Die Schuldfrage? Ihm ist sie "herzlich egal. Keine Ahnung. Und es spielt für mich auch keine Rolle. Ich wäre ja eh nicht ins Ziel gekommen." Damit spielt Verstappen auf den Defekt an, der ihn unmittelbar nach dem Start ereilt hatte. Oder treffender: Der ihn direkt beim Verlassen der Box ereilt hatte.

Denn: "Ich spürte schon auf der Fahrt in die Startaufstellung, dass etwas nicht stimmte. Das Auto ging nicht in den Leerlauf und in der Aufwärmrunde geriet ich in das Anti-Stall-Programm."

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Vor dem Start wurde daher fieberhaft am Fahrzeug von Verstappen gearbeitet, und mit Erfolg, wie Red Bull daraufhin vermelden ließ. Die Situation sei "im Griff", meldete man aus der Startausstellung. Kurz darauf stellte sich aber heraus: Behoben war das Problem nicht.

Auf den ersten Metern ging noch alles glatt, meinte Verstappen bei "Ziggo Sport". "Mein Start an sich war gut. Ich zog außen neben Lewis, aber als ich bei Vollgas war, hatte ich ein ähnliches Problem wie in Monza und plötzlich keine Leistung mehr. Dieses Problem ist also noch nicht gelöst."

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Mugello: Verstappen sauer über Probleme bei Red Bull

Alles Weitere sei lediglich eine Folge des technischen Fehlers gewesen, so Verstappen weiter. "Dann findest du dich schnell mittendrin im Feld wieder und wirst dort leicht in einen Crash verwickelt. Ich weiß nicht mal, was genau passiert ist, aber wir hätten nie in dieser Position sein sollen."

Schon wieder ein Rennen nicht zu beenden, sein drittes bei neun Grands Prix dieses Jahr, das sei "ziemlich frustrierend", sagte Verstappen. "Wir hätten heute eine gute Chance gehabt, gegen Mercedes zu kämpfen, aber wenn es immer so geht ... Ich verstehe es nicht. Und ich bin wirklich nicht zufrieden im Moment, kann aber nichts daran ändern."

Wie viel Frust bei Verstappen mitschwingt, das zeigte sich in seinem Funkspruch "Fucking Shitshow", als er sich über die für ihn bittere Anfangsphase äußerte.

Massencrash in Mugello

Fotocredit: Getty Images

Mugello: Verstappen in der WM weit hinter Hamilton zurück

Über die genaue Defektursache gibt es zur Stunde noch "keine Erkenntnisse", wie Red-Bull-Sportchef Helmut Marko im "ORF"e erklärt. Er verortet das Problem aber "im elektronischen Bereich" und räumte "eine gewisse Ähnlichkeit mit den Monza-Vorfällen" ein. "Nützt aber alles nichts", sagte Marko weiter.

"Wir haben jetzt gesehen mit Albon, dass unser Speed sehr wettbewerbsfähig ist und dass unser Reifenverschleiß besser ist als bei Mercedes. Also mit Max war die reelle Gewinnchance da. Alles in allem ein turbulentes Rennen mit einem schlechten Ausgang für uns."

"Schlechter Ausgang", das bedeutet: Verstappen hat jetzt einen Rückstand von 80 Punkten auf Hamilton in der Formel-1-Fahrerwertung.

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