Formel E

Unverständnis nach Abt-Rausschmiss: Viele Werksfahrer beenden virtuelle Aktivitäten

Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen

Daniel Abt wurde bei Audi rausgeschmissen

Fotocredit: Getty Images

VonMotorsport-Total.com
26/05/2020 Am 23:34 | Update 26/05/2020 Am 23:34

Infolge der Entlassung von Daniel Abt durch Audi haben mehrere Werksfahrer das Ende ihrer Aktivitäten im Streaming von virtuellen Rennen angekündigt. Abt wurde von Audi suspendiert, nachdem er in einem offiziellen virtuellen Formel-E-Rennen einen professionellen Sim-Racer an seiner Stelle hat fahren lassen. Viele aktuelle Formel-E-Fahrer reagierten umgehend.

  • Coronavirus: Alle News im Liveticker

"Tschüss Twitch, tschüss, Streams... Ich bin raus, auf nimmer wiedersehen", schreibt Formel-E-Tabellenführer António Félix da Costa (DS Techeetah) auf seinem Twitter-Profil. Jaguar-Pilot James Calado schließt sich an: "Kein Streaming mehr, sorry Jungs." Porsche-GT-Werksfahrer Laurens Vanthoor hat einen Tweet, in dem er die Löschung seines Twitch-Accounts ankündigt, mittlerweile wieder entfernt.

Formel E

Eklat bei virtuellem Formel-E-Rennen: Abt nach Betrug hart bestraft

24/05/2020 AM 14:16

BMW-Werksfahrer Connor de Phillippi sagte bereits vor der Entlassung Abts, dass er mittlerweile Sorgen habe, an Sim-Races teilzunehmen: "Wir sind einfach ein paar Leute in derselben Situation, die etwas Spaß haben wollen. Aber was zuletzt passiert ist, sorgt dafür, dass ich fast Angst vorm Sim-Racing bekomme." Er wolle ebenfalls über seine Social-Media-Aktivitäten nachdenken, fügt er hinzu.

Zahlreiche Fahrer aus allen erdenklichen Rennserien nutzen Twitch, um die Fans an ihren Sim-Races teilhaben zu lassen. Gerade in der Formel E, in der es darum geht, sich mit hoher Social-Media-Reichweite den Fanboost für die Rennen zu sichern, ist Fannähe für die Fahrer von hoher Bedeutung.

Vergne und Co. zeigen Unverständnis für Abt-Entlassung

Daniel Abt ist nämlich nicht der erste Fahrer, dem das Sim-Racing auf die Füße fällt: In der NASCAR-Szene verlor erst Bubba Wallace einen Sponsor, als er ein Rennen vorzeitig mit einem sogenannten Ragequit (englisch aussprechen) verließ - eine freiwillige vorzeitige Aufgabe des Rennens aus persönlichem Frust.

Ebenfalls in der NASCAR-Szene verlor Kyle Larson sein ganzes Cockpit, nachdem er das N-Wort im Livestream benutzt hatte. Ohne Konsequenzen blieb hingegen bei den IndyCars Simon Pagenauds absichtlicher Abschuss von Lando Norris im virtuellen Indianapolis.

Wenig Verständnis für Audis Handeln zeigt auch der amtierende Formel-E-Meister Jean-Éric Vergne: "Es ist ein Spiel, das man ernst nehmen sollte, aber es ist ein SPIEL. Was ist mit den Fahrern, die absichtlich Unfälle bauen? Bekommen sie dann auch ihre reale Lizenz entzogen?"

Indy-Car-Pilot Daly mit sarkastischem Post

IndyCar-Pilot Conor Daly äußert sich sarkastisch: "Überlegt euch mal die Geschichten, die wir in zehn oder 20 Jahren erzählen: 'Wir mussten drinnen bleiben, Masken tragen, sichergehen, dass wir das Coronavirus nicht bekommen... Oh, und wir mussten Videospiele korrekt spielen, weil wir sonst unseren Job verlieren.'"

In einem Kommentar darunter fügt er hinzu: "Wo sind wir so verrückt geworden, dass ein Event, das zur Unterhaltung der Fans gedacht ist und in dem es um kein Geld und keine Preise im echten Leben geht, zum Todesurteil wird?"

Nicht bei allen Fans kommt das gut an. Mehrere Fans antworten unter den Beiträgen, ob die Fahrer Schummeleien gutheißen würden. Catsburg dazu: "Oh, wie vergiftet Twitter heute ist. Unglaublich, dass ein Fahrer, der entscheidet, dass Streaming nicht in seinem besten Interesse ist, von den Twitter-Rambos verhöhnt wird. Wir leben in einer traurigen Welt."

Ex-Formel-1-Pilot Chandhok kritisiert Abt

Ex-Formel-1-Fahrer Karun Chandhok hingegen findet, dass Normen und Werte auch im Virtuellen gelten sollten: "Autsch! Eine Lektion für alle Fahrer, sich daran zu erinnern, dass man keinen Blödsinn machen sollte, wenn man in einem Werksteam fährt - sei es in der realen oder virtuellen Welt."

Es bleibt festzuhalten, dass die Mehrheit der Formel-E-Fahrer keine Konsequenzen angekündigt und sich auch gar nicht erst zur Abt-Situation geäußert hat. Daniel Abt selbst reagierte am Dienstagabend mit einem Videostatement.

Timo Scheider, der zwar kein Formel-E-Fahrer ist, aber langjähriger Audi-Fahrer war, äußert sich auf Instagram durchaus kritisch zu den Folgen, die Abts Aktion nach sich gezogen hat.

Das könnte Dich auch interessieren: "Sind für alle Optionen offen": Fährt die Formel E Wochenenden mit der DTM?

Packender Zweikampf an der Konsole: Rowland hält Vandoorne auf Distanz

00:01:58

Berlin ePrix

"Berlin-Rennen als Zeichen der Hoffnung": So plant die Formel E ihren Saison-Neustart

09/04/2020 AM 09:58
Formel E

Nach drei Rennabsagen: Formel E setzt Saison zwei Monate aus

19/03/2020 AM 20:33
Ähnliche Themen
Formel EAudi Sport ABT Schaeffler Formula E TeamDaniel Abt
Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen