Formel 1

Formel 1 zittert: Erstmals seit knapp 40 Jahren kein deutscher Pilot mehr?

Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen

Sebastian Vettel von Ferrari

Fotocredit: Getty Images

VonEurosport
01/07/2020 Am 09:09 | Update 01/07/2020 Am 14:55

Es gab Zeiten, da wirkten Deutschland und die Formel 1 wie ein Bündnis für die Ewigkeit. Erst Michael Schumacher, dann Sebastian Vettel, WM-Titel in Serie, Hunderttausende Fans am Nürburgring und in Hockenheim. Doch wenn die Königsklasse am Wochenende endlich in die Saison startet, dann ist die Ausfahrt ziemlich nah - am Ende dieses Jahres könnte die Serie hierzulande in der Nische verschwindet.

Vieles spricht dafür, dass Vettel am Sonntag (15:10 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) in Österreich nicht bloß in seine letzte Saison bei Ferrari startet. Vielleicht ist es seine letzte in der Formel 1. Er werde sich "Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, was wirklich wichtig ist", sagt der 32-Jährige über seine Zukunft.

2021 könnte damit erstmals seit fast 40 Jahren kein Deutscher in der Startaufstellung stehen, eigentlich gibt es bloß noch eine Alternative: Mick Schumacher beginnt ebenfalls am Wochenende seine Saison in der Formel 2. Der erhoffte Aufstieg, etwa zu Alfa Romeo, ist aber wohl stark abhängig von seinen Leistungen in diesem verkürzten Motorsport-Jahr.

Formel 1

QUIZ: Kennst Du alle deutschen Formel-1-Piloten seit 1980?

01/07/2020 AM 22:25

Nun ist der Verlust eines Zugpferdes für große TV-Sportarten ohnehin Einschnitt genug - Tennis und Boxen etwa haben dies auf dem deutschen Markt nicht überstanden. Doch für die Formel 1 wäre Vettels Abschied nicht die einzige Zäsur.

Seidl: "Fans über diese Bezahl-Barriere bekommen"

30 Jahre lang gab es jedes Training, jedes Qualifying und jedes Rennen umsonst bei "RTL" zu sehen, ein Knopfdruck trennte die Deutschen von der Formel 1. Diese Hürde wird ab der kommenden Saison um einiges höher: Der Großteil der Rennen wird dann bei Sky nur noch gegen Bezahlung gezeigt, "RTL" zieht sich zurück.

Ferrari bläst zur Jagd auf Mercedes: So sieht die neue "Rote Göttin" aus

00:01:00

"Schwierig" werde das, sagt etwa der deutsche McLaren-Teamchef Andreas Seidl: "Die Frage wird sein, wie man möglichst viele Fans über diese Bezahl-Barriere bekommt. Da sind wir als Sport gefordert, es muss spannend sein."

Der Verlust eines Millionenpublikums ist allerdings kaum zu verhindern. Jeweils rund vier Millionen Zuschauer bei etwa 20 Rennen im Jahr hatte "RTL", auf solche Zahlen kommt neben dem Fußball keine Sportart auch nur annähernd.

Schumacher: "Mercedes hat alles gewonnen"

Für "Sky" wird sich im kommenden Jahr zeigen müssen, wieviele davon Gewohnheitszuschauer waren. Und wie viele Deutsche bereit sind, ein Abo für eine Formel 1 abzuschließen, in der vermutlich kein Deutscher um Siege fährt.

  • Steriler Motorsport: Die Formel 1 wagt den Neustart in der Coronakrise

Und für manche ist sogar fraglich, ob Mercedes als deutscher Hersteller seine Spitzenposition halten will. Ralf Schumacher etwa sieht darin "keinen Sinn. Ich vermute, dass man Ende des Jahres den Stecker zieht", sagte der frühere Grand-Prix-Pilot der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten": "Mercedes hat alles gewonnen, was man gewinnen kann. Und die Teams müssen demnächst wieder sehr viel Geld in die Hand nehmen. Es steht eine schwere Zeit bevor, und keiner weiß, wo die Reise hingeht."

Für Deutschland ist all das besonders problematisch, weil die Königsklasse lange Zeit die einzig noch funktionierende Speerspitze eines ganzen Sportsegments war. Das Interesse am Automobil vor allem bei den jungen Menschen lässt nach, damit fehlt der Nachwuchs. Der Abschied aus dem Free-TV dürfte die Königsklasse nun noch weiter aus dem Bewusstsein verdrängen. Einen deutschen Grand Prix gibt es nach aktuellem Stand ohnehin nicht mehr.

(SID)

Das könnte Dich auch interessieren: Silberpfeile tragen Schwarz: Hamiltons F1-Bolide bekommt neue Lackierung

Häkkinen überzeugt: Spielberg wird "Schock" für F1-Piloten

00:00:53

Formel 1

Hamilton startet Kampf um siebten WM-Titel - und gegen Ecclestone

28/06/2020 AM 11:05
Formel 1

Mick Schumacher: Das denkt er über seinen Nachnamen

27/06/2020 AM 18:02
Ähnliche Themen
Formel 1
Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen