Eurosport
Formel 1 | Illegales System in Suzuka: Renault nachträglich disqualifiziert
Von
Publiziert 24/10/2019 um 00:30 GMT+2 Uhr
Renault-Pilot Nico Hülkenberg und sein australischer Teamkollege Daniel Ricciardo sind nachträglich aus den Ergebnislisten des Großen Preises von Japan gestrichen worden. Wie der Automobil-Weltverband FIA bekannt gab, verwendeten beide Boliden beim Rennen in Suzuka ein illegales System, das automatisch die Bremskraft einstellt. Vorausgegangen war ein Protest des Kontrahenten Racing Point.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Ricciardo hatte das Rennen als Sechster beendet, Hülkenberg wurde Zehnter. Ihre insgesamt neun WM-Punkte wurden auch dem französischen Hersteller Renault in der Konstrukteurswertung aberkannt.
Protest von Racing Point wegen Bremssystem
Die Entscheidung, gegen die Renault Einspruch einlegen kann, bedeutet, dass Lance Stroll (Racing Point) und Daniil Kwjat von Toro Rosso nun auf den neunten und zehnten Platz aufrücken. Ferrari-Pilot Charles Leclerc, Pierre Gasly (Toro Rosso) und Sergio Perez (Racing Point) werden nun auf den Rängen sechs bis acht geführt.
Der Protest von Racing Point bezog sich auf einen mutmaßlichen Verstoß von Renault gegen das sportliche und technische Reglement und den internationalen FIA-Sportkodex in Bezug auf ein "voreingestelltes, automatisiertes Bremssystem". Die Funktionsweise des Systems, so behauptete Racing Point, ließe sich an Bord der Kamera ablesen. Die Anzeige der Bremsbalance an den Lenkrädern der Renault-Fahrer habe sich geändert, ohne dass die Fahrer etwas unternehmen mussten. Renault bestritt die Behauptung.
Nachdem sowohl die elektronischen Standardsteuergeräte der FIA als auch die Lenkräder nach dem Rennen versiegelt, beschlagnahmt und untersucht worden waren, stellten die FIA-Sportkommissare fest, dass das beschriebene Steuerungssystem zumindest in Teilen als illegal zu betrachten und Renault deswegen vom 17. Saisonlauf zu disqualifizieren sei.
Renault verzichtet auf Einspruch
Renault sieht nach der nachträglichen Disqualifikation beider Boliden beim Großen Preis von Japan von einem Einspruch ab. "Wir haben beschlossen, die Entscheidung der Stewards nicht anzufechten", erklärte der französische Formel-1-Rennstall am Donnerstag am Rande des Großen Preises von Mexiko (Sonntag, 20.10 Uhr im Eurosport-Liveticker).
Allerdings bekundete Renault in ausführlichen Worten sein Unverständnis über die Sanktionierung eines unter technologischen Gesichtspunkten legalen Bremssystems:
Da man keine anderen als die bereits vorgelegten Beweise erbringen könne, um die Rechtmäßigkeit des Bremssystems zu belegen, "möchten wir keine weitere Zeit und Mühe in eine sterile Debatte investieren." Die Formel 1 werde "immer ein Schauplatz für die unermüdliche Suche nach den geringstmöglichen Wettbewerbsvorteilen sein. Das haben wir immer getan und werden es auch weiterhin tun", schloss Renault sein Statement.
Das Renault-System verstößt laut dem Urteil des Automobil-Weltverbandes FIA nicht gegen das Technische Reglement, allerdings gegen das Sportliche Reglement. Dort heißt es in Artikel 27.1, der Pilot müsse das Auto "alleine und ohne Hilfe" fahren.
Das könnte Dich auch interessieren: Mercedes-Teamchef Wolff verrät Titelrekord-Erfolgsgeheimnis
(SID)
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung