Die Pforte zur Ewigkeit ist für Lewis Hamilton weit geöffnet. Als unerreichbar galten einst die Rekorde des Michael Schumacher: Sieben WM-Titel, 91 Grand-Prix-Siege. Doch was für alle Formel-1-Piloten jahrelang unmöglich schien, ist für den Briten plötzlich ganz nah. Der 34-Jährige hat inzwischen sechs WM-Trophäen in der Vitrine und 83 Grand-Prix-Siege in der Statistik stehen.

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Hamilton besser als sein Idol

Sein Ziel hat Hamilton daher auch ganz klar vor Augen. "Ich arbeite immer noch an dem großen Meisterwerk. Es ist noch nicht ganz vollendet", sagte der Champion, der zehn der bisher 19 Rennen in diesem Jahr gewonnen hat, vor dem Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo (Sonntag, 18:10 im Liveticker auf Eurosport.de) :

Es dauert eine lange Zeit, bis man ein Handwerk wirklich meisterlich beherrscht. Ich habe das Gefühl, dass immer noch ein paar Puzzleteile hinzugefügt werden können.

Und wenn Hamilton das tatsächlich gelingt, wovon derzeit auszugehen ist, steht er im nächsten Jahr tatsächlich auf einer Stufe mit dem Größten. Nämlich Schumacher. Ans Aufhören denkt Hamilton jedenfalls noch lange nicht:

Ich liebe, was ich tue.

Dabei hätte sich Hamilton als kleiner Knirps laut eigener Aussage "in einer Million Jahre nicht erträumen können, einmal sechs Titel zu gewinnen", sagte der Brite, dessen Idol früher Ayrton Senna war: "Ich verfolge die Formel 1 seit meiner Kindheit und seitdem wollte ich immer erreichen, was Ayrton geschafft hat." Mit sechs Titeln hat er jetzt doppelt so viele gewonnen wie Brasiliens Nationalheiligtum. "Einfach unfassbar", sagte Hamilton.

Trotz WM-Titel sechs, ist der Hunger noch da

Satt ist er noch lange nicht, der Mercedes-Mann will weiter gewinnen, gewinnen, gewinnen. "Wir müssen weiterhin alles geben, denn mir ist bewusst, dass wir noch mehr zu tun haben - es gibt noch mehr Weltmeisterschaften und Rennen zu gewinnen, und ich glaube fest daran, dass wir das schaffen können", sagte Hamilton. In diesem brennenden Ehrgeiz sind sich Hamilton und Schumacher durchaus ähnlich.

Nur für ein gemütliches Schaulaufen ist der 34-Jährige nicht nach Sao Paulo geflogen. Das weiß auch Max Verstappen. "Es wird langsam langweilig, wenn immer Hamilton gewinnt", sagte der Red-Bull-Pilot bei einem Sponsorentermin auch etwas im Scherz zur Regentschaft des neuen und alten Weltmeisters: "Das müssen wir ändern." Doch wer bitte soll diesen Lewis Hamilton aufhalten?

Hamilton ist gefühlt uneinholbar

Derzeit spricht nicht sehr viel dafür, dass etwa Ferrari-Star Sebastian Vettel oder Verstappen nächstes Saison bessere Karten haben im Kampf um den Titel. Die Regeln bleiben auch konstant, Mercedes wird seinen Vorteil mit ins Jahr 2020 nehmen. Hamiltons Jagd nach den Schumi-Rekorden geht weiter.

"Hier trifft ein großes Talent auf den großen Ehrgeiz, sich selbst immer weiter verbessern zu wollen", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff über seinen Star am Lenkrad: "Das macht ihn in seiner Generation so herausragend." Klar, auch Vettel fährt verdammt schnell Auto, aber Hamilton macht im absoluten Grenzbereich eben keine Fehler. Für viele Experten befindet sich der Brite derzeit auf dem Höhepunkt seines Schaffens, doch der Champ sieht das ganz anders - und bei sich noch weiteres Verbesserungspotenzial.

(SID)

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