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Nürburgring: Mick Schumacher fährt freies Training für Alfa Romeo
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Publiziert 08/10/2020 um 14:44 GMT+2 Uhr
Mick Schumacher vergrub seine Hände tief in der rot-weißen Teamjacke, der Nürburgring empfing das meistbeobachtete Motorsporttalent der Welt mit heftigem Wind und Nieselregen. Bei der Streckenbegehung am Donnerstag wurde Schumacher buchstäblich kalt erwischt. Doch das ist kein Vergleich zu dem, was ihn am Freitag erwartet. Schumacher möchte in die Fußstapfen von Sebastian Vettel treten.
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Bei seinem ersten Trainingseinsatz in einem Formel-1-Auto dürften noch mehr Kameras als üblich auf ihn gerichtet sein. Fans und Fachwelt werden seine Rundenzeiten mit denen von Weltmeister Lewis Hamilton oder Sebastian Vettel vergleichen und über Schumachers Potenzial urteilen. All das scheint den 21-Jährigen vor dem wichtigsten Tag seiner bisherigen Karriere allerdings nicht über die Maßen zu belasten.
"Natürlich" habe er "vor der ganzen Sache Respekt", sagte er bei "RTL"/"ntv": "Es ist das erste Mal, dass wir vor den großen Augen fahren: vor allen Teamchefs, vor allen CEOs, vor allen Teams. Ich werde mich auf mich konzentrieren und versuchen, mein Bestes abzuliefern."
Schumacher nimmt am Freitag (11.00 Uhr) die nächste - und womöglich letzte - Sprosse vor dem Aufstieg zum Formel-1-Stammpiloten. Dieser Traum begleitet ihn seit gut zehn Jahren, als er mit seinem berühmten Vater auf der Kartbahn in Kerpen ein ernstes Gespräch führte. Die Kernfrage lautete: "Willst du das wirklich?". Mick wollte.
Mick Schumacher auf Titelkurs in der Formel 2
Und er ist mitnichten unter der Last seines Namens zusammengebrochen, trotz gewisser Anlaufschwierigkeiten lieferte er in jeder Rennserie letztlich Siege, Podestplätze und Titel. Auch in der Formel 2 greift der Ferrari-Nachwuchsfahrer in diesem Jahr nach der Meisterschaft.
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass Schumachers Berufung zum Stammfahrer bei Alfa Romeo für das kommende Jahr noch an diesem Wochenende offiziell werden soll. Es riecht ein klein wenig nach Staffelübergabe im deutschen Motorsport beim Großen Preis der Eifel (Sonntag, 14.10 Uhr): von Schumacher zu Vettel zu Schumacher.
Nachdem Michael Schumacher zwischen 1991 und seinem ersten Rücktritt 2006 so ziemlich alle Rekorde niederriss, avancierte Vettel zum Liebling der erfolgsverwöhnten deutschen Fans.
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Mick Schumacher auf den Spuren von Papa Michael und Vettel
Der Heppenheimer debütierte 2007 und war schon drei Jahre später der jüngste Formel-1-Weltmeister der Geschichte. 2013, mit gerade einmal 26 Jahren, hatte er vier Titel auf dem Konto und schien der Mann zu sein, der die Schumacher-Bestmarken ins Wanken bringt.
Nach sechs Jahren bei Ferrari mit Höhen und zuletzt fast nur noch Tiefen sinkt Vettels Stern aber allmählich. Sein Engagement bei Aston Martin zur Saison 2021 wird hochspannend, aber eben von Aufbauarbeit und Fragezeichen geprägt sein. Wird er es noch einmal nach ganz oben schaffen?
Die Gegenwart für den Sieger des letzten Nürburgringrennens im Jahr 2013 ist so trist wie das Wetter in der Eifel. Ein Heimspiel vor bis zu 20.000 Zuschauern inmitten der Coronakrise sei für ihn natürlich "eine unerwartete Freude", erklärte der 33-jährige Hesse, aber: "Ich gehe davon aus, dass wir, wie in dieser Saison üblich, im Mittelfeld kämpfen werden. Wir werden uns um jedes kleine Detail kümmern müssen."
Verbalathleten - Der Eurosport-Podcast:
(SID)
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