Olympia: Biathletin Franziska Preuß nach verpasster Medaille völlig frustriert: "Wieder in die Scheiße gegriffen"
VonCorinna Horn
Update 16/02/2026 um 08:38 GMT+1 Uhr
Franziska Preuß haderte nach der Verfolgung im Ziel offen mit sich selbst. Bis zum letzten Schießen lag sie bei den Olympischen Spielen voll auf Podestkurs. Nach zwei starken Liegendschießen arbeitete sie sich immer weiter nach vorne und erreichte den finalen Stehendanschlag in aussichtsreicher Position im Kampf um Olympia-Bronze. Doch dann folgten zwei Fehler und der Traum vom Podium platzte.
Preuß total frustriert: "Wieder in die Scheiße gegriffen"
Quelle: Eurosport
Am Ende wurde Preuß im Rennen über zehn Kilometer Sechste.
"Abgesehen von den 30 Sekunden beim letzten Schießen war es ein gutes Rennen", analysierte die Gesamtweltcupsiegerin des vergangenen Winters nach dem Wettkampf. "Dann habe ich wieder richtig in die Scheiße gegriffen und die gute Position, die ich mir bis dahin erarbeitet hatte, gleich wieder hergeschenkt. Es ist schon sehr traurig und ich bin eher down", sagte Preuß am Eurosport-Mikrofon.
Besonders bitter: Bereits in der Mixed-Staffel, im Einzel und im Sprint hatte sie im entscheidenden Moment Nerven gezeigt.
Auch diesmal präsentierte sie sich läuferisch stark, brachte sich in eine vielversprechende Ausgangsposition – und scheiterte ausgerechnet beim letzten Schießen.
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Preuß im letzten Schießen geschlagen - Vittozzi stürmt zu Gold
Quelle: Eurosport
Preuß: "Ich wollte unbedingt diese scheiß Medaille"
"Ich wollte unbedingt so eine scheiß Medaille. Und klar, wenn man weiß: Jetzt könnte man es sich erfüllen, dann entsteht so eine Spannung im Körper. Irgendwie schwimmen mir dann die Felle weg, und ich schaffe es nicht mehr, den Fokus aufs Zielen zu bringen", erklärte sie ihre mentale Blockade offen.
Preuß, die nach dieser Saison ihre Karriere beenden will, war mit großen Ambitionen nach Italien gereist. Eine olympische Einzelmedaille sollte das fehlende Puzzlestück ihrer Laufbahn werden.
Stattdessen bleibt erneut nur die Erkenntnis, ganz nah dran gewesen zu sein - und die schmerzhafte Frage, warum ausgerechnet im entscheidenden Moment die Sicherheit am Schießstand verloren geht.
Sportdirektor macht Preuß Mut: "Kann Bock jederzeit umstoßen"
Preuß habe es "richtig gut gemacht bis zu diesem letzten Schießen, hat die Tür weit aufgestoßen und es dann nicht geschafft durchzugehen", sagte Sportdirektor Felix Bitterling: "Sie ist sehr, sehr traurig, das darf sie auch sein für ein paar Stunden. Dann gilt es, sich wieder zu justieren."
Preuß habe es "viele Jahre geschafft, in solchen Situationen zu bestehen. Derzeit struggelt sie da etwas. Was wir im Training sehen, ist, dass sie den Bock jederzeit umstoßen kann", so Bitterling: "Von daher sind wir positiv mit Blick auf die zweite Woche, dass wir da in solchen Momenten eine andere Franzi sehen."
Am Samstag bietet sich ihr jedoch noch eine letzte Gelegenheit bei diesen Olympischen Spielen: Im abschließenden Massenstart (Samstag, 21. Februar ab 14:15 Uhr live im Stream bei HBO Max) kann sie ein weiteres Mal Anlauf auf das ersehnte Edelmetall nehmen.
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