Aber: "Die Sprache, die verwendet wurde, und es so persönlich zu nehmen, war ein Niveau, das wir in diesem Sport noch nicht gesehen haben."
Red Bull hatte Konkurrent Mercedes in den vergangenen Tagen gleich mehrfach angegangen. Motorsportkonsulent Helmut Marko hatte nach dem Unfall eine Rennsperre für Hamilton gefordert und in Bezug auf die Jubelbilder nach dem Rennen gemeint, das sei "einfach der Stil des Hauses" von Mercedes.
Auch Max Verstappen hatte sich kritisch geäußert und Hamilton als "respektlos" und "unsportlich" bezeichnet, weil sich der Brite vom Heimpublikum feiern ließ, während Verstappen nach dem Unfall im Krankenhaus war.
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Vater Jos Verstappen hatte nachgelegt und gemeint, dass Wolff gar nicht mehr bei ihm anzurufen brauche.

Wolff: Erst Emotionen abkühlen lassen

"Ich verstehe die Voreingenommenheit über den Crash selbst und auch die Emotionen eines Vaters. Ich würde wahrscheinlich genauso handeln", sagt Wolff, betont jedoch: "Ich würde aber eine andere Sprache wählen."

Silverstone: Max Verstappen (Red Bull), Lewis Hamilton (Mercedes) - GP von Großbritannien 2021

Fotocredit: Getty Images

Das Tischtuch zwischen Mercedes und Red Bull scheint nach Silverstone endgültig zerschnitten, zumal Red Bull der Konkurrenz vorwirft, dass sich nach dem Crash niemand bei Verstappen gemeldet und sich erkundigt hätte.
Wolff bestätigt zumindest für sich selbst, dass er nach dem Vorfall noch mit niemandem aus dem Red-Bull-Team gesprochen habe. "Aber wenn die Emotionen abgekühlt sind, werden wir versuchen unser professionelles Verhältnis für die Formel 1 wieder herzustellen", so der Österreicher. "Darüber hinaus gab es aber keine Gespräche, und es muss auch keine geben."

"Da wird eine Grenze überschritten"

Neben den Anfeindungen untereinander hatte es aber auch zahlreiche hässliche Kommentare von außen gegeben, sodass sich die Formel-1-Teams am Montag noch einmal gezwungen sahen, eine Message gegen Rassismus auszusenden.
"Kontroversen und Polarisierung sind eine gute Geschichte und guter Content für den Sport. Wo es aber in persönliche Animositäten übergeht, da wird eine Grenze überschritten", so der Motorsportchef.
Lewis Hamilton sei nach den ganzen Debatten aber ziemlich gelassen. "Es ist eine enorm polarisierende Geschichte, und einige Kommentare waren sehr persönlich und haben die Situation noch einmal angeheizt. Generell geht es ihm aber gut", sagt Wolff.

Keine Angst vor neuer Untersuchung

Abgesehen davon habe sich Mercedes aber von dem ganzen Drama abgeschottet, um sich auf das Sportliche zu konzentrieren: "Wir müssen auf uns selbst schauen und versuchen, etwas Performance gutzumachen, um aus eigener Pace um Rennsiege kämpfen zu können. Die Kontroverse ist mehr eine externe Sache und nichts, das wir als interne Beeinflussung wahrnehmen."
Durch den Rennsieg in Silverstone und den gleichzeitigen Ausfall Verstappens liegt Hamilton nur noch acht Punkte hinter dem Niederländer. In der Konstrukteurs-WM beträgt Mercedes' Rückstand sogar nur vier Zähler.
Theoretisch hätte Red Bull noch die Möglichkeit, den Vorfall noch einmal vor die FIA zu bringen. Dafür sind aber neue Erkenntnisse nötig. Ob Red Bull etwas findet und den Schritt geht, ist noch offen. Angst davor hat Wolff aber nicht: "Das ist die Formel 1", sagt er. "Nichts davon macht mir Angst."
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