Olympia 2026 - Biathlon: Franziska Preuß prangert im Interview Psychoterror an: "Das ist mir keine Medaille wert"

Seite an Seite mit Dorothea Wierer hat Franziska Preuß nach dem Massenstart bei Olympiaihre Karriere in Antholz beendet. Sportlich boten die Winterspiele für Preuß nicht das erhoffte Happy End, aber die Gesamtweltcupsiegerin der vergangenen Saison hat ihren Frieden geschlossen. Im Eurosport-Interview richtete sie aber auch Kritik an Anfeindungen auf Social Media.

Nach "Psychoterror" von Antholz: Preuß froh, "dass es geschafft ist"

Quelle: Eurosport

"Dieser Psychoterror, den man da durchmacht und die Tatsache, dass dann jeder sagt 'schau ja nicht in Social Media, was über Dich geschrieben wird' - da denkt man sich: Ich bin doch eigentlich kein schlechter Mensch und hab‘ nichts Kriminelles gemacht", sagte Preuß im Interview nach ihrem letzten Rennen. "Da habe ich wirklich gedacht, es ist mir jetzt gar keine Medaille mehr wert. Deswegen passt’s jetzt genauso wie es ist."
Die ersehnte Einzelmedaille zum Abschied blieb aus. Preuß hatte bei ihren Auftritten große Probleme am Schießstand, vor allem beim letzten Schießen zeigte die Deutsche wiederholt Nerven - und wurde so zur Zielscheibe in den Sozialen Netzwerken.
Beim abschließenden Massenstart hatte Preuß mit der Entscheidung nichts mehr zu tun, geht aber mit sich im Reinen und versöhnlich aus den Spielen und ihrer Karriere: "Es war wirklich nochmal ein schöner Tag, der perfekte Abschluss. Ich bin wirklich glücklich, dass das Kapitel jetzt rum ist, dass es geschafft ist. Jetzt freue ich mich auf alles, was kommt."
Besonders versüßt wurde der Abschied für die Deutsche dadurch, dass sie ihn gemeinsam mit ihrer Freundin und langjährigen Konkurrentin Wierer feiern konnte. Gemeinsam drehten sie eine Ehrenrunde in Antholz.
"Das heute mit der Doro gemeinsam zu erleben, fand ich wahnsinnig cool, weil ich die Doro so gern mag und sie ein so cooler Charakter ist. Deswegen war das sehr speziell", sagte Preuß.

Weltmeisterin und Gesamtweltcupsiegerin 2025

Über 13 Jahre lang war die 31-Jährige Bestandteil des deutschen Weltcup-Teams und feierte große Erfolge - sowohl individuell als auch mit der Staffel.
Bei Weltmeisterschaften gewann Preuß insgesamt zwei Gold-, sechs Silber- und drei Bronzemedaillen. Der Höhepunkt ihrer Karriere war die Saison 2024/25, als sie den Gesamtweltcup knapp vor Lou Jeanmonnot für sich entscheiden konnte.
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Drama im letzten Akt: Jeanmonnot stürzt - Preuß holt Gesamtweltcup

Quelle: Eurosport

"Wir wussten eigentlich seit 2015, wie gut Franzi eigentlich ist, als sie bei der WM Gold und Silber gewann", zog Eurosport-Experte Michael Rösch Bilanz zu Preuß' Karriere. "Dann ging es bei ihr ein bisschen drunter und drüber, aber in dem Corona-Jahr 2021 ist sie gesund durchgekommen und wurde Dritte im Gesamtweltcup. Da hat man ihr Potenzial gesehen. Da war klar: Sie ist für größeres bestimmt. Und dann kam 2025 eben alles zusammen für sie."
Bei vier Teilnahmen bei Olympischen Spielen kam für Preuß nie alles zusammen. Zwei Bronzemedaillen gewann sie in ihrer olympischen Karriere, darunter in der Mixed-Staffel in Antholz.

Preuß: "Spätestens in Oslo einen gemeinsamen Drink"

Nun verabschiedet sie sich auf der großen Bühne in ihrer Art eher leise und ohne großes Brimborium. Das mag auch mit der insgesamt überschaubaren Ausbeute der deutschen Biathleten in Antholz zusammenhängen.
"Jeder hat gesehen, dass es jetzt nicht super toll gelaufen ist für uns die letzten Tage", sagte auch Sportdirektor Felix Bitterling, der aber auch die gesamte Karriere von Preuß würdigte.
"Wenn man die Länge der Karriere von Franzi sieht, darf man das dadurch nicht überschatten lassen. Daher war uns wichtig, dass Franzi völlig ergebnisoffen einen schönen Tag und einen würdigen Abschied hat. Ich glaube, diesen hat sie gemeinsam mit der Doro (Wierer) gehabt und genießt ihn."
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Sportdirektor Bitterling: "Wir sind natürlich nicht zufrieden"

Quelle: Eurosport

Eine gemeinsame Feier steht wohl dennoch erst beim Weltcup-Abschluss in Oslo an, den Preuß als Zuschauerin miterleben wird: "Ich werde nochmal nach Oslo kommen und die Mädels da nochmal anfeuern und spätestens da gibt es dann einen gemeinsamen Drink", sagte sie im Interview und trat mit einem Lächeln ab.
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Biathlon-Highlights: Preuß und Wierer feiern Abschied im Massenstart

Quelle: Eurosport


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