Etwas mehr als zwei Zehntel fehlten Hamilton am Ende zu Startplatz eins und Verstappen. Nach dem ersten Versuch in Q3 sah es sogar noch deutlicher aus, doch trotz einer deutlichen Steigerung hatte er schlussendlich keine Chance gegen den Niederländer. Immerhin: Er konnte sich noch an Sergio Perez vorbeischieben und sich wenigstens einen Platz in der ersten Startreihe sichern.
Doch zufrieden war er damit nicht. "Es war eine extrem schwierige Session für uns. Seit dem ersten Training ist es für uns immer härter geworden", sagte Hamilton. Gerade in Q3 könne er sich nichts vorwerfen. "Die letzten Versuche waren richtig gut", stellte er klar. Red Bull sei "einfach das gesamte Wochenende sehr schnell" gewesen.
Zumindest im ersten Training sah es nicht danach aus. Warum aber binnen 24 Stunden aus einem komfortablen Vorsprung ein Rückstand wurde, darüber rätselt Mercedes. Teamchef Toto Wolff sagte recht ernüchtert im "ORF": "Wir haben es übers Wochenende hergegeben. Wir haben ein richtig starkes Auto gehabt am Freitag und sind jetzt nicht mehr auf den grünen Zweig gekommen. Und dann gibt es halt so ein Ergebnis."
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Einen kleinen Ansatzpunkt hatte er zumindest gefunden. Der Österreicher erklärte: "Es ist alles ein Set-up-Thema und wie man die Reifen im richtigen Fenster hat. Und die hatten wir entweder im ersten Sektor oder im letzten, aber nie gemeinsam."
Zumindest beim Set-up ging Mercedes pünktlich zum Qualifying aber wieder einen klaren Schritt Richtung Freitag, nachdem zwischendurch verschiedene Dinge ausprobiert wurden. Das bestätigte Technikchef James Allison. "Man muss bedenken, dass wir im Qualifying ein sehr ähnliches Set-up wie im ersten Training gefahren sind", sagte Allison.

Red Bull überholt Mercedes binnen 24 Stunden

Dass Red Bull aber dennoch im Qualifying quasi nicht zu schlagen war, zeige laut Allison eines: "Red Bull hatte bei der Entwicklung ein stärkeres Wochenende als wir." Das bestätigt auch Hamilton. "Es hat gut angefangen, aber Stück für Stück sind sie schneller geworden", sagte der Weltmeister.
Für Red Bull selbst war der Rückstand zu Beginn im Rückblick keine große Überraschung. "Wir sind schon seit drei Rennen nicht ganz optimal in der Korrelation", sagte Motorsportkonsulent Helmut Marko mit Blick auf die Simulationen.
Zudem sei der Red Bull generell "sicherlich schwieriger abzustimmen als vielleicht der Mercedes. Die kommen her und sind auf Anhieb schnell. Aber wir wussten das Potenzial, wir müssen es nur abrufen", sagte er. Und genau das gelang dem Team.

Rennpace? Wolff hat wenig Hoffnung

Ein ernüchterndes Resultat aus Mercedes-Sicht, und das auf einer der eigenen Lieblingsstrecken. Zum ersten Mal in der Hybridära gelang Mercedes in Austin nicht die Poleposition, seit 2014 gewannen die ehemaligen Silberpfeile fünf der sechs Rennen. Doch mit der coronabedingten Pause scheint das Team sein Mojo für Austin verloren zu haben.
"Es gibt immer Raum für Verbesserungen, aber ich denke, das war alles, was wir hatten", sagte ein leicht resignierter Hamilton. Die letzte Hoffnung liegt nun in einem guten Start und in einer besseren Rennpace. Doch zumindest beim letzten Punkt klingt Toto Wolff wenig zuversichtlich. "Das Auto war auch nicht gut auf den Longruns", sagte er.
Und was meint Hamilton? "Wir werden es sehen, ich habe keine Ahnung." In der ersten Kurve, der Punkt, an dem sich Hamilton und Verstappen bereits im Training duelliert haben, wolle er aber kein unnötiges Risiko gehen. Er sagte:
Ich hoffe, wir kommen gut durch Kurve 1 und sehen ein gutes Rennen. Ich denke nicht, dass es in der ersten Kurve entschieden wird."
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