Rennen von Baku | Valtteri Bottas gewinnt vor Lewis Hamilton

Valtteri Bottas hat den Großen Preis von Aserbaidschan in Baku gewonnen und sich seinen zweiten Saisonerfolg gesichert. Der Mercedes-Pilot verteidigte schon am Start seine Pole Position und gewann am Ende vor Teamkollege Lewis Hamilton. Sebastian Vettel im Ferrari komplettierte das Podium auf dem dritten Rang. Charles Leclerc verbesserte sich im Rennen von Startplatz acht auf die fünfte Position.

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Wieder keine Chance gegen die übermächtigen Silberpfeile: Sebastian Vettel verliert im Kampf um den Titel in der Formel 1 das große Ziel schon früh aus den Augen.
Der Ferrari-Star musste sich beim wenig spektakulären Großen Preis von Aserbaidschan dem Mercedes-Duo geschlagen geben. Als Dritter verlor Vettel im WM-Rennen damit weitere wichtige Punkte.
"In dieser Saison waren wir bisher nicht auf der Höhe, wir können nicht mehr als Favoriten gelten", sagte ein ernüchterter Vettel:

Bottas übernimmt WM-Führung

"Hier kann alles passieren", hatte der Hesse vor dem Rennen gesagt. Doch dann passierte auf dem winkligen Stadtkurs von Baku überraschend ziemlich wenig. Bottas fuhr souverän einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg ein und schloss damit Frieden mit der Strecke am Kaspischen Meer.
In der vergangenen Saison war er in Führung liegend kurz vor Schluss mit einem Reifenplatzer ausgeschieden. Vorjahressieger Hamilton machte den vierten Mercedes-Doppelsieg im vierten Saisonrennen perfekt.
In der WM-Wertung liegt Bottas nach seinem zweiten Saisonsieg mit nun 87 Punkten wieder auf Rang eins, nur ein Zähler trennt ihn von Hamilton. Vettel (52) hat den dritten Gesamtrang inne.
"Es war ein hartes Rennen", sagte der Finne, "auch wenn vorne nicht so viel passiert ist. Lewis hat die ganze Zeit Druck gemacht. Ich war einfach froh, die Zielflagge zu sehen." Hamilton attestierte seinem Teamrivalen einen "absolut verdienten Sieg, er hat keinen Fehler gemacht".

Vettel kann nicht mit Mercedes mithalten

Beim Start, der ohne Zwischenfälle verlief, verteidigte Bottas seine Führung gegen Hamilton und Vettel. Im Mittelfeld verlor Leclerc, der nach einem Unfall in der Qualifikation als Achter gestartet war, allerdings zunächst zwei Plätze, die sich der Monegasse dann aber wieder schnell zurückholte. Nach zehn Runden lag Leclerc, der auf den härteren Medium-Reifen gestartet war, schon auf Rang vier direkt hinter seinem Teamkollegen.
An der Spitze konnte Vettel nicht wie geplant Druck auf die Silberpfeile ausüben, er verlor hingegen viel Zeit. Nach zehn Runden lag er rund zehn Sekunden hinter Bottas zurück, und von hinten jagte Leclerc heran. Als der Shootingstar drohte, Vettel zu überholen, bog der Ex-Weltmeister zum Reifenwechsel ab und reihte sich anschließend als Fünfter wieder ein.
Auf den härteren Medium-Reifen war Vettel dann auch deutlich schneller unterwegs, wirklich attackieren konnte er den vor ihm fahrenden Hamilton aber trotzdem nicht. Leclerc blieb lange draußen, doch sein Vorsprung schmolz immer mehr zusammen.

Ferrari verpasst Wendepunkt Baku

Zu Beginn der 32. Runde zog erst Bottas an ihm vorbei, ein Umlauf später auch Hamilton, danach folgte Vettel. Leclerc holte sich erst in Runde 35 neue Pneus und reihte sich zunächst als Sechster wieder ein.
Anschließend kam es zu einer förmlichen Prozessionsfahrt. Bottas blieb vorne cool und zeigte keinen Wackler, Hamilton schien sich mit Platz zwei auch irgendwie abgefunden zu haben. Und Vettel - dessen Ferrari SF90 eigentlich als überlegen auf dieser Strecke eingestuft wurde - hatte nicht die Mittel, die Konkurrenz mit dem Stern herauszufordern.
Und damit zerschlug sich Vettels große Hoffnung, mit der er nach Baku gereist war. Nämlich "irgendwann sagen zu können, dass Baku der Wendepunkt" im Kampf um die WM war. Er habe weiter "Vertrauen in unser Paket, wir wissen, dass es gut ist", hatte er in Baku gesagt. Aber das von Mercedes scheint noch besser zu sein.
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