Red Bull-Abschied ein Fehler: Daniel Ricciardo reflektiert seine Formel 1 Karriere - "Nicht die beste Entscheidung"

Bei Red Bull wurde Daniel Ricciardo zum Siegfahrer in der Formel 1. Bei Red Bull erzielte er als WM-Dritter 2014 und 2016 auch seine besten Gesamtergebnisse. Trotzdem entschied sich der Australier dazu, zur Saison 2019 zu Renault zu wechseln. Ob er diesen Wechsel rückblickend bereut? In einem Interview äußerte sich Ricciardo zu dieser Entscheidung - und der Konkurrenzsituation mit Max Verstappen.

Daniel Ricciardo 2015 im Red-Bull-Outfit

Fotocredit: Getty Images

Nach seinem vermutlich letzten Formel-1-Rennen in Singapur 2024 sagte Ricciardo dazu bei "Sky": "In meinen Augen war das damals ein sinnvoller Schritt. War es die beste Entscheidung meiner Karriere? Natürlich kann man sagen: Nein, das war es nicht. Aber das ist in Ordnung für mich. So ist es eben."
Denn bei Renault lief für Ricciardo nicht viel zusammen: Das Werksteam fuhr 2019 seinen eigenen Ansprüchen hinterher und Ricciardo blieb erstmals seit 2014 ohne Podestplatz.
Und noch ehe das neue Rennjahr 2020 begann, wusste er schon, dass er nicht bei Renault bleiben wollte: Ricciardo schloss sich 2021 McLaren an, wurde aber auch dort nicht glücklich - im Gegenteil. Sein Stern begann zu sinken.
Zwei dritte Plätze im zweiten Renault-Jahr und ein Überraschungssieg in der ersten Saison bei McLaren kamen noch zu seiner Formel-1-Bilanz dazu. Aber hat sich Ricciardo je gefragt, wie seine Karriere verlaufen wäre, hätte er sich zu einem Verbleib bei Red Bull durchgerungen?

was wäre, wenn... : "Will nicht Traurig sein"

Ricciardo meinte: "Wäre ich geblieben, ich hätte keine Garantie darauf gehabt, irgendwas Herausragendes zu erreichen oder dies und das zu gewinnen. Du weißt es eben nie."
"Aber natürlich stelle ich mich jetzt nicht hin und behaupte, das war die beste Entscheidung meines Lebens. Du machst halt dein Ding. Unterm Strich bin ich dann doch wieder in die Familie zurückgekehrt. Ich will aber nicht zurückschauen und deshalb verbittert oder traurig sein. Alles passiert aus einem Grund", sagte Ricciardo, ohne diese These weiter auszuführen.
Ausführlich aber sprach Ricciardo dann über seinen langjährigen Red-Bull-Teamkollegen Max Verstappen, der auch ein Grund gewesen sein dürfte, weshalb Ricciardo zu Renault ging: Weil sich Verstappen alsbald als Platzhirsch bei Red Bull etablierte.
In der Rückschau aber wusste Ricciardo seine Zeit mit Verstappen zu schätzen und sagte: "Als Teamkollegen lernt man sich besser kennen, weil man so viel Zeit miteinander verbringt."

Verstappen wurde vom Konkurrent zum Freund

"Du siehst alle Daten und so. Auf professioneller Ebene dringst du dem anderen ins Bewusstsein ein. Ich jedenfalls habe gelernt, wie er denkt. Und er weiß, wie ich denke. Das ist eine seltsame Form der Intimität."
Die Rivalität mit Verstappen habe er ausdrücklich "genossen", sagte Ricciardo. "Daraus ist Respekt entstanden. Max ist zu einem herausragenden Fahrer und zu einem sehr reifen jungen Mann geworden. Er hat unsere Freundschaft stets geschätzt."
Das habe sich besonders nach dem Japan-Grand-Prix 2024 gezeigt, "als es bei mir nicht so gut lief", sagte Ricciardo. "Da war Max einer der wenigen Leute, die mir geschrieben haben und meinten: 'Kopf hoch. Wir wissen, was du kannst. Hör nicht auf das ganze Gerede.' Das schätze ich an ihm und ich rechne es ihm hoch an."
Verstappen gab diese Komplimente gerne zurück und lobte Ricciardo als einen "großartigen Kerl", mit dem er immer "gut ausgekommen" sei.

Verstappen über Riccardo: "Großartige Person"

"Man wird ihn als großartigen und sehr schnellen Fahrer, aber auch als großartige Person in Erinnerung behalten. Er ist einfach ein toller Typ", sagte Verstappen. "Und ich schätze, es gibt nur wenige, die ihn nicht leiden können."
"Wir waren immer gut befreundet und haben viel Respekt voreinander. Es passt einfach mit Daniel. Mit ihm kann man gut auskommen. Und irgendwann in ein paar Jahren, wenn ich nicht mehr hier aktiv bin, dann setzen wir uns mal hin auf ein Bier und lassen die gemeinsamen Jahre Revue passieren. Denn wir haben vieles zusammen erlebt."
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(SID)
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