Der Dreher passierte direkt vor der McLaren-Box. Deren Ingenieure am Kommandostand kamen mit dem Schrecken davon, funkten aber natürlich sofort FIA-Rennleiter Michael Masi an, um sich zu beschweren.
Damit Bottas weiterfahren konnte, gaben die verdutzten McLaren-Mechaniker die "Ersthelfer" und schoben Bottas um einige Meter zurück, damit er in der Boxengasse wenden und zurück in die Fast-Lane fahren konnte.
Sein Dreher hat für Bottas zudem auch Auswirkungen auf das Rennen am Sonntag. Der Finne erhielt von der Rennleitung eine Strafvetzung um drei Positionen in der Startaufstellung für den Steiermark-Grand-Prix.
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Die Sportkommissare befanden ihn schuldig, einen Regelverstoß begangen zu haben. Außerdem erhielt er zwei Strafpunkte auf seine Fahrerlizenz.

Sportkommissare stufen Bottas-Dreher als "potenziell gefährlich" ein

Begründung: Die Situation sei "potenziell gefährlich" gewesen, und zwar "vor allem, weil sich Teammitglieder in der Boxengasse befanden", so erklären die Sportkommissare.
In ihrem Bericht wird die gesamte Szene so beschrieben: "Bottas fuhr von seinem Stellplatz los und verlor die Kontrolle über sein Auto, als er in die Fast-Lane einbog. Er bekam Übersteuern, drehte sich und kam quer zur Fast-Lane auf der Höhe der McLaren-Box zum Stehen."
Bottas selbst habe in seiner Anhörung erklärt, wie es zum Dreher habe kommen können. "Er sagte, sein Team habe in der Vergangenheit Zeit verloren beim Losfahren nach einem Boxenstopp", so die Sportkommissare weiter. "Also hätten sie etwas Neues probiert, nämlich das Anfahren im zweiten Gang."
"Sky"-Experte Timo Glock hatte Bottas schon während des Trainings kritisiert: "Hätte er das Auto ein paar Meter früher verloren, wäre er in die Mechaniker reingefahren. Das darf einem Bottas nicht passieren."
Ganz anderer Meinung war, naturgemäß, Mercedes-Teamchef Toto Wolff: "Es war absolut gefährlich, aber dafür kann er nichts. Also wenn da einer von Strafe spricht, soll man ihn mal ins Auto setzen und fragen, wie das ist, wenn man da Gas gibt."

Bottas erklärt Dreher mit verändertem Setup

Rückendeckung erhielt Wolff von Alfa-Romeo-Teammanager Beat Zehnder: "Wenn ich Rennleiter wäre, ich würde das laufen lassen", sagte der Schweizer und schlug "eine Verwarnung" als angemessene Reaktion vor. "Er hat kein Personal gefährdet, denn die waren alle zwei, drei Meter weg. Für mich war das nicht gefährlich." Das sahen die Kommissäre nach dem Training offenbar anders.
Bottas selbst schob den Dreher auf eine Set-up-Variante am Mercedes W12 und erklärte: "Wir hatten mal was anderes probiert beim Wegfahren von der Box. Es war einfach ein bisschen anders als das, was wir sonst beim Wheelspin machen. Deshalb habe ich mich gedreht."
Bestzeit fuhr letztendlich Verstappen in 1:05.412 Minuten; der Niederländer war damit aber nicht der schnellste Mann des Tages. Denn Lewis Hamilton (Mercedes) hatte sogar eine Zeit von 1:05.335 Minuten gesetzt, bekam diese aber wegen eines der vielen Tracklimits-Verstöße in der Zielkurve auf dem Red-Bull-Ring gestrichen.

Vettel fährt im 2. Training auf Platz sechs

Stark verbessert präsentierte sich am Nachmittag Aston Martin. Sebastian Vettel verkürzte seinen Rückstand auf Verstappen auf 0,522 Sekunden und eroberte damit den sechsten Platz. Phasenweise lag er sogar an vierter Stelle. Sein Teamkollege Lance Stroll wurde mit 0,557 Sekunden Rückstand Achter.
Ein paar Dreher gab's am Freitagnachmittag auch auf der Strecke: Carlos Sainz (11./Ferrari) war da betroffen, Nicholas Latifi (19./Williams) ebenso, und natürlich Nikita Mazepin (18./Haas). Mick Schumacher kam hingegen gut durch die Session. Er wurde mit 1,474 Sekunden Rückstand 17. - 0,518 Sekunden vor seinem Teamkollegen aus Russland.

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