Nico Rosberg hatte zuvor in seiner Rolle als TV-Experte seinen früheren Mercedes-Teamkollegen Hamilton als "phänomenal" gepriesen und dessen Extraklasse unterstrichen - was Rosberg gewiss auch deswegen regelmäßig tut, um die Größe seines WM-Triumphs von 2016 zu unterstreichen. Davon abgesehen, weiß allerdings tatsächlich niemand so gut wie der gebürtige Wiesbadener, welch hohe Hürde der 36-jährige Brite darstellt.
"Den Unterschied hat diesmal der Fahrer gemacht", sagte Rosberg bei "Sky": "Max hat einfach zu viele Fehler gemacht. Das kann man sich nicht erlauben. Wenn man gegen Lewis Hamilton Weltmeister werden will, muss alles perfekt laufen, sonst hat man keine Chance."
Tatsächlich patzte Verstappen im Qualifying, als es darauf ankam. Im Rennen schenkte ihm das Safety Car die unverhoffte Chance, den fast 13 Jahre älteren Hamilton zu überholen - was ihm letztlich nichts nutzte, weil er nur wenige Runden später vom nun 97-maligen Grand-Prix-Sieger in einen Fehler getrieben wurde und prompt wieder hinterherfuhr.
Formel 1
Wolff begrüßt Sprintrennen: "Intelligentester Vorschlag seit Jahren"
02/05/2021 AM 13:44

Hamilton mental stärker als Verstappen?

In Schlagdistanz kam Red-Bull-Star Verstappen danach nicht mehr, Platz zwei war das Maximum und wohl auch Pflicht nach Hamiltons "deutlicher Absichtserklärung für den achten WM-Titel" (Telegraph). Die "Daily Mail" wertete die Vorstellung von Sir Lewis als "Demonstration von unerbittlicher, den Rivalen zerstörender Zuverlässigkeit."
Tatsächlich mag Hamilton nicht immer unantastbar wirken, doch der Brite ist derart erprobt in Hochdrucksituationen, dass er cool bleibt, wo andere Nerven zeigen. Im Kopf ist kein aktueller Formel-1-Fahrer so stark wie er. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff lobte seinen Star-Piloten:
Es war eine unglaubliche Vorstellung von Lewis, er hatte alles unter Kontrolle."

Hamilton zeigt sich selbstkritisch nach Portimão

Hamilton selbst war indessen keineswegs zufrieden mit seinem Rennen: "Idiot" habe er zu sich selbst gesagt, als er den Restart nach der frühen Safety-Car-Phase verschlief, bekannte Hamilton nach seiner Triumphfahrt, die ihm im WM-Kampf ein Acht-Punkte-Polster auf Verstappen einbrachte.
Dass das Pendel nun dauerhaft Richtung Hamilton und Mercedes ausschlagen wird, glaubten derweil weder Sieger noch Geschlagene. "In den paar Tagen bis zum nächsten Rennen in Barcelona müssen wir alles analysieren. Es war kein perfekter Tag, wir müssen alles anschauen und jeden Stein umdrehen", analysierte Hamilton, der zudem prophezeite, dass das "fabelhafte Duell zwischen diesen beiden Rennställen" weitergehen wird.

Red-Bull-Motorsportberater Marko: "Die Entwicklung stimmt"

Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko bezeichnete im Nachgang den Kurs in Portimão als "Mercedes-Strecke", nachdem er zuvor den Silbernen Nervosität unterstellt hatte. Zum Großen Preis von Spanien am kommenden Sonntag (15.00 Uhr/RTL und Sky) nimmt der promovierte Rechtswissenschaftler die Erkenntnis mit, "dass wir dran sind. Es hat diesmal nicht gereicht für einen Sieg, aber die Entwicklung stimmt."
Wolff, Intimfeind seines österreichischen Landsmanns, genoss den Triumph nach den jüngsten Sticheleien zwischen beiden Lagern offenkundig ganz besonders.Wolff freute sich diebisch:
Mir fallen sofort drei Dinge ein, die wir schlechter gemacht haben. Aber was haben wir besser gemacht? Den Doktor haben wir geärgert."
Das könnte Dich auch interessieren: Erstes Überholmanöver von Schumacher in der F1: Premiere in Portugal
(SID)

Schumacher macht Sitzanpassung - Haas stellt neuen Wagen vor

Grand Prix von Portugal
Pläne mit Audi oder Porsche? So stichelt Mercedes gegen Red Bull
02/05/2021 AM 09:56
GP von Ungarn
0,7 Liter Benzin zu wenig: Vettel verliert Podiumsplatz nach Disqualifikation
VOR 3 STUNDEN