Olympia 2022: Michael Rösch spricht bei Hambüchen & Friends über den Olympiasieg und wachsenden Druck

In der fünften Folge von "Hambüchen & Friends – Der Olympia-Podcast" spricht Olympiasieger und Eurosport-Experte Michael Rösch über seinen Triumph in der Staffel in Turin 2006. Offen erklärt der heute 38-Jährige, wie das damalige "Supertalent Michael Rösch" an dem Erwartungsdruck zerbrach. "Es war einfach irgendwann zu viel", erklärt Rösch. Im Gespräch kritisiert er außerdem die Prämienvergabe.

Michael Rösch im Podcast bei Hambüchen & Friends

Fotocredit: Eurosport

2006 wurde Michael Rösch in Turin an der Seite von Michael Greis, Sven Fischer und Ricco Groß Olympiasieger in der Biathlon-Staffel.
Im Olympia-Podcast mit Fabian Hambüchen spricht der 38 Jahre alte Eurosport-Experte über den besonderen Tag und die steigende Erwartungshaltung nach dem Triumph bei den Winterspielen.
"Ich bin als Gesamtführender der Verfolgungsdisziplin zu den Olympischen Spielen gefahren und hatte mir die Hoffnung gemacht, in Sprint und Verfolgung zu starten. Ich musste aber im Einzel ran, obwohl ich zum Bundestrainer Frank Ulrich gesagt habe, dass ich kein gutes Gefühl habe."
"Ich bin dann ein richtig schlechtes Einzelrennen gelaufen und war für Sprint und Verfolgung raus. Trotzdem habe ich es geschafft, mich weiter zu motivieren", erklärt Rösch im Eurosport-Podcast.

Olympia-Podcast mit Michael Rösch

Dennoch nominierte Frank Ulrich ihn für das Quartett in der Staffel. "Als dann die Nachricht kam, dass ich in der Staffel laufen darf, war richtig Fasching und Alarm im Kopf. Am Tag der Staffel war ich dann unfassbar nervös. Ich habe irgendwann angefangen, staubzusaugen, um mich abzulenken. Ab Einfahrt in das Stadion kann ich mich an nichts mehr erinnern. Erst zur Siegerehrung kriege ich wieder Bilder vor den Kopf", beschreibt Rösch den Tag des Olympiasieges.
Am Montag krönte sich auch Denise Herrmann zur Olympiasiegerin im Einzel in Peking. Vor wenigen Tagen hatte Erik Lesser bemängelt, dass Skirennläufer, Biathleten und Skispringer im Gegensatz zu anderen Disziplinen keine Medaillenprämien von der Deutschen Sporthilfe erhalten.
Im Olympia-Podcast unterstützte Rösch nun die Kritik von Lesser. "Da gehe ich mit Erik mit. Was für ein Quatsch", schimpft Rösch im Gespräch mit Hambüchen. "Gerade, wenn Politiker kommen und sich mit Olympiasiegern brüsten – da muss das mehr passieren. Mit einem feuchten Händedruck belohnt zu werden, dass du dir dein Leben lang den Arsch aufgerissen hast, das ist fast schon beschämend", poltert der Olympiasieger.

Rösch über Erwartungsdruck

Der Eurosport-Experte spricht auch offen über die Folgen des Olympiasieges, die alles andere als ausschließlich schön waren. "Alle wollten was von mir. Ich war 22 Jahre", erklärt der zweimalige Weltcupsieger. "Da kamen große Sponsoren, der finanzielle Aspekte war ein anderer, die Herangehensweise hat sich von heute auf morgen komplett geändert", beschreibt Rösch.
Die wachsenden Erwartungen führten dazu, dass das "Supertalent Michael Rösch" am Druck zebrach, wie er im Podcast zugibt. "Ich war in einer ganz neuen Liga angekommen. Ich habe dann solide Leistungen gebracht, aber gemerkt: Der Druck wird größer. Und daran bin ich zerbrochen. Auch im privaten Bereich bin ich Dinge falsch angegangen, ein Haus zum falschen Zeitpunkt gebaut. Es war einfach irgendwann zu viel", so der ehemalige DSV-Athlet.
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