Bereits sehr früh in der Saison 2020 war klar, dass die Wahl nicht auf Sebastian Vettel fallen wird, sollte sich Red Bull tatsächlich dazu entscheiden, Alexander Albon auszutauschen. Von dem Zeitpunkt an gab es nur noch zwei realistische Kandidaten für das Cockpit: Pérez, der letztendlich den Zuschlag erhalten hat, und Hülkenberg.
Interessant: Marko verrät im Jahresrückblick-Interview erstmals, dass die beiden Fahrer sich beim Team gemeldet haben und nicht umgekehrt. Abgesehen von einer Kontaktaufnahme fand zunächst nicht viel statt. Erst "im Herbst, bei den Italien-Rennen, wurde das intensiver", sagte der Red-Bull-Motorsportkonsulent.
Dort fuhr Albon in Mugello aufs Podium und verschaffte sich kurz etwas Luft. Doch gleich darauf, beim Grand Prix von Russland in Sotschi, fiel seine Leistung wieder deutlich ab. Es waren entscheidende Wochen, in denen immer klarer wurde, dass Albons Chancen auf einen Weiterverbleib nur noch gering sind.
Formel 1
"Finde ich frustrierend": Vettel kritisiert die Formel 1
28/12/2020 AM 11:49
Pérez begann in der Öffentlichkeit auf eine Entscheidung zu drängen, doch Red Bull befand sich "in einer sehr komfortablen Lage. Weder Hülkenberg noch Pérez hatten Alternativen in der Attraktivität von Red Bull Racing. Wir mussten also nicht warten, sondern wir mussten denen nur sagen, dass sie warten sollen bis nach Saisonende, dann entscheiden wir uns", sagte Marko.

Red Bull zögert Fahrerentscheidung lange hinaus

Und für diese Entscheidung war ein Faktor sehr wichtig: das langjährige Wissen über den Mercedes-Motor, das Pérez mitbringen konnte. Der 30-Jährige hat seine Formel-1-Karriere seit 2013 (damals noch auf McLaren, später dann auf Force India beziehungsweise Racing Point) ausschließlich mit Mercedes-Power bestritten.
Hülkenberg hingegen "war zuletzt Renault", sagt Marko. 2012 und 2014 bis 2016 war er bei Force India zwar ebenfalls mit Mercedes-Hybridantrieben unterwegs. Doch 2017, 2018 und 2019 fuhr er bei Renault, sodass ihm aktuelles Detailwissen über die fahrerischen Parameter der Mercedes-Power-Unit fehlt.
Das können in Markos Augen auch die Racing-Point-Gasteinsätze in der Saison 2020 nicht kompensieren: "Die drei Rennen, die er mit Mercedes-Motor gefahren ist, kann man wahrscheinlich nicht hernehmen, weil er da mehr damit beschäftigt war, sich aufs Auto einzustellen als Daten zu sammeln."
Für Pérez habe hingegen gesprochen, "dass er viele Saisons mit dem Mercedes-Motor gefahren ist und über Fahrbarkeit, Ansprechverhalten und all diese Dinge Bescheid weiß". Die finale Entscheidung hat Marko Hülkenberg dann telefonisch am Tag der Bekanntgabe mitgeteilt: "Ich habe ihn zehn Minuten vorher angerufen und ihm gesagt, dass es leider nichts wird."
Das könnte Dich auch interessieren: Einem Monat nach Feuerunfall: Grosjean meldet sich zu Wort

Mammutprogramm: So sieht der Formel-1-Kalender 2021 aus

Formel 1
Sexismus-Skandal: Model schießt gegen Schumachers Teamkollege
27/12/2020 AM 16:16
Formel 1
Grosjeans Überleben für Vettel der "Moment des Jahres"
27/12/2020 AM 13:52