Max Verstappen hat beim Großen Preis von Monaco von der unglaublichen Heim-Pechsträhne des Charles Leclerc profitiert und dem scheinbar unantastbaren Formel-1-Rekordchampion Lewis Hamilton die WM-Führung abgejagt. Sebastian Vettel setzte ein kleines Glanzlicht, als Fünfter holte der Heppenheimer seine ersten Punkte für Aston Martin und ließ dabei unter anderem den wütenden Hamilton als Siebten hinter sich.
"Man weiß nie, was passiert, auch in so einem Rennen", sagte Verstappen: "Ich musste auf die Reifen achten, wir mussten den richtigen Moment für den Boxenstopp finden. Aber ich hatte das Rennen gut unter Kontrolle. Von einem Sieg in Monaco träumt man schon als kleiner Junge, das macht mich heute sehr stolz. Wir sind in dieser Saison auf einem guten Weg."
Pole-Setter Leclerc konnte wegen Problemen an seinem Ferrari gar nicht erst starten, in einem einseitigen Rennen holte sich Verstappen im Red Bull letztlich souverän den Prestigeerfolg im Fürstentum vor dem Spanier Carlos Sainz im zweiten Ferrari und dem britischen McLaren-Piloten Lando Norris.
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Formel-1-Neuling Mick Schumacher brachte nach seinen zwei Unfällen im Training den Haas heil auf dem 18. Rang ins Ziel, landete als Letzter aber erstmals hinter seinem russischen Teamkollegen Nikita Mazepin (17.).
Nach seinem zwölften Formel-1-Sieg liegt Verstappen, der in der Wahlheimat bei seinen fünf vorherigen Anläufen nie das Podium erreicht hatte, nun vier WM-Punkte vor Hamilton. Der Titelkampf ist nach knapp einem Viertel der Saison wieder vollkommen offen.

Monaco GP: Pole-Setter Leclerc kann nicht starten

Die Geschichte des Rennens war aber der "Monaco-Fluch" des Lokalmatadoren Leclerc. Der 23-Jährige, der am Samstag ebenso überraschend wie kurios die Pole Position erobert hatte, fuhr wegen technischer Probleme nicht einen Rennmeter. Traurig winkte er den Fans zu, der Trost der Fürstenfamilie linderte seinen Schmerz nicht wirklich.
"Es ist schwierig, das zu verdauen, mir fehlen die Worte, ich bin sehr traurig", sagte Leclerc bei "Sky": "Es ist hart, dieses Rennen nicht starten zu können." Denn es schien so viel möglich.
Völlig überraschend hatte er am Samstag Startplatz eins erobert, es war die erste Pole für Ferrari seit Oktober 2019. Der Monegasse setzte dabei zunächst die Bestzeit und beendete dann beim letzten Versuch der zehn Top-Piloten mit einem Abflug in die Leitplanke das Qualifying für alle.

Pole-Setter Charles Leclerc (Ferrari) konnte in Monaco nicht starten

Fotocredit: Getty Images

Leclerc selbst befürchtete einen Getriebeschaden, der Einsatz eines neuen Bauteils hätte ihn in der Startaufstellung um fünf Plätze zurückgeworfen. Doch Ferrari prüfte intensiv und gab am Sonntagmittag Entwarnung: "Charles behält seine Pole Position."
Schon bei seiner Installationsrunde gut 40 Minuten vor dem Start merkte Leclerc allerdings, dass etwas anderes nicht in Ordnung war. Die Crew arbeitete daraufhin fieberhaft in der Garage, wenig später stieg Leclerc aus und gab auf. "Schade für ihn, aber gut für mich", sagte Verstappen lapidar, der damit trotz Startplatz zwei ganz vorne stand.
Für Leclerc setzte sich eine schwarze Serie in seiner Heimat fort. Noch nie hat er in Monaco die Zielflagge gesehen, weder in der Formel 2 noch in der Formel 1. Dabei bleibt es erstmal.

Monaco GP: Mercedes erlebt Desaster - Vettel blüht auf

Das Rennen selbst nahm einen für Monaco typischen Verlauf: Beim Sprint zur ersten Kurve behauptete Verstappen vor 7500 Zuschauern seine Führung vor Valtteri Bottas im zweiten Mercedes, dahinter waren Positionsveränderungen die Ausnahme.
Bewegung kam erst nach 30 der 78 Runden ins Rennen: Hamilton wechselte auf den härtesten Reifensatz - und moserte danach im Boxenfunk über die diesmal fehlgeschlagene Strategie der Mercedes-Superhirne. Denn Hamilton verlor durch die gewählte Taktik sogar Plätze, und das obwohl für seinen Teamkollegen Bottas das Rennen bald danach vorbei war - weil sich am Boliden des Finnen eine Reifenmutter partout nicht lösen ließ.
"Am liebsten würde ich heulen, aber das wäre nicht produktiv. Das ganze Wochenende war zum Vergessen, aber genau das dürfen wir nicht: vergessen", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei "Sky".

Sebastian Vettel (Aston Martin) in Monte Carlo

Fotocredit: Getty Images

Für Vettel dagegen war es das erste wirklich erfreuliche Rennen des Jahres im bislang nicht konkurrenzfähigen Boliden. Dabei half eine starke Rennleistung des Deutschen ebenso wie die gute Strategie der Aston-Martin-Box.
Vettel hat nach vier Nullnummer in Folge nun zehn WM-Punkte auf dem Konto. "Der fünfte Platz ist mit Sicherheit gut", sagte er: "Irgendwie wussten wir, dass wir hier etwas mehr rausholen können als woanders. Wenn du rausfährst und direkt ein gutes Gefühl hast, kannst du darauf aufbauen. Das ganze Wochenende hat sich ganz gut angefühlt, das hat vielleicht den Unterschied gemacht."
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(SID)

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