Mitte Dezember ereilte Preuß beim Weltcup von Annecy-Le Grand Bornand der erste Rückschlag der Saison.
"Eine blöde Treppe ist mir zum Verhängnis geworden", erklärte die ehemalige Staffel-Weltmeisterin. Preuß knickte auf einer Treppe um, konnte aufgrund der Schmerzen nicht am Sprintrennen teilnehmen.
Im Januar infizierte sich die 28-Jährige schließlich auch mit dem Coronavirus und war damit in den entscheidenden Wochen vor den Olympischen Winterspielen außer Gefecht gesetzt.
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"Ich habe im Januar vier Wochen nicht auf Skiern gestanden und 17 Tage lang überhaupt nicht trainieren können. Vor Olympia hat jeder gewusst, wie bescheiden die Situation ist", beschrieb sie die damaligen schwierigen Umstände.

Fehlstart sorgt für Preuß-Frust

Bei ihrem ersten Olympia-Auftritt blieb Preuß schließlich hinter den Erwartungen zurück, belegte im Sprint einen enttäuschenden 30. Rang. Sie selbst ließ ihrem Frust daraufhin freien Lauf: "Mir macht es hier keinen Spaß. Ich weiß gar nicht mehr, was ich da noch machen soll. So sehe ich auch einfach keinen Sinn mehr weiterzumachen."
"Ich hatte einfach die Schnauze voll", blickte Preuß nun rund fünf Monate nach ihrem Aufenthalt in Peking zurück. Doch der Fehlstart hatte gleichzeitig auch eine befreiende Wirkung.
An der Seite von Vanessa Voigt, Vanessa Hinz und Denise Herrmann wuchs Preuß über sich hinaus und jubelte nach einem starken dritten Platz über ihr erstes Edelmetall bei Olympischen Spielen. "Es war schon ein besonderes Erlebnis, dort oben stehen zu können. Eine Olympiamedaille ist noch mal etwas anderes als eine WM-Medaille."

Preuß nimmt Olympia 2026 ins Visier

Hinsichtlich ihrer Zukunft im Biathlon habe der Bronze-Erfolg offenbar einiges bewegt. Während sie sich vor Peking noch sicher gewesen sei, dass sie zum letzten Mal in ihrer Karriere das olympische Flair aufsaugen würde, schließt sie nun eine Teilnahme an den Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo nicht mehr aus.
"Jetzt denke ich mir: Noch einmal Olympia mit guten Voraussetzungen, das wäre was", so Preuß. Bis zum Großereignis in Norditalien dauert es jedoch noch einige Jahre, aber "eventuell wird es was. Ich lehne es nicht kategorisch ab."
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