartungshaltung ein bisschen höher und ich habe nicht den richtigen Umgang gefunden", konstatierte Preuß.
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Biathlon-Highlights: Preuß und Wierer feiern Abschied im Massenstart
Quelle: Eurosport
Der krönende Abschluss bei den Olympischen Spielen war ihr nicht vergönnt. Die Bronzemedaille in der Mixed-Staffel ist das einzige Edelmetall, das Preuß aus Antholz mitgenommen hat.
"Klar habe ich den Traum gehabt, mit einer Einzelmedaille heimzufahren. Das war den ganzen Sommer die Motivation. Aber Olympische Spiele und ich, wir werden einfach keine Freunde. Es war der Wurm drin", resümierte die zweimalige Weltmeisterin.
Preuß: Diese Biathletinnen könnten liefern
Mit dem Abschied der Top-Biathletin stellt sich logischerweise die Frage nach der Nachfolge. Die Ergebnisse des DSV-Teams bei Olympia sorgten intern wie extern für Kritik.
Es gebe "viele Stellschrauben", die es zu analysieren gelte, erkannte auch Preuß. Gleichzeitig sieht sie Lichtblicke.
"Wenn man sich die Ergebnislisten schwarz auf weiß anschaut, sind wir einfach ein Stück dahinter. Aber wir haben trotzdem richtig gute Talente im Team", sagte die 31-Jährige und nannte speziell Selina Grotian und Julia Tannheimer.
Preuß kann sich die Entwicklung nach intensiven Jahren nun ganz entspannt von außen anschauen.
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Quelle: Eurosport
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