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Silverstone: Formel 1 testet Sprint-Quali beim Großen Preis von Großbritannien - Action oder Langeweile?
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Publiziert 14/07/2021 um 13:29 GMT+2 Uhr
In Silverstone wird der Kampf um die Pole Position als Sprint-Rennen ausgetragen. Die Formel 1 will das als Revolution verkaufen, viele Fahrer sind allerdings mäßig begeistert. Erstmals in der Geschichte der Königsklasse entscheidet ein Sprint über die Startaufstellung. Die Piloten kämpfen auf einer 100 Kilometer langen Strecke am Samstag (17:30 Uhr) um die Pole Position.
Silverstone im August 2020
Fotocredit: Getty Images
"Neu", "innovativ", "mehr Action auf der Strecke" - die Formel 1 hat sich wirklich alle Mühe gegeben, Vorfreude auf dieses irgendwie ja historische Wochenende in Silverstone zu schüren.
Blöd nur, dass die Fahrer bislang nicht so recht einstimmen wollen in dieses Loblied. Das gilt besonders für den Wortführer. Er habe nicht die größten Hoffnungen, sagt Lewis Hamilton, "wahrscheinlich wird es eine Prozession. Vielleicht gibt es ein paar Überholmanöver, aber es wird eher nicht besonders spannend sein."
Für den Rekordweltmeister ist das, was bei seinem Heimrennen passieren wird, vorerst nicht mehr als ein Experiment: Insgesamt dreimal soll es in diesem Jahr durchgeführt werden, auch in Monza und bei einem der Übersee-Rennen sind Sprint-Qualifyings geplant. Danach wird analysiert, ob das Format zukunftstauglich ist.
Das Rennwochenende wird dafür erheblich umgebaut. Nur ein freies Training gibt es zum Auftakt, die zweite Freitags-Session ist bereits ein erstes Qualifying: Im gewohnten Format mit Q1, Q2, und Q3 geht es in drei Abschnitten um die Startaufstellung für den Sprint. Am Samstag steigt dann ein weiteres freies Training, anschließend folgt das Quali-Rennen.
Brawn: "Wer ein echter Rennfahrer ist, müsse das doch wertschätzen"
Ein Drittel der Grand-Prix-Distanz ist zu absolvieren, in Silverstone sind das 17 Runden, und nach etwa einer halben Stunde soll dann die Startaufstellung für den Großen Preis von Großbritannien am Sonntag (16:00 Uhr) stehen. Aus Sicht der Formel 1 überwiegen bei diesem Ansatz die Chancen.
Dient der Freitag sonst einzig der Vorbereitung, sollen nun Wettkampf-Sessions an allen drei Tagen das Wochenende aufwerten. Zudem sind die Regelhüter zuversichtlich, die Basis für 30 Minuten harten Rennsport gelegt zu haben. Während im Grand Prix etwa der Reifenverschleiß oftmals zu einer Lauertaktik führt, soll es im Sprint Vollgas über die gesamte Distanz geben.
"Wir haben versucht, das zu ermöglichen", sagt Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn: "Wir wollen nicht, dass sich jemand zurückhält." Diese Chance, so der Gedanke, gibt es nicht mehr oft im modernen Motorsport. Und wer ein echter Rennfahrer ist, müsse das doch wertschätzen: "Die würden auch Rennen mit einem Einkaufswagen im Supermarkt fahren", sagt Brawn, "es liegt in ihrer Natur, sich gegenseitig zu schlagen."
Haas-Chef Steiner: Sprint-Quali ein Erfolg, "wenn es den Fans gefällt"
Zum Problem für dieses ja durchaus vielversprechende Format könnte aber die Fallhöhe werden: Wer im Sprint zu viel riskiert, könnte ausscheiden oder weit zurückfallen - und sich damit gleich auch den Grand Prix ruinieren. Günther Steiner, Teamchef bei Mick Schumachers Haas-Rennstall, spricht aus, was wohl einige Bosse im Fahrerlager denken. Der Sprint sei grundsätzlich ein Erfolg, "wenn er den Fans gefällt". Er selbst werde seine Fahrer allerdings anweisen, sich aus Ärger heraus- und das Auto auf der Strecke zu halten.
Der Samstag in Silverstone wird erste Antworten bringen. Auch wenn das Format am Ende überzeugt, wird es das normale Qualifying aber wohl nie komplett ersetzen. "In Monaco zum Beispiel wäre es wohl kein Erfolg", sagt Brawn: "Wir wollen die Sprint-Rennen eher als besondere Events über den Kalender verteilen."
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(SID)
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