Weltcup-Finale in Oslo verpasst: Vetle Sjästad Christiansen kritisiert norwegischen Verband scharf für Ausbootung
VonJan Zesewitz
Publiziert 20/03/2025 um 08:23 GMT+1 Uhr
Vetle Sjästad Christiansen wurde vom norwegischen Skiverband nicht für das Saisonfinale in Oslo am Holmenkollen nominiert. Eine Entscheidung, die der 32-Jährige nicht nachvollziehen kann und mit harschen Worten kritisiert. Christiansen geht sogar noch einen Schritt weiter: Für das letzte Saisonwochenende stellt er das Gewehr gleich komplett in die Ecke und nimmt an einem Langlauf-Wettbewerb teil.
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Quelle: Eurosport
Er fühle sich "hintergangen, in den Rücken gestochen" vom Verband, wie Christiansen im Interview mit dem norwegischen Fernsehsender "TV2" sagte. Vor allem mangelnde Kommunikation und Transparenz warf er den Verantwortlichen vor.
Es würden "viele kleine Lügen" erzählt, um Athleten bei der Stange zu halten - umso größer sei dann für sie der Schock, wenn sie nicht nominiert würden.
Christiansen verpasst damit das zweite Weltcup-Wochenende in Folge. Auch auf der Pokljuka war er nicht Teil des norwegischen Teams, auch mit dieser Entscheidung war er nicht einverstanden. Jetzt habe er sogar das Gefühl, dass der Verband aktiv gegen ihn arbeite. "Das muss ich so zugeben", sagte er im Interview.
"Mir wurden Schlaftabletten verschrieben, damit ich durch die Nächte komme, weil ich wütend bin. Es kocht über", sagte er und deutet auch mentale Probleme durch das Prozedere an. Statt in Pokljuka wurde er im estnischen Otepää im IBU-Cup eingesetzt, wo er laut eigener Aussage wegen Sorge um seine psychische Gesundheit abgereist ist.
Christiansen wechselt zum Finale die Sportart
In diesem Zusammenhang warf Christiansen dem Verband Doppelmoral vor: "Ich habe das Gefühl, dass mit zweierlei Maß gemessen wird, wenn man bedenkt, wie sehr wir uns in den letzten zwei Jahren auf die psychische Gesundheit konzentriert haben."
Der 32-Jährige zog seine eigenen Konsequenzen aus der Nicht-Nominierung für seinen Heimweltcup. Auch den Abschied der Bö-Brüder wird er verpassen, denn er wird nicht in Oslo vor Ort sein. Stattdessen wechselt er die Sportart und nimmt an einem Langlaufwettbewerb teil.
Im norwegischen Gälä findet im Rahmen des Skandinavien-Cups ein Sprint und ein 20-Kilometer-Massenstart-Rennen statt. Christiansen rechnete sich im Interview vorsichtige Chancen aus: "Ich habe gehört, dass mir die Strecke liegen wird. Sie ist sehr schnell und leicht hügelig", sagte er.
Rund 200 Kilometer feiern seine eigentlichen Teamkollegen den Saisonabschluss.
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