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GP der Toskana: Ferrari geht gebeutelt ins 1000. Rennen
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Publiziert 09/09/2020 um 14:15 GMT+2 Uhr
Ferrari bestreitet am Sonntag in Mugello sein 1000. Formel-1-Rennen. Partystimmung kommt keine auf, und das liegt ausnahmsweise nicht am Coronavirus. Denn denn die Scuderia, mit den Fahrern Sebastian Vettel und Charles Leclerc, performt so miserabel wie schon lange nicht mehr. Vettel hat die Flinte schon ins Korn geworfen, "der Drops" sei gelutscht sagte er nach dem vergangenen Rennen in Monza.
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Der äußere Rahmen stimmt, zumindest gemessen an der komplizierten Weltlage. Der behelfsmäßig zusammengestellte Corona-Rennkalender hat Ferrari zum 1000. Formel-1-Rennen ein Heimspiel beschert - und den ersten Grand Prix des Jahres vor zahlenden Zuschauern. Statt wie ursprünglich vorgesehen am 14. Juni in Montreal/Kanada, steigt das große Jubiläum der Roten am kommenden Wochenende auf der hauseigenen Strecke in Mugello. Der große Haken: Ferrari hat mit seinen Leistungen jeden Anflug von Partystimmung im Keim erstickt.
"Das Auto ist sicher nicht auf dem Niveau, das wir uns wünschen", sagte Teamchef Mattia Binotto und fügte mit Blick auf das neunte Saisonrennen (Sonntag, 15:10 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) an: "Wir wollen Punkte holen, denn Punkte sind wichtig für uns."
Punkte?! Als Ferrari?! Ja, so weit ist es gekommen. Der älteste und bekannteste Rennstall der Formel 1, der auf mehr WM-Titel (31) und Grand-Prix-Siege (238) zurückblicken kann als jedes andere Team, würde auch über Platzierungen zwischen fünf und zehn nicht meckern.
Vettel: "Der Drops ist gelutscht"
Dabei sollte anlässlich des großen Jubiläums nach zwölfjähriger Durststrecke eigentlich die Weltmeisterschaft her, der selbstredend atemberaubend schöne Rennwagen für dieses Projekt wurde SF1000 getauft. Binotto erklärte bei der pompösen Präsentation im Februar in einem historischen Theater, man habe "alle Konzepte ins Extrem" geführt.
Der diesjährige Ferrari hat sich vor allem als eines erwiesen: extrem schlecht. Rang sechs in der Konstrukteurs-WM ist ein miserabler Zwischenstand, zuletzt war die Scuderia 1980 am Saisonende schlechter platziert.
Der viermalige Weltmeister und 53-malige Grand-Prix-Sieger Sebastian Vettel ist nur 13. in der Fahrerwertung, die Hoffnung auf Besserung hat der Heppenheimer längst aufgegeben. "Der Drops ist gelutscht, dieses Jahr wird schwierig bleiben, und nächstes Jahr betrifft es mich nicht mehr", sagte er nach seinem Bremsdefekt am vergangenen Sonntag in Monza.
Ferrari: Vettel geht, Probleme bleiben
2021 wird Vettel im Ruhestand sein oder für ein anderes Team fahren, Ferraris Probleme aber dürften bleiben. Das Reglement lässt kaum Entwicklungsspielraum bis zum Ende der kommenden Saison. Der Ferrari-Motor ist der schwächste im Feld, seit der Weltverband FIA im vergangenen November ein Schlupfloch im Reglement geschlossen hat, welches die Scuderia augenscheinlich genutzt hatte. Die Aerodynamik passt hinten und vorne nicht, Vettel und auch Charles Leclerc kämpfen mit einem langsamen und zugleich wilden Boliden.
Und so muss Ferrari in Mugello vom Glanz der Vergangenheit zehren. Die Rennwagen werden eine Speziallackierung im Look der 1950er-Jahre tragen, das leuchtende Rot wird ein wenig dunkler.
Dazu werden 3000 Fans auf den Rängen sitzen, für das vom Coronavirus hart getroffene Italien ein Meilenstein. "Es ist das erste internationale Event, das Zuschauern in Italien offen steht. Für uns ist dies ein wichtiges Signal für den Neustart des ganzen Landes", sagte Binotto am Dienstag bei der Pressekonferenz des Streckenbetreibers in der Toskana.
Auf den drei Tribünen sollen je 1000 Zuschauer Platz finden. Bei den Fans wird die Temperatur gemessen, zudem muss Mundschutz getragen werden. Beim Grand Prix werden neben Formel-1-Boss Chase Carey und FIA-Chef Jean Todt auch Ferrari-CEO Louis Camilleri und -Präsident John Elkann unter den Besuchern sein. Jetzt müsste nur noch Ferrari mitspielen.
(SID)
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