Pascal Wehrlein ist beim Samstagsrennen des E-Prix von Puebla in Mexiko zwar als Erster ins Ziel gekommen, wurde aber unmittelbar nach der Zieldurchfahrt disqualifiziert. Grund: Für seinen Boliden wurden die im Rennen verwendeten Reifen nicht angemeldet.
Aus dem gleichen Grund wie Wehrlein wurde auch Porsche-Teamkollege André Lotterer aus der Wertung genommen. Wehrlein aber trifft es wesentlich härter, denn er hatte das Rennen von der Pole kommend dominiert und auf der Strecke "gewonnen".
Tatsächlicher Sieger aber nach Disqualifikation von Dominator Wehrlein ist Audi-Pilot Lucas di Grassi. Der Brasilianer gewann vor Teamkollege René Rast, womit Audi einen Doppelerfolg erzielt hat. Der dritte Platz ging an Edoardo Mortara (Venturi).
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Für di Grassi ist es erstmals seit dem E-Prix von Berlin in der Saison 2018/19 wieder ein Sieg.

ePrix Puebla: Wehrlein dominiert Anfangsphase

Beim Start münzte Pascal Wehrlein den Vorteil der Pole direkt in die Führung um. Während er als Erster in die erste Kurve einbog, reihte sich der von P5 gestartete Maximilian Günther (BMW-Andretti) direkt hinter ihm ein. Allen voran der neben Wehrlein aus der ersten Reihe gestartete Oliver Rowland (Nissan-e.dams) war schlecht weggekommen. Jean-Éric Vergne (DS-Techeetah) musste ausweichen.
Noch im Verlauf der ersten Runde wurde das Tempo herausgenommen. Denn ein Crash im Mittelfeld sorgte für eine Safety-Car-Phase. Formel-E-Rookie Nick Cassidy hatte seinen Virgin-Boliden im Getümmel der ersten Kurven an die Mauer gesetzt und musste aufgeben. Als es im Renntempo weiterging, setzten sich die Top 3 - Wehrlein, Günther und Jake Dennis im zweiten BMW-Andretti-Boliden - ein wenig von den Verfolgern ab.
Nur zwei Runden nach dem Restart war Spitzenreiter Wehrlein der erste, der in Kurve 8 den extrem weiten Bogen fuhr, um die Zone für den "Attack-Mode" zu nutzen. Das BMW-Andretti-Duo kam vorbei, aber direkt dahinter kehrte Wehrlein als Dritter auf die Fahrbahn zurück. Nur eine halbe Runde später bremste sich der Porsche-Pilot in Kurve 1 an Dennis vorbei und war damit schon wieder Zweiter.
Als wenig später auch Günther als Spitzenreiter erstmals für den "Attack-Mode" abbog, lag Wehrlein wieder in Führung. Günther reihte sich nach seinem Umweg an vierter Stelle hinter Dennis und Vergne wieder ein. Vergne aber musste kurz darauf abreißen lassen, weil er beim Wiedereinsortieren auf die Strecke von einem Konkurrenten "rasiert" wurde.

ePrix Puebla: "Rennsieger" Wehrlein wird disqualifiziert

Zu diesem Zeitpunkt hatte Spitzenreiter Wehrlein die Zone für den "Attack-Mode" bereits zum zweiten Mal durchfahren - in diesem Fall sogar ohne die Führung abzugeben. Weit außerhalb von Kurve 8 platziert, erinnert die Zone zum Aufladen des "Attack-Mode" auf der permanenten Rennstrecke in Puebla eher an die Jokerlap einer Rallycross-Strecke denn an die "Attack-Mode"-Ladezone auf den Formel-E-Stadtkursen.
Kurz nach Halbzeit der Renndistanz von 45 Minuten plus einer Runde gab es die zweite Safety-Car-Phase. Grund war eine Kollision zwischen Sam Bird (Jaguar) und Alex Lynn (Mahindra), die der Jaguar-Pilot mit Ausfall bezahlte. Genau wie beim Ausfall von Vergne, so war auch in diesem Fall Kurve 8 der Ort des Geschehens.
Beim zweiten Restart führte Wehrlein wieder vor Günther und Dennis. Neuer Vierter nach dem Aus für Vergne war Edoardo Mortara (Venturi), gefolgt von Lucas di Grassi (Audi). Wenige Runden später kam die Meldung, dass gegen vier Fahrer eine Untersuchung eingeleitet wurde: Wehrlein, Porsche-Teamkollege André Lotterer sowie die beiden Nissan-e.dams-Piloten Rowland und Sébastien Buemi.
Die beiden Porsche-Piloten wurden direkt bei Rennende disqualifiziert. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, was das Vergehen war, nämlich die Nichtanmeldung der Reifen. Buemi und Rowland liefen im inoffiziellen Ergebnis auf P16 und P19 - und somit ohnehin außerhalb der Punkteränge - ein. Neben den beiden Porsche-Piloten wurden auch die beiden Nissan-e.dams-Piloten im Nachgang aufgrund des gleichen Reifen-Vergehens disqualifiziert.

ePrix Puebla: Audi erbt Doppelsieg

Während Wehrlein zwar als Erster ins Ziel kam, aber nicht gewertet wurde, fuhr di Grassi als De-facto-Sieger vor Rast und Mortara über die Linie, gefolgt von Alexander Sims (Mahindra) und Dennis als dem besten BMW-Andretti-Piloten auf P5. Teamkollege Günther fiel in den letzten Runden noch bis auf P12 ab.
Der mit fünf Punkten Vorsprung auf Nyck de Vries (Mercedes) als Tabellenführer nach Mexiko gekommene Robin Frijns (Virgin) ging nach verpatztem Qualifying nur von P20 ins Rennen. In Kurve 1 hatten die beiden Niederländer gegen Rennmitte eine Kollision, indem sich Frijns verbremste und de Vries umdrehte. Ins Ziel kamen sie schließlich auf P9 (de Vries) und auf P16 (Frijns).
In der Formel-E-Gesamtwertung 2021 sieht es nach dem ersten der beiden Mexiko-Rennen wie folgt aus: Frijns liegt mit nur noch zwei Punkten Vorsprung weiterhin vorne, hat jetzt aber Antonio Félix da Costa (DS-Techeetah) als ersten Verfolger. De Vries ist auf den dritten Tabellenrang abgerutscht.
Das zweite Rennen am Mexiko-Wochenende im Formel-E-Kalender 2021 wird am Sonntag in MESZ umgerechnet abermals kurz nach 23:00 Uhr gestartet.
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(mit Motorsport-Total.com)

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