Zwar relativierte Hywel Thomas, man habe "reichlich Pläne", um die Fragen und Probleme, die auf dem Prüfstand und in Simulationen aufgetreten sind, "zu lösen und zu beantworten. Ich bin mir sicher, dass wir für das erste Rennen bereit sein werden."
Hängen blieb aber erstmal der Eindruck: 2021 könnte aus Motorensicht die bisher schwierigste Saison für Mercedes werden. Dabei gleichen die Aussagen vor der Saison 2021 jenen vor der Saison 2020 wie ein Ei dem anderen, und das Ergebnis der WM 2020 ist bekannt.
Auch vor einem Jahr sagte Thomas' Vorgänger Andy Cowell, dass man "ein paar kleine Probleme" habe lösen müssen, und tatsächlich traten bei den Wintertests dann kleinere Defekte auf. Valtteri Bottas blieb einmal wegen eines kapitalen Problems mit der Power-Unit stehen, Nicholas Latifi auch.
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"In Brixworth ist eine Menge los", hatte Cowell damals erklärt. "Es gibt viele Verbesserungen an der ganzen Power-Unit, der ERS-Seite, der Verbrennungsmotorseite. Und wie immer hatten wir ein paar kleine Probleme, als wir alles zusammengestellt haben."

Nur ein Motoren-Upgrade bis zum Saisonstart möglich

Doch Panik herrscht deswegen nicht. Weder bei Mercedes noch bei den Kundenteams McLaren, Aston Martin und Williams. Schließlich sei "die Vorbereitung auf eine neue Saison immer eine fordernde Zeit für uns", sagte Thomas.
"In diesem Jahr kamen sogar noch ein paar zusätzliche Dinge hinzu. Wir mussten zum ersten Mal auf Regeländerungen reagieren, die unsere Prüfstandstunden einschränken. Deshalb kommt es auf jeden Prüfstandversuch an: Wir müssen sicherstellen, dass wir absolut produktiv sind, um während jeder Stunde so viel wie möglich über die Leistung und die Zuverlässigkeit der Power-Unit zu lernen."
"Gleichzeitig ist es der erste Winter, in dem wir uns auf eine Saison mit nur einem einzigen Upgrade vorbereiten mussten. Wir müssen unsere gesamte Performance in die erste Power-Unit für das erste Rennen packen. Bislang konnten wir das auf verschiedene Pakete für jede neue Power-Unit verteilen."

Formel 1 2021: Mehr Rennen, aber nicht mehr Power-Units

"Diese Herausforderung bedeutet, dass wir alles schon für das erste Rennen bereit haben und sicherstellen müssen, dass es zuverlässig ist. In diesem Jahr gibt es auch mehr Rennen, aber die gleiche Anzahl an Power-Units. Dadurch muss jede Power-Unit mehr Rennen zurücklegen", erklärte Thomas.
"Wir müssen jetzt sicherstellen, dass wir dafür bereit sind, und uns noch mehr auf die Zuverlässigkeit konzentrieren. Eine weitere Herausforderung ist die kurze Winterpause, schließlich fand das letzte Rennen erst Mitte Dezember statt - und wir sind jetzt schon wieder voll im Schwung. Wir hatten also mehr zu tun und weniger Zeit dafür."
Und Mercedes muss sich motorenseitig auf stärkere Konkurrenz einstellen. Honda wirft im letzten Jahr vor dem Ausstieg noch einmal alles in die Waagschale, um sich möglicherweise mit dem WM-Titel verabschieden zu können. Und dass Ferrari noch einmal so schwach auftreten wird wie 2020, damit rechnet kaum jemand.
Die Mercedes-Vorbereitungen laufen aber nach Plan. Thomas: "Wir bauen gerade jede Menge Motoren für die neue Saison auf. Einige sind bereits montiert und andere laufen jetzt schon auf den Prüfständen, um die Zuverlässigkeit zu testen. Gleiches gilt für die Motoren für unsere Kunden, die bereits an diese geliefert wurden. Teilweise wurde sie schon eingebaut und angelassen oder sie befinden sich gerade dabei."
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