Lewis Hamilton stand lächelnd neben dem brandneuen schwarzen Silberpfeil, dem Auto also, das ihn zu einem Fabelrekord tragen soll. Als der Formel-1-Weltmeister dann aber über die neue Saison sprach, klang da durchaus der Wunsch nach ein wenig mehr Konkurrenzdruck heraus.
Und die Hoffnung auf einen alten Weggefährten. "Red Bull ist gut, Ferrari kommt auch zurück", sagte Hamilton, "und Sebastian Vettel bringt seine große Erfahrung und Stärke zu Aston Martin. Das wird eine besondere Saison."
Begonnen hat sie für Mercedes am Dienstag in der Fabrik im englischen Brackley, wo der neue Bolide präsentiert wurde. Enden soll sie im Dezember mit dem achten WM-Titel für Hamilton, er wäre damit alleiniger Rekordhalter vor Michael Schumacher. Der W12 E Performance soll das möglich machen, das neue Auto ähnelt aufgrund des starren Reglements in weiten Teilen dem erfolgreichen Vorgänger W11 - und bringt den Favoritenstatus damit unweigerlich mit.
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Aber, sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, "das mit der Kristallkugel funktioniert nicht, ich habe es oft versucht. Man kann die Zukunft nicht voraussehen. Der Erfolg der vergangenen Jahre bringt uns nichts."

F1-Saison 2021 als Übergangsjahr

Das mag nach ödem Understatement klingen nach zuletzt sieben Triumphen in Fahrer- und Herstellerwertung. Allerdings bietet die Saison, die am 28. März in Bahrain startet, tatsächlich einige Tücken, vor allem für die großen Teams.
Ab 2022 greift ein neues Reglement, 2021 ist also ein Übergangsjahr, und in diesem müssen die Branchenführer ihre Herangehensweise erheblich umstellen. Denn erstmals greift die Budgetobergrenze von 145 Millionen Dollar (gut 120 Millionen Euro).
Für die Großen bedeutet das: Schrumpfen. Die kleinen und sogar mittelgroßen Teams können dagegen von unten an die Grenze heranwachsen. Ein Vorteil, der Vettel nach seinem Aus bei Ferrari den Wechsel zu Aston Martin schmackhaft gemacht hat.
Wolff ist dennoch Befürworter dieser Maßnahme. "Die Kosten sind in den vergangenen 10, 15 Jahren explodiert, das funktionierte nicht mehr", sagt der Österreicher, "und jetzt wird es spannend, weil künftig alle im gleichen Rahmen arbeiten."

Hamilton will weiter mit Mercedes Rennen gewinnen

Vor allem die Topteams müssen bei Arbeitsweise und Personal Änderungen vornehmen, und ja dennoch gleichzeitig das ganz neue Auto für 2022 entwickeln. Zudem wird durch einen weiteren Kniff eine "Umverteilung" der Leistungsfähigkeit begünstigt: Die Zeit im Windkanal wird künftig an den sportlichen Erfolg gekoppelt, der Letzte darf ausgiebiger testen als der Erste der WM-Wertung.
Hamilton scheint all das kaum zu beschäftigen, der 36-Jährige fährt seine Karriere mittlerweile auf Sicht. Erst spät verlängerte er seinen ausgelaufenen Vertrag, der nur für dieses Jahr gültig ist. "Das Meiste von dem, was ich erreichen wollte, habe ich geschafft", sagte er, "es gibt also keine Notwendigkeit mehr, zu weit zu planen."
Und auch, dass sein größtes Ziel der achte Titel ist, wollte der Engländer nicht bestätigen. "Wir haben letztes Jahr begonnen, viel über Gleichheit und Integration zu reden", sagte er, schon damals wurde der Silberpfeil für die Symbolkraft schwarz lackiert: "Dieses Jahr müssen jetzt Taten folgen. Das ist für mich Priorität."
Aber natürlich, sagte Hamilton und schaute sich in der Fabrik in Brackley um, "existieren wir, um zu gewinnen. Das ist es, was alle hier wollen."
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(SID)

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