Fünf Wochen lang stand die Formel 1 ohne Weltmeister da, am Montag endlich hatte das Warten ein Ende: Lewis Hamilton bleibt bei Mercedes, der Fixstern dieses Sports brennt weiter, die Königsklasse atmete auf - dann sah sie genauer hin. Und hielt schon wieder die Luft an. Denn der Rekordweltmeister und das erfolgreichste Team fahren auf Sicht, der neue Vertrag gilt nur für elf Monate.
Er freue sich auf seine neunte Saison mit dem Werksteam, sagte Hamilton, man wolle auf die "Erfolge weiter aufbauen" und sich gemeinsam "auf und abseits der Strecke weiter verbessern". Den achten WM-Titel, den alleinigen Rekord vor Michael Schumacher also, peilt der 36-Jährige nun an.
Mehr aber eben erstmal nicht. Die Laufzeit nur bis Ende 2021 ist die größte Überraschung dieser Verkündung, die Wochen und Monate auf sich warten ließ und dennoch stets nur wie eine Frage der Zeit wirkte.
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Es habe kein "Worst-Case-Szenario" gegeben, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff am Montag, keines, in dem es ohne Hamilton weitergehen muss: "Wir wussten immer, dass wir zusammen weitermachen wollen." Nur hätte sich im Jahr 2020 unter anderem das "wirtschaftliche Umfeld verändert, und daher haben wir ein paar Wochen gebraucht".

Hamilton und Mercedes werden eine Stiftung gründen

Das Jahresgehalt, englische Medien spekulieren mit rund 45 Millionen Euro, war damit zweifellos wichtiger Teil der Verhandlungen. "Wir leben gerade in einer schwierigen Zeit, auch für die Unternehmen", sagte Wolff, "für Lewis war das aber immer klar, er hat immer Loyalität zum Konzern gezeigt."
Ein weiterer Bestandteil der Einigung dreht sich nicht um Sportliches, sondern um einen Bereich, in dem Hamilton in den vergangenen Jahren immer aktiver wurde und auch Unterstützung von Mercedes einforderte: Der Engländer und sein Arbeitgeber werden eine gemeinnützige Stiftung ins Leben rufen, die zu mehr Inklusion und Vielfalt im Motorsport beitragen soll. Das Kapital der Stiftung betrage "einige Millionen", so Wolff, "die Hälfte kommt von Lewis, die andere von Mercedes."
Als "Nonsens" bezeichnete der Österreicher Gerüchte, nach denen Hamilton sich eine Teamkollegen-Klausel in den Vertrag habe einbauen lassen wollen - um etwa sein Veto gegen die Verpflichtung des jungen Topstars Max Verstappen einlegen zu können. So etwas sei "nicht mit einem Wort erwähnt" worden, sagte Wolff.

Wolff über Einjahresvertrag: "Wollten nicht noch eine zusätzliche Saison diskutieren"

Und doch zogen sich die Verhandlungen bis ins neue Jahr und nun sogar bis in den Februar. So langsam lief mit Blick auf den Saisonstart in Bahrain (28. März) die Zeit davon, auch deshalb wurde es nur der Einjahresvertrag.
"Wir haben so lange gebraucht, dass wir nicht noch eine zusätzliche Saison diskutieren wollten", gab Wolff zu, "wir haben aber beschlossen, uns in diesem Jahr früher zusammenzusetzen."
Die Formel 1 wird damit schon im Sommer wieder vor der Frage stehen, ob der erfolgreichste Pilot ihrer Geschichte in Kürze seine Karriere beendet. Im vergangenen Jahr war der Brite völlig souverän zum siebten Mal Weltmeister geworden, das Reglement bleibt weitgehend unverändert. Mercedes wird also weiterhin ein titelfähiges Auto bereitstellen, Hamilton geht erneut als Topfavorit ins Jahr.

Kommt Russel 2022 zu Mercedes?

Es wird sich aber eine spannende Situation ergeben: Auch der Vertrag seines Teamkollegen Valtteri Bottas läuft nur bis Ende des Jahres, das Gleiche gilt für den des Mercedes-Toptalents George Russell beim Williams-Team.
Der 22-Jährige hatte Hamilton während dessen Corona-Pause im vergangenen Jahr stark vertreten, er wartet auf seinen Aufstieg ins Werksteam. Und Mercedes hat nun für 2022 alle Möglichkeiten.
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(SID)

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