Deutsche Biathleten um Roman Rees mit glänzendem Saisonauftakt beim Weltcup in Kontiolahti

Roman Rees krönte die starke Frühform der deutschen Biathleten mit dem nächsten Einzel-Podest. Die Frauen verspielten hingegen im Verfolger ihre gute Ausgangslage. Trotz des nicht ganz gelungenen Endes blicken die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ein erfolgreiches Wochenende in Kontiolahti zurück. Vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit stimmt zuversichtlich.

Roman Rees

Fotocredit: Getty Images

Selbst von seinem leeren Tank ließ sich Roman Rees nicht stoppen. "Ich wurde nicht richtig warm und habe mich läuferisch leer gefühlt", sagte der derzeit beste deutsche Biathlet am Sonntagnachmittag - für die nächste Top-Platzierung reichte es in Kontiolahti trotzdem.
Auch ohne den nächsten Podestplatz untermauerten Rees und Co. in der Verfolgung ihre bemerkenswerte Frühform. Die deutschen Frauen um Olympiasiegerin Denise Herrmann-Wick müssen hingegen weiter auf ihr erstes Einzel-Treppchen des Winters warten.
Rees bestätigte seine beeindruckende Verfassung nach Rang drei im Sprint als Fünfter des Jagdrennens. "Auch wenn ich mich nicht topfit fühle, bin ich konkurrenzfähig", sagte er der ARD: "Das gilt auch für die ganze Mannschaft und zeigt, dass wir einiges richtig gemacht haben." Für ihn war es "ganz klar meine beste Woche ever".
Ähnlich ging es bei den Frauen Anna Weidel und Sophia Schneider, die im Sprint mit ihren persönlichen Bestleistungen als Fünfte und Achte die DSV-interne Norm für die Heim-WM in Oberhof (8. bis 19. Februar live bei Eurosport und discovery+) knackten. "Damit habe ich wirklich nicht gerechnet, es fühlt sich einfach richtig gut an", sagte Schneider am Samstag strahlend. Weidel war von sich selbst "brutal überrascht".

Herrmann-Wick wartet auf "die Null"

Dass sie sich im Verfolger, in dem Weidel 17. und Schneider 23. wurden, nicht weiter steigern konnte, war verschmerzbar. Vanessa Voigt verbesserte sich auf Rang Acht.
Weniger Anlass zur Freude hatte Herrmann-Wick, die wenig zu dem von Schneider erhofften "deutschen Zug" am Sonntag beitragen konnte. Im Sprint konnte sie mit Rang sechs noch gut leben, doch vier Schießfehler reichten tags darauf nur zum 16. Platz - zu wenig für die eigenen Ansprüche. "Die Null kommt irgendwann", hatte sie noch am Samstag trotzig angekündigt.
picture

Frust am Schießstand: Jacquelin schlägt auf sein Gewehr ein

Quelle: Eurosport

Rees schoss sie bereits: Nach einer fehlerfreien Vorstellung bestieg er am Samstag zum zweiten Mal in einem Weltcup-Einzelrennen das Podest. Zuvor war der 29-Jährige im Einzel hauchdünn von einem anderen aufstrebenden DSV-Skijäger vom Treppchen gestoßen worden: David Zobel, der auch im Sprint und im Verfolger als Neunter und Achter glänzte. Seinen eigenen "Flow" will Zobel nach Hochfilzen mitnehmen, wo es schon am Donnerstag weitergeht.

Starke Teamleistungen

Die Deutschen knüpften am Abschlusswochenende an ihre geschlossene Teamleistung an. Neben Rees und Zobel stach auch Justus Strelow heraus, der nach einer "harten Woche" am Sonntag mit Rang zwölf sein bestes Weltcup-Ergebnis erreichte. Ex-Weltmeister Benedikt Doll fehlen zwar noch die Spitzen-Platzierungen, auch er knackte aber als 11. und 12. bereits die WM-Norm.
Mit den Rängen drei und fünf im Gesamtweltcup nach Kontiolahti für Rees und Zobel hätten vor der Saison wohl selbst die kühnsten Optimisten nicht gerechnet. Die überragenden Norweger Johannes Thingnes Bö und Sturla Holm Laegreid bewegen sich derzeit in einer eigenen Liga, doch dahinter sind die Deutschen mittendrin im Kampf ums Treppchen.
(SID)
picture

Die letzten Meter: Bö sichert sich Verfolger-Sieg

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung