Red-Bull-Pilot Max Verstappen hatte nach dem Restart des Großen Preises von Saudi-Arabien (aufgrund eines Crashs von Mick Schumacher) bei einem harten Zweikampf mit dem zu dem Zeitpunkt führenden Lewis Hamilton abgekürzt und sich damit auf Position eins geschoben.
Nachdem das Rennen ein zweites Mal unterbrochen werden musste, unterbreitete die Rennleitung um Renndirektor Michael Masi Red-Bull-Teamchef Christian Horner via Boxenfunk das Angebot, von einer Strafe für den Niederländer abzusehen, wenn sich dieser bei Wiederaufnahme des Rennens hinter Esteban Ocon (zu dem Zeitpunkt auf Platz zwei) und Hamilton auf Rang drei einreihen würde.
Eine Aktion, die in Motorsport-Welt für Aufsehen sorgte.
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"Da muss ich ganz deutlich sagen, dass das überhaupt nicht geht! Ich habe während meiner Tätigkeit als Steward auch schon ähnliche Situationen erlebt, aber über eine Strafe zu verhandeln, während die Autos noch fahren, das geht einfach nicht", übte Motorsport-Legende Hans-Joachim Stuck im Exklusiv-Interview mit Eurosport.de harsche Kritik an der Entscheidung der FIA.
Jedoch sollte der kuriose Funkspruch nicht der einzige Zwischenfall in Dschiddah bleiben.

Verstappen-Manöver: Stuck reagiert mit Unverständnis

Nur kurze Zeit später kamen sich Verstappen und Hamilton erneut ins Gehege, als der Red-Bull-Pilot den Rekord-Weltmeister bei einem Überholversuch abdrängte. Dieses Mal blieb die Aktion des Niederländers jedoch nicht folgenlos. Die Rennleitung wies Verstappen an, seine Spitzenposition an Hamilton abzugeben, was Red Bull via Funkspruch an den 24-Jährigen weitergab.
Doch anstatt Platz zu machen, stellte sich Verstappen Hamilton in der DRS-Zone regelrecht in den Weg und bremste scharf ab. In der Folge bremste auch Hamilton und krachte von hinten in den Boliden des Niederländers.
"Im Fernsehen hat man das nicht genau gesehen, aber in der Urteilsbegründung der FIA stand, dass er mit rund 60 bar gebremst hat, was relativ hoch ist. Was ich daran nicht verstehe, ist, warum man so etwas macht, weil man damit nicht nur den Konkurrenten, sondern auch sich selbst in einen möglichen Ausfall treibt. Was da genau in den Leuten vorgegangen ist, darüber möchte ich mir kein Urteil erlauben", erklärte Stuck weiter.
Ganz nachvollziehen konnte er das Verhalten der beiden WM-Konkurrenten jedoch nicht. "Warum ist Verstappen in der Szene in der Mitte gefahren und nicht links oder rechts? Warum ist Hamilton nicht sofort volles Rohr vorbeigefahren? Das sind alles Fragen, bei denen man nicht weiß, was in den Köpfen der Fahrer vorgegangen ist, deshalb muss man auch mit einer Beurteilung von außen vorsichtig sein", sagte er.

Lewis Hamilton und Max Verstappen im Fight

Fotocredit: Imago

Verstappen-Strafe sorgt für Verwunderung bei Stuck

Während sich Hamilton letztlich den Sieg bei der Premiere in Saudi-Arabien holte, wurde Verstappen, der am Ende Platz zwei rettete, im Nachgang mit einer Zehn-Sekunden-Strafe sowie zwei Strafpunkten belegt.
Auch jenes Urteil sorgte bei Stuck für Verwunderung. "Wenn die Begründung der Kommissare auf Tatsachen beruht, wovon ich ausgehe, dann wundert es mich, dass die Strafe so ausgefallen ist. In der Vergangenheit sind viele Dinge vorgefallen, die anders bestraft wurden. Bei den Entscheidungen der FIA ist sehr viel Wankelmütigkeit dabei - aktuell kann ich davon nicht alle nachvollziehen. Für mich ist das sehr undurchsichtig", schimpfte der 70-Jährige und betonte:
"Was in Saudi-Arabien passiert ist, das habe ich in der Form noch nie erlebt. Das war schon sehr chaotisch, um es vorsichtig zu formulieren."
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