Marco Wittmann steckte der Schreck noch immer in den Knochen, über seinen völlig überraschenden Sieg beim sechsten DTM-Saisonrennen auf dem Hungaroring konnte sich der BMW-Pilot nicht so recht freuen:
Ein unglaubliches Rennen. Damit hätten wir alle nicht gerechnet. Für uns war es ein sehr, sehr glückliches Ende. Ich hoffe, dass es den Jungs in der Pitlane gut geht.
Die angesprochenen "Jungs in der Pitlane" waren zuvor in der Boxengasse bei mehreren schweren Unfällen verletzt wurden. Auf regennassem Beton hatten sowohl Lucas Auer (Österreich) als auch Edoardo Mortara (Italien/beide Mercedes) und Bruno Spengler (Kanada/BMW) die Kontrolle über ihre Wagen verloren. Sie rutschten durch die Box und trafen dabei einen Sportwart und zwei Mechaniker.
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04/03/2018 AM 15:26
Das erste DTM-Statement nach den Unfällen lautete:
Ein verletzter Sportwart hat schwere Beinverletzungen. Zwei weitere Personen sind mittelschwer verletzt. Keiner der Verletzten schwebt in Lebensgefahr, alle sind auf dem Weg ins Krankenhaus.
Nach langem Warten wurde das Rennen mit einer Restdauer von 28 Minuten und einer zusätzlichen Runde hinter dem Safety Car erneut gestartet. Die sechs BMW, die das gesamte Wochenende über geschwächelt hatten, profitierten davon, dass sie bereits den Pflichtboxenstopp absolviert hatten. So mussten sie in der kurzen Renndauer nicht mehr an die Box - das spülte sie allesamt an die Spitze.

Glock übernimmt WM-Führung

Für Wittmann war es der erste Sieg des Jahres, hinter ihm machten Timo Glock (Wersau) und Philipp Eng (Österreich) den Dreifachsieg von BMW perfekt. Glock (90 Punkte) übernahm zudem wieder die Führung in der Gesamtwertung.
Das Ergebnis war aber nur zweitrangig. Vor allem Auer war bestürzt:
Es ist schrecklich, ich würde mich am liebsten um ihn kümmern, aber er ist in medizinischer Betreuung, und da bin ich keine Hilfe. Die Gesundheit ist wichtig, alles andere nur sekundär.

Fiasko für Mercedes

Feiern wollte anschließend niemand, Fahrer, Funktionäre und Verantwortliche waren in Gedanken bei den Verletzten. "Es waren schlimme Bilder. Das Rennen ist zweitrangig, die Gesundheit aller Beteiligten steht jetzt im Vordergrund", sagte Glock, der wie alle anderen Beteiligten auf die obligatorische Champagnerdusche bei der Siegerehrung verzichtete.
Auch bei Mercedes war die Stimmung auf dem Tiefpunkt. Die bislang so dominanten Stuttgarter erlebten nach dem Doppelsieg von Paul Di Resta (Schottland) und Auer am Samstag ein Fiasko. Bezeichnend dabei Gary Paffett: Der Meisterschaftsanwärter aus Großbritannien musste beim Neustart mit Regenreifen auf die nun wieder komplett trockene Strecke und fiel bis auf den letzten Platz zurück.
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