Im Monaco-Qualifying lief es freilich nicht so schlimm wie damals in Brasilien, aber mit P7 zeigte sich Hamilton trotzdem nicht zufrieden, zumal sein Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas P3 belegte. "Valtteri", sagte Hamilton, "hat hier einfach mehr daraus gemacht", doch als Team habe Mercedes am Samstag "definitiv Probleme" gehabt.
Und: Die Probleme seien immer größer geworden, meint Hamilton, der am Donnerstag noch die Positionen drei und fünf belegt hatte, am Samstag aber nicht an diese Top-5-Positionen anknüpfen konnte. Seine Erklärung: "Am Donnerstag hatte es sich nicht so schlecht angefühlt. Dann haben wir ein paar Änderungen vorgenommen, und heute war es ziemlich schrecklich. Ich hatte einfach keinen Grip."
Er sei auf dem Circuit de Monaco praktisch nur gerutscht, erklärte Hamilton. "[Ohne Grip] tendiert man dazu, das Auto zu überfahren und Druck zu machen, um mehr rauszuholen. Dadurch wird es aber nicht besser. Also: schwierig."
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Das sei wohl vor allem auf die angesprochenen Set-up-Umbauten nach dem Freien Training zurückzuführen, die "komplett in die falsche Richtung" gegangen seien, sagt Hamilton. Die Änderungen hätten sich als "Rückschritt" erwiesen, womit der Mercedes W12 "schlechter als vorher" geworden sei. Mercedes habe sich schlicht bei der Abstimmung verrannt.

Monaco GP: Hamilton kommt mit Reifen nicht klar

Was konkret am Auto umgebaut worden ist, dazu schweigt sich Hamilton aus. Er meinte aber: "Es ist eine Frage der Reifen, die nicht funktionieren. Kein Reifensatz hat funktioniert im Qualifying."
Auch der letzte Versuch hätte keine Verbesserung mehr gebracht, sagte Hamilton bei "Ziggo Sport". Die späte Rotphase nach dem Unfall von Ferrari-Mann Charles Leclerc habe ihn keine bessere Startposition gekostet. "Ich wäre eh wieder an die Box gefahren", meinte Hamilton.
Er ärgere sich daher eher über die Gesamtsituation. "Ich bin aber auch recht gefasst, weil ich weiß, es gibt nichts, was ich jetzt tun kann. Es ist, wie es ist. Am Donnerstag hatte ich mir noch Hoffnungen gemacht. Ich hatte geglaubt, es würde reichen für die Top 3. Dann aber sind wir in die falsche Richtung gegangen. Damit müssen wir jetzt leben und daraus müssen wir lernen."
In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Mit 1:11.095 Minuten verlor Hamilton als Siebter 0,749 Sekunden auf die Pole-Position-Zeit von Leclerc, und fast genau eine halbe Sekunde auf Teamkollege Bottas. Und jetzt steht er neben Ex-Champion Sebastian Vettel in Startreihe vier.

Lewis Hamilton (Mercedes) in Monaco

Fotocredit: Getty Images

Hamiltons Ausgangslage vor dem Rennen in Monaco

Und Hamilton sieht schwarz, wenn er an die Grand-Prix-Distanz denkt: "Überholen ist fast unmöglich. So ist das zumindest von unserer Ausgangslage aus, wenn alle gleich schnell fahren. Nach diesem Samstag dürfte der Sieg nicht mehr in Reichweite sein. Das Minimalziel ist P7. Und wir werden versuchen, nach Möglichkeit noch weiter vorzufahren."
Er werde wohl einfach mitschwimmen und versuchen, "Schadensbegrenzung zu betreiben", sagte Hamilton weiter. "Sehr viel mehr kannst du nicht machen. Es wird eine Prozession, und dann geht es nur darum, den Autos vor dir hinterherzufahren und zu schauen, ob sich mal eine Möglichkeit bietet."
Seine Hoffnung auf Regen am Renntag werde sich eher nicht erfüllen, weshalb Hamilton schon jetzt von einem "ziemlich katastrophalen Wochenende" spricht. "Andererseits: Es könnte schlimmer sein. Wir bleiben einfach konzentriert und nehmen es hin."
Immerhin könne Mercedes auf seine Stärke im Rennen zählen, wie die zurückliegenden Grands Prix gezeigt hätten. "Aber: Ferrari und Red Bull kriegen es definitiv besser hin, ihre Reifen zum Arbeiten zu bringen. Wir als Team haben nicht gut genug gearbeitet, um in der gleichen Ausgangslage zu sein. Das ist natürlich frustrierend."

Monaco GP: Hamilton ohne Vertrauen ins Auto

Und Hamilton nennt zwei mögliche Ursachen für diese Formschwäche: Fehlende schnelle Passagen in Monaco und die "merklich kühleren" Temperaturen im Vergleich zum Donnerstag. Letztere aber hielten Bottas nicht so sehr auf. "Wie er seine Reifen zum Arbeiten kriegt, das weiß ich nicht", sagte Hamilton. "Das müssen wir jetzt gründlich analysieren."
Mercedes steht deshalb wohl eine lange Nacht bevor, denn Andrew Shovlin als ein leitender Ingenieur des Rennstalls meinte: "Es gibt keinen offensichtlichen Grund an [den] Set-ups" der Fahrzeuge von Bottas und Hamilton, warum ein Fahrer besser zurechtkommen sollte als der andere.
Auch Teamchef Toto Wolff ist jetzt viel daran gelegen, "herauszufinden, warum wir das Auto von Lewis nicht besser hinbekommen haben", wie er sagte. Hamilton habe schon im Training nicht das notwendige Vertrauen ins Fahrzeug gehabt, "was sich ins Qualifying übertragen hat", meinte Wolff. "Alles in allem war heute kein guter Tag für uns."
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