Mercedes - Ex-Ingenieur verrät: Lewis Hamilton spionierte die Kabellänge bei der Konkurrenz aus

Lewis Hamilton ist in der Formel 1 vor allem für seine außergewöhnlichen Fähigkeiten im Cockpit bekannt. Laut dem ehemaligen Mercedes-Ingenieur Philipp Brändle ist der siebenmalige Weltmeister aber auch ein "Super-Spion" im Parc fermé. Bei "Servus TV" verriet Brändle kürzlich, dass Mercedes einmal auf Anraten Hamiltons einen Kabelbaum verkürzte, weil er dies bei einem anderen Fahrer erspäht hatte.

Lewis Hamilton (r.) im Gespräch mit Red-Bull-Pilot Max Verstappen

Fotocredit: Getty Images

Philipp Brändle, der bis Ende 2019 als Ingenieur an Lewis Hamiltons Auto gearbeitet hat und bei "Servus TV" das erste Saisonrennen in Bahrain als Experte begleitete, lobte den Briten für dessen Spion-Fähigkeiten: "Der schaut sich alles sehr genau an."
Brändle erzählte: "Da gab es zum Beispiel eine Szene, vor dem Podium in dem Raum, wo sie was trinken. Da ist ihm bei einem anderen Rennanzug aufgefallen, dass der weniger Kabel hat. Wo es drum ging, dass man Gewicht einsparen kann. Weil halt wirklich jedes Detail in der Formel 1 zählt."
"Daher hat er uns das Feedback gegeben, dass das andere Team einen kürzeren Kabelbaum hat, einen kleineren Stecker. Also wirklich alles, wie man irgendwie nur ein Gramm sparen kann, ist wichtig. Und auf solche Details schaut er dann. Und das hat man dann umgesetzt", erklärte der Österreicher während der Live-Übertragung.
Das Auge der Fahrer nach Rennende ist ein Faktor, der von vielen Außenstehenden unterschätzt wird. Die Ingenieure selbst haben keine Gelegenheit, bei einem gegnerischen Team mal eben in die Box zu spazieren und sich das Auto aus nächster Nähe anzusehen.

Hülkenberg erklärt: "Du sammelst Informationen und gibst das an deine Leute weiter"

Das geht nur in der Startaufstellung, wo die Autos aber meistens, so gut es geht, abgeschirmt werden, zum Beispiel mit Menschenketten. Red-Bull-Designer Adrian Newey ist zum Beispiel bekannt dafür, seine Aufmerksamkeit am Vorstart mehr anderen Autos zu widmen als seinem eigenen. Die Fahrer können das im Parc fermé aber sehr wohl.
"Du sammelst Informationen", bestätigte ServusTV-Experte Nico Hülkenberg. "Du schaust dir an, wie das bei dem Auto gelöst ist und gibst das dann deinen Leuten weiter. Und du hoffst natürlich, dass die damit was anfangen können und dein Auto schneller machen."
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Quelle: SID

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