Ärger bei McLaren nach Kollision zwischen Lando Norris und Oscar Piastri beim Großen Preis von Kanada: "War dumm"

Lando Norris hat beim Großen Preis von Kanada mit einem riskanten Überholmanöver in der Endphase des Rennens gegen Oscar Piastri, bei dem er seinem Teamkollegen ins Heck fuhr und ausschied, für Aufregung und Missstimmung bei McLaren gesorgt. "Das geht auf mich, entschuldigt Jungs. Das war dumm von mir", funkte der Brite. Immerhin wendete Piastri als Vierter den Super-GAU für McLaren ab.

Lando Norris fährt Oscar Piastri ins Auto und scheidet aus

Fotocredit: Getty Images

Piastri stand mit blassem Gesicht und leerem Blick in der Boxengasse. Eine Eskalation bei McLaren war lange erwartet worden, am Sonntag in Montreal war es nun so weit.
Drei Runden vor Schluss beim Großen Preis von Kanada spitzte sich das Duell der beiden Teamkollegen Piastri und Norris um Platz vier zu.
Letztgenannter stach dabei auf der Geraden übermotiviert in eine Lücke, die es schlichtweg nicht gab. Der Brite fuhr dem WM-Leader ins Heck, küsste die Mauer und schied mit kaputtem Frontflügel und gebrochener Radaufhängung aus.
Das Rennen, das am Ende George Russell (Mercedes) vor Max Verstappen (Red Bull) und Kimi Antonelli (ebenfalls Mercedes) gewann, ging unter Safety Car zu Ende - mit Piastri auf Platz vier. Der Super-GAU blieb für das Papaya-Team somit immerhin aus.
"Das geht auf mich, entschuldigt Jungs. Das war dumm von mir", zeigte sich Norris bereits unmittelbar nach seinem Blackout einsichtig.

McLaren-Teamchef Stella sauer

Nach dem Rennen äußerte er sich noch einmal zu der Szene und fand dabei emotionale Worte. "Zum Glück ist ihm (Piastri; Anm. d. Red.) nichts passiert und ich habe den Preis für meinen Fehler bezahlt", sagte er: "McLaren ist meine Familie. Ich bin nicht stolz darauf, und ich fühle mich schlecht und habe das Gefühl, dass ich mein Team im Stich gelassen habe. Das ist für mich immer das schlimmste Gefühl."
Trotzdem war Teamchef Andrea Stella ob der unüberlegten Aktion von seinem Fahrer alles andere als begeistert. "Dass sich zwei McLaren berühren, wollen wir nicht sehen. Das ist ein klares Prinzip bei uns", sagte der Italiener im Anschluss bei "Sky" und kündigte eine Analyse der Szene an.
"Der Kontakt ist wegen einer Fehleinschätzung Landos passiert. Es war keine Absicht. Lando hat die volle Verantwortung dafür übernommen. Unsere Fahrer müssen noch etwas lernen. Seine Fehleinschätzung hat ihm einige Punkte gekostet", ergänzte er.

Zukünftig Stallorder bei McLaren? Piastri winkt ab

In der Tat verpasste sich der 25-Jährige im Kampf um die WM-Spitze selbst einen Wirkungstreffer. Schließlich wirft ihn der Kontakt mit Piastri weit zurück: 22 Punkte Vorsprung hat der Spitzenreiter aus Australien nun.
Böses Blut scheint es zwischen den beiden sportlichen Rivalen indes nicht zu geben. "Er hat sich bei mir entschuldigt. Lando ist ein sehr guter Kerl", sagte Piastri nach der Zielfeinfahrt bei "RTL". Es sei ein "harter Kampf" gewesen, eine Stallorder hält er aber nicht für notwendig.
Der Vorfall in Montreal dürfte Stella und seine Crew jedoch noch einmal zum Nachdenken bewegen.
(mit SID)
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Quelle: Perform


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