Racing Point kassiert insgesamt 400.000 Euro Geldstrafe (je 200.000 für jedes Auto beim Grand Prix der Steiermark). Dazu kommt ein Abzug von 7,5 Punkten pro Fahrzeug, also insgesamt 15 Punkten, in der Konstrukteurs-WM.
Allerdings: Die Strafe wird explizit nur für Spielberg 2, also den ersten von Renault eingereichten Protest, ausgesprochen. Für Budapest und Silverstone 1 haben die Kommissare entschieden, keine zusätzlichen Strafen zu verhängen, Racing Point aber zu verwarnen.
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Damit ist das letzte Wort in der Angelegenheit vermutlich noch nicht gesprochen. Racing Point hat bereits im Vorfeld angekündigt, dass man gegen ein solches Urteil in Revision gehen wird. Sollte es dabei bleiben, wäre die nächste Instanz das von den FIA-Kommissaren unabhängige Internationale Berufungsgericht.
"Es ist sehr schade, dass der Protest aufrechterhalten wird", sagte Teamchef Otmar Szafnauer bei "Sky": "Wir haben die Regeln befolgt. Wir haben das Regelwerk gelesen und denken, dass wir alles befolgt haben." Allerdings: "Die Bremsschächte entsprechen dem Reglement und wir können damit fahren bis zum Ende des Jahres", erklärte der US-Amerikaner.
Es gibt null, absolut null Sorgen von unserer Seite", erklärte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nach dem Urteilsspruch. Weiter empfiehlt der Österreicher sowohl Renault als auch Racing Point, die Entscheidung zu akzeptieren: "Ein Einspruch würde sehr lange dauern. Er wäre sehr unschön, mit vielen Anwälten. Das würde Monate dauern, mit ungewissem Ausgang. Ich glaube, die FIA hat versucht, vernünftig zu handeln."

Spielberg: Renault legt Protest gegen Racing Point ein

Renault hatte erstmals beim Grand Prix der Steiermark in Spielberg Protest gegen Racing Point eingelegt und diesen seither nach jedem Rennen wiederholt. Gegenstand der Beschwerde ist aber nicht das ganze Auto, sondern sind die Bremsbelüftungen. Diese auf Basis von legal erworbenen Fotos nachzubauen, sei vollkommen unmöglich, hat Renault mehrfach behauptet.
Der Verdacht lautet dahingehend, dass Racing Point von Mercedes CAD-Daten und vielleicht auch Zeichnungen über sogenannte "listed Parts" (gelistete Teile) erhalten haben könnte, um den 2019er-Silberpfeil möglichst detailgetreu nachbauen zu können. Racing Point bestreitet das. Man habe zwar versucht, das Auto zu kopieren. Aber nur auf Basis von Fotos. Und das sei völlig legal.
Aufgrund der Ähnlichkeit zum 2019-er-Mercedes erhielt der Racing Point schnell einen Spitznamen: Pinker Mercedes. Das britische Team übernimmt regelkonform die Motoren sowie mehrere Teile, einschließlich der Aufhängung, von Mercedes. Kopieren in der Formel 1 nur anhand von Fotos erlaubt.
Allerdings soll dem Abkupfern mittelfristig Einhalt geboten werden. FIA-Technikchef Nikolas Tombazis erklärte, dass der Verband die Regeln für 2021 anpassen möchte. Man werde es "weiter akzeptieren, wenn einzelne Teile kopiert werden. Aber wir möchten nicht, dass das ganze Auto eine Kopie eines anderen Autos ist."
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(mit SID)
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