Vanessa Hinz biss im packenden Fünfkampf um den letzten Podestplatz auf der Schlussrunde die Zähne zusammen, torkelte völlig ausgepumpt über die Ziellinie - und doch blieb im Winterwunderland Oberhof die süße Belohnung aus: Die deutschen Biathleten haben bei der Olympia-Generalprobe in der Mixed Staffel das Podest ganz knapp verpasst. Im nicht-olympischen Single Mixed schnupperten Erik Lesser und Franziska Hildebrand lange gar am Sieg und fielen dann doch noch auf Platz sieben zurück.
Dem Mixed-Quartett Roman Rees, Benedikt Doll, Vanessa Voigt und Hinz fehlten nach großem Kampf auf der letzten Runde lediglich 9,4 Sekunden auf Rang drei. "Mit sechs Nachladern hat unser Schießen gepasst. Wir sind nicht weit weg vom Podium", sagte Hinz. Ihr sei schon vorher bewusst gewesen, dass sie auf der Schlussposition "brutal starke" Konkurrenz habe. Deshalb gehe sie auch mit Platz sechs "positiv aus dem Wettkampf".
Dabei konnte das Team des Deutschen Skiverbandes auf den 4x7,5 km lange auf das Ende einer Durststrecke hoffen, seit Januar 2020 stand keine Mixed Staffel mehr auf dem Podest. Rees hielt sich mit nur einem Nachlader sehr gut, übergab mit 16,4 Sekunden Rückstand als Dritter. "Ich bin richtig zufrieden", sagte der 28-Jährige: "Ich liefere am Schießstand das ab, was ich mir vorstelle. Dazu geht es läuferisch richtig gut."
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Doll musste dann wegen dreier Nachlader nach ganz vorne abreißen lassen, vergrößerte aber dennoch das Polster auf Rang vier deutlich. "Läuferisch habe ich mich richtig gut gefühlt. Am Berg konnte ich ein paar PS mehr geben, um Lücken zu schließen", sagte Doll: "Drei Nachlader sind zwei zu viel. Perfekt war das Rennen nicht."

Lesser und Hildebrand kämpfen lange um den Sieg

Das galt auch für Voigt, die sich liegend einen ihrer seltenen Fehler leistete und läuferisch auf der vom Neuschnee aus der Nacht gesäumten Loipe viel Zeit verlor. "Man hat gesehen, dass ich auf der Strecke noch ein paar Defizite habe, aber das war mir schon vor dem Rennen klar", sagte die thüringische Lokalmatadorin in der "ARD": "Deshalb bin ich insgesamt sehr zufrieden."
Hinz musste dann eben ohne Polster in jenen dramatischen Fünfkampf mit Frankreich, Schweden, Russland und Italien. Davon konnte sie beim Sieg der Norweger trotz nur eines Nachladers lediglich Italien hinter sich lassen. Im Single Mixed kämpften Lesser und Hildebrand bis zum letzten Wechsel mit Russland um den Sieg. Die 34-Jährige fiel dann auf dem letzten Teilstück bei stärker werdendem Wind mit fünf Nachladern weit zurück, dazu ging ihr auf der Schlussrunde die Kraft aus.
Am Sonntag finden zum Abschluss des Weltcups am Grenzadler die Verfolgungen statt. Bei den Männern (12:30 Uhr) gehen Johannes Kühn als Vierter und Rees als Fünfter auf aussichtsreichen Positionen in die 12,5 km. Bei den Frauen (14:45 Uhr bei Eurosport) hat einzig Voigt auf Startplatz zwölf eine ordentliche Ausgangsposition, Denise Herrmann muss als 26. auf den 10 km viel aufholen.
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