Die FIA ist in dem Fall sogar gnädig: In Artikel 27.3 des Sportlichen Reglements ist festgelegt, dass ein Fahrer zu jeder Zeit die Strecke benutzen muss. Und: "Die weißen Linien, die die Strecke definieren, werden als Teil der Strecke angesehen, die Randsteine aber nicht." Daher sei Rennleiter Michael Masi laut Brundle sogar gnädig, wenn er die Randsteine mit zur Strecke zählen lässt.
"Fakt ist, dass die Regeln nicht richtig angewendet werden und noch viel härter sein könnten, wenn wir die weißen Linien beobachten würden, die unser Spielfeld abgrenzen. Wenn ein Auto ein Kilogramm untergewichtig oder einen Millimeter zu breit ist, wird man ja auch vom Event ausgeschlossen", schrieb Brundle in einer Kolumne bei "Sky".
Er fragt sich: "Warum sollten wir dann bei der Beobachtung der Streckenbegrenzung so schlampig sein, um es den Fahrern einfacher zu machen?"
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Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko hatte sich nach dem Rennen in Portugal und der aberkannten schnellsten Runde von Max Verstappen über das Thema Tracklimits geärgert: "Jetzt haben wir den Sieg verloren, schnellste Runde, Poleposition. Aller guten Dinge sind drei. Ich hoffe, jetzt ist auch mal Schluss."

Tracklimit-Diskussionen in Bahrain nach Duell zwischen Verstappen und Hamilton

Nachdem Max Verstappen in Bahrain die Führung zurückgeben musste und in Portugal jeweils eine Zeit gestrichen bekam, die für die Pole Position und die schnellste Runde gereicht hätte, hatte der Österreicher die Schnauze voll von Tracklimits und prangerte vor allem die Inkonstanz bei diesem Thema an.
Schon in Bahrain gab es eine Menge Diskussionen über Tracklimits in Kurve 4. Lewis Hamilton war dort 29 Mal neben der Strecke unterwegs, bekam aber keine Strafe, Max Verstappen musste später an der Stelle aber seine Position zurückgeben.
Das ist auch die Inkonstanz, die Marko anprangert. Auch in Portimão habe Lando Norris in Kurve 4 einen Vorteil gehabt, bevor er Sergio Pérez überholte - eine Anmerkung der Rennkommissare dazu gab es aber nicht.

Brundle fordert bei Tracklimits eine "harte Hand"

Im Fall von Red Bulls eigenen Vergehen sieht Brundle aber keinen Spielraum: "Man würde laut lachen, wenn man im Fußball die Torlinie ignorieren würde, wenn es bestimmten Teams passt", meinte er.
"Im Rennen wurde nur ein Fahrer bestraft, weil er in Kurve 14 außerhalb der Tracklimits war. Und das hat Verstappen und Red Bull einen WM-Punkt gekostet - einfach weil er einen Vorteil hatte und sein Auto nicht innerhalb der vorgegebenen Linien vollkommen unter Kontrolle hatte", so der Brite.
Doch das Problem ist hausgemacht: Randsteine sind heutzutage so flach, dass sie teilweise nur noch die Höhe der Farbschicht besitzen, und Auslaufzonen sind häufig asphaltiert, sodass man einfach ohne Bestrafung drüberfahren kann.
Brundle meint: "Es braucht eine harte Hand, ansonsten nehmen sich die Fahrer immer mehr Freiheiten heraus." Eine andere Lösung hat er sonst auch erst einmal nicht: "Vielleicht könnte der Fahrer für einige Runden DRS verlieren, aber das macht am Ende des Rennens auch nichts mehr aus ..."

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