Eurosport
GP von Las Vegas: Lando Norris meilenweit vom WM-Titel entfernt, Max Verstappen vollendet Kunststück - die Lehren
Von
Update 25/11/2024 um 11:11 GMT+1 Uhr
Max Verstappen hat sich beim Grand Prix von Las Vegas zum vierten Mal in seiner ohnehin schon illustren Laufbahn zum Weltmeister gekrönt. Beim Showdown in der Stadt der Sünden vollendete der niederländische Superstar am Sonntag dabei ein ganz besonderes Kunststück und bewies, dass er seiner verzweifelten Konkurrenz - allen voran Lando Norris - meilenweit voraus ist. Die Lehren aus Las Vegas.
Lando Norris beim Grand Prix von Las Vegas
Fotocredit: Getty Images
Turbulenter hätte man sich die Saison bei Red Bull nicht vorstellen können. Die Affäre rund um Christian Horner stellte den österreichischen Rennstall auf die Zerreißprobe, der Abgang von Stardesigner Adrian Newey hinterließ eine klaffende Lücke, die sich ab der Saisonhälfte auch in den Ergebnissen niederschlug.
Letzten Endes ist in der Formel 1 aber alles beim Alten - zumindest in der Fahrer-Weltmeisterschaft. Max Verstappen reichte beim Grand Prix von Las Vegas ein fünfter Platz, um seinen vierten Titel in Folge zu fixieren.
Diese Saison ist ein Beweis dafür, dass Verstappen auch abseits der Strecke Kunststück verbringt und er seiner Konkurrenz selbst in einem unterlegenen Auto meilenweit voraus ist.
An der Spitze der Konstrukteursweltmeisterschaft sorgen McLaren, Ferrari und Mercedes indes für nostalgische Gefühle.
Die Lehren vom Grand Prix in Las Vegas:
Verstappens besonderes Kunststück
Wenn Max Verstappen sein Profil noch schärfen musste, dann hat er es in diesem Jahr getan. Das Red-Bull-Team drohte auseinanderzufliegen, interne Machtkämpfe wurden sichtbar, dann ging es auch noch sportlich bergab. Die Konkurrenz schloss sich zeitweise zusammen in ihrer Klage über den harten Fahrstil des Weltmeisters und kam gleichzeitig immer näher heran.
Und Verstappen selbst? Der ruhte in sich.
Hart auf der Strecke, entspannt außerhalb. Und, wie man so hört: moderierend, aufmunternd nach innen. Verstappen war die ausgleichende Kraft bei Red Bull, "er ist ein großer Leader", sagt Motorsportberater Helmut Marko. Dieser vierte Titel ist ein ganz besonderer für Max Verstappen, der seinen angeblichen Rivalen meilenweit voraus ist.
Norris ist nicht bereit
"Wir waren noch nicht bereit", sagte Lando Norris nach dem Rennen in Las Vegas und meinte die gesamte Saison. Fast aus dem Nichts war McLaren zum echten Konkurrenten für Verstappen und Red Bull herangewachsen, hatte monatelang das beste Auto im Feld - ließ in dieser Phase aber zu viel liegen, um Druck in der WM aufzubauen.
Das lag am Team, das erst sehr spät auf eine interne Hierarchie im Titelkampf setzte. Das lag aber auch an Norris, der keine einzige seiner sieben Pole Positions über die erste Kurve hinweg verteidigen konnte. Für einen richtigen WM-Kampf ist Norris noch nicht bereit.
Immerhin: Das Team und der immer noch erst 25-Jährige haben der Formel 1 in einer Saison, die früh entschieden schien, die Spannung zurückgebracht. Zumindest für ein paar Monate, immerhin war Norris in den entscheidenden Momenten meilenweit vom Titel entfernt. Für das kommende Jahr dürften die Erfahrungen nicht schaden.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/11/25/image-bea1a0ec-6f0b-4ce3-a80a-4ab0f76ff0b4-85-2560-1440.jpeg)
Lando Norris beim Grand Prix von Las Vegas
Fotocredit: Getty Images
Nostalgie dank Mercedes und Ferrari
Nanu, das war ja fast wie früher! Mercedes und Ferrari im Kampf um den Sieg, Las Vegas 2024 war eine kleine Zeitreise.
Der Doppelsieg für die Silberpfeile war dabei allerdings der eigentliche Ausreißer in einer ansonsten enttäuschenden Saison, Ferrari arbeitet sich ja schon seit einer Weile nach oben - und kämpft an den kommenden beiden Wochenenden in Katar und Abu Dhabi daher aussichtsreich mit McLaren um die Team-WM.
Gemeinsam haben diese drei Teams, dass sie mit Blick auf das kommende Jahr wichtige Signale senden. Das Reglement bleibt noch eine weitere Saison stabil, und momentan spricht alles dafür, dass Max Verstappen sich 2025 endlich mal wieder von Beginn an mit schwerer Gegenwehr auseinandersetzen muss.
Es ist tatsächlich nicht vorauszusehen, welches Team in vier Monaten das Tempo vorgeben wird.
Hülkenberg trägt Haas auf seinen Schultern
Ruhig bleiben und weiterarbeiten, mit diesem Plan war Nico Hülkenberg nach Las Vegas gekommen. Sein Haas-Rennstall hatte im Rennen zuvor den sechsten Platz in der Team-WM verloren, weil Hinterbänkler Alpine im Regen von Sao Paulo auf rätselhafte Weise mit beiden Piloten auf dem Podest landete.
Wichtige Millionen-Einnahmen drohten Haas dadurch zu entgehen - dann kam Hülkenberg und holte Rang acht in Las Vegas, wieder mal war er bester Pilot hinter den vier Topteams. Dank der wichtigen WM-Punkte kletterte Haas gleich wieder auf Rang sechs.
Las Vegas bleibt ein Dorn im Auge
Es bleibt kompliziert mit diesem Rennen. Sportlich war auch die zweite Ausgabe sehr ansehnlich, der Kurs vorbei an den leuchtenden Casinos ist ja sowieso etwas für die Galerie. Dass Las Vegas nun aber der Auftakt eines Triple Headers ist, und dass schon am kommenden Sonntag in Katar gefahren wird, mit elf Stunden Zeitverschiebung - das kommt nicht gut an bei den Fahrern und bleibt daher auch ein Dorn im Auge.
Ohnehin ist dieses neueste US-Rennen mit seiner Nachtarbeit ja ein Biorhythmus-Killer. "Du gehst um sechs Uhr Morgens ins Bett und siehst hier eigentlich die Sonne kaum", sagt Lewis Hamilton.
Das könnte Dich auch interessieren: Vettel huldigt Verstappen: "Besser als alle anderen"
(mit SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/11/03/4058496-82307568-2560-1440.jpg)
Wahnsinn in São Paulo: Verstappen triumphiert im Regen
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung