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Benedikt Doll: Karriereende nach Weltcup-Saison 2023/2024? Biathlon-Star mit klarer Tendenz
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Publiziert 24/11/2023 um 09:45 GMT+1 Uhr
Ex-Weltmeister Benedikt Doll geht am Samstag in Östersund wahrscheinlich in seinen letzten Biathlon-Winter. "Jetzt ist es für mich schon ziemlich sicher, dass es die letzte Saison ist", sagte er dem "SID": "Ich will mir aber so ein bisschen ein Hintertürchen offen lassen. Wer weiß, vielleicht sage ich nach der WM, dass ich doch noch nicht aufhören kann, weil ich dies und das noch verbessern will."
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Benedikt Doll genoss unzählige Stunden in der Natur mit seinem einjährigen Sohn, paddelte entspannt im Kajak über den Heyda Stausee oder widmete sich seiner Leidenschaft Kochen. Doch für sein bevorstehendes Karrierefinale gab der 33-Jährige auch im Training nochmal richtig Gas, setzte auf die "alten Tage" einige neue Reize. Schließlich weiß er genau, dass nach dem Rücktritt von Denise Herrmann-Wick im deutschen Biathlon-Team alle Blicke auf ihn gerichtet sein werden.
"Das motiviert mich eher, als das es mich belastet", erzählte Doll dem SID vor dem Start in Östersund am Samstag betont cool: "Ich werde nicht von heute auf morgen in die Rolle reingeworfen. Es haben die letzten Jahre immer wieder Leute aufgehört. Man kommt dann so nach und nach in die Rolle des Team-Ältesten." Er könne "damit mittlerweile ganz gut umgehen". Ohnehin bleibt ihm international nur eine Außenseiterrolle - es droht erneute norwegische Dominanz.
"Die Situation im norwegischen Team ist außerordentlich", sagte DSV-Sportdirektor Felix Bitterling. Deshalb sei es im Jahr eins nach Langzeit-Cheftrainer Mark Kirchner "nicht ratsam, Floskeln wie Vollangriff rauszuhauen. Kann man Johannes Thingnes Bö in Topform schlagen? Das wird sehr, sehr, sehr schwer. Aber auch der wird mal Fehler machen. Und wir arbeiten dran, dass wir in dieser Situation da sind und durch die dann offene Tür durchgehen."
Prädestiniert dafür ist vor allem Doll, der sich im Sommer nochmal neu erfunden hat. Vor allem von seiner neuen Waffe erhofft er sich zusätzliche Stabilität. "Bei viermal Schießen will ich summiert zehn bis zwölf Sekunden schneller schießen. Das klappt schon ganz gut", erklärte der einzige männliche deutsche Saisonsieger des Vorwinters: "Auch in Sachen Trefferleistung habe ich noch ein bisschen zugelegt."
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Doll will alte Muster aufbrechen
Für das Schießtraining und die Komplexleistung ist mittlerweile der Slowene Uros Velepec zuständig. Dazu kam mit dem ehemaligen Top-Langläufer Jens Filbrich neue Kompetenz für die zweite Teildisziplin. "Gerade im Laufbereich hatten wir definitiv das eine oder andere Defizit in den letzten Jahren", sagte Bitterling: "Ich denke schon, dass wir uns verbessert haben."
Auch Doll wollte auf der Karrierezielgeraden aus vermeintlich festgefahrenen Mustern ausbrechen. "Der Fibs weiß, worauf es ankommt", lobte der Ex-Weltmeister, der sich für die Fortsetzung seiner aktiven Laufbahn über den Winter hinaus noch "ein Hintertürchen" offen lässt: "Er hat ein gutes Auge, um Sachen rauszukriegen. Und er kann neue Dinge so vermitteln, dass man es auch umsetzen kann."
Sorgen bereitet vor allem das Verbot der Fluor-Wachse, bei den Testrennen konnte das "neue" deutsche Material noch nicht mit dem der Norweger mithalten. "Das war wie ein Autorennen mit 50 PS gegen 200 PS. Da nutzt es auch nichts, wenn ich fantastisch fahre", haderte Bitterling. Dennoch gehe das Team mit "angriffslustiger Demut" in die Saison.
Und Doll will keinesfalls zum Alleinunterhalter werden. "Ich glaube, dass wir einige im Team haben, die vorne aufs Podest laufen können", betonte der Schwarzwälder: "Das stimmt mich sehr positiv, dass es nicht nur einer oder zwei sind." Die Hauptlast dürfte trotzdem auf seinen Schultern liegen.
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(SID)
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